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28. Mai 2008, 19:24 Uhr

Wenn Herr Gysi leise wird

Die bewegendste Rede hält heute ein anderer. Stephan Hilsberg war in der Wendezeit Mitbegründer der Sozialdemokraten in der DDR und in kirchlichen Friedensgruppen engagiert. Er litt unter den Repressalien der sozialistischen Diktatur. Eindrücke, die er bis heute nicht losgeworden ist. "Es fällt mir schwer, meine Gedanken zum Ausdruck zu bringen und noch schwerer, meine Gefühle zum Ausdruck zu bringen", sagt er, den Tränen nahe. "Es ist unerträglich, wie Gregor Gysi uns versucht, zu belügen."

Die vorliegenden Papiere legten den Schluss nahe, dass Gysi "aufs Allerengste" mit der Stasi zusammengearbeitet habe. "Wen Gregor Gysi alles bespitzelt hat, das liest sich wie ein 'Who is Who' der DDR-Opposition." Hilsberg rief Gysi und die Linke auf, sich zu ihrer Vergangenheit zu bekennen. "Tun Sie sich einen Gefallen, gehen sie in sich. Sie würden sich selbst, ihrem Gewissen und der deutschen Öffentlichkeit einen großen Dienst erweisen."

Linke innerlich abwesend

Und während weitere Redner in emotionalen Worten das Geschichtsverständnis der Linken anprangerten, Gysi zum Rücktritt aufforderten und den längst verschwundenen Oskar Lafontaine beschimpften, hatten die linken Fraktionsvertreter Besseres zu tun: Dagmar Enkelmann ließ sich Akten auf ihren Tisch bringen, Nele Hirsch schüttelte inflationär häufig den Kopf, und Gesine Lötzsch studierte Papiere, während sie sich immer wieder mit den Fingern im Auge rumpulte. Die Linkspartei in Deutschland hat wahrlich schon bessere Momente erlebt.

Die Demokratie in Deutschland aber auch - meint jedenfalls Andrej Bahro, Sohn des seinerzeit vom Anwalt Gysi vertretenen DDR-Dissidenten Rudolf Bahro. Die Veranstaltung sei ein "Tribunal" gewesen und eine der schlechtesten Stunden der Demokratie, sagte Bahro der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Dass Gysi nur für seine Rede in den Bundestag gekommen sei und den Plenarsaal danach verlassen habe, sei seiner Gesundheit geschuldet. "Die jahrelange Jagd auf ihn hat ihn gesundheitlich ruiniert."

Von Sebastian Christ, Berlin
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KOMMENTARE (10 von 89)
 
Krakatoa41 (31.05.2008, 23:29 Uhr)
@TomH
wenn die "Kommunisten" an die macht kommen, ist das Kapital weg, da muss ich in China was verpasst haben, das Land ist Kommunistisch regiert und das Kapital steht schlange, soviel zu Ihrer Theorie.
adi35 (31.05.2008, 15:26 Uhr)
@testsieger2006
was regen Sie sich eigentlich so auf und was soll die Auswanderungsempfehlung?
Ich bin weder Altkommunist noch Linker sondern ein Typ der die ganzen aktuellen Ereignisse kritisch hinterfragt. Und die DDR war sicherlich nicht so schlimm wie heute Nordkorea noch ist.
Es geht doch letztendlich nur darum, die ganze Geschichte fair zu betrachten unabhängig um welche Person es geht. Das hat weder etwas mit Kommunisten oder Altnazis zu tun.
Nein Fakt ist , die Birthler Behörde hat bisher keinerlei neue Fakten geschaffen sondern nur alte Behauptungen wiedergegeben.
Fakt ist auch das speziell die Stasi Unterstellungen immer wieder zu gewissen Zeitpunkten kommen, sobald die Linken wieder Zugewinne haben.
Und was soll an einer Regierungsbeteiligung so schlimm sein? In Berlin sind die Linken im Senat an der Macht . Na und? Gibt es die Mauer wieder ? Nein Die Stasi? Nein Werden Leute wegen politischer Meinung in den Knast gesteckt durch die Linken ? Nein.
Also warum sollen Sie dann nicht wie die Grünen in den 80zigern Ihre Chance bekommen zu beweisen das auch Linke demokratisch regieren können.
Bisher gibt es keinen einzigen ehemaligen DDR Bürger, der durch Gysi in den Knast gewandert ist. Nein, Gysi hat im Interesse von Havemann und anderen versucht zu vermitteln. Dazu musste er logischerweise Kontakt zu den staatlichen Organen suchen und pflegen. Das dadurch Akten und Aktennotizen entstanden sind auch bei der Stasi war Systembedingt.
testsieger2006 (31.05.2008, 10:50 Uhr)
@adi35
Das Schönreden der kommunistischen Diktatur sollte ebenso unter Strafe gestellt werden wie das der Nazidiktatur. Nach dem Krieg hatten wir noch zu viele Alt-Nazis... tja und heute Alt-Kommunisten. Aber zum Glück sterben alle langsam aus. Siedeln Sie doch in den anerkannten Staat Nord-Korea um. Da ist die Führung auch nur etwas abgehoben vom Volk, Regimekritiker werden ins Gefängnis geworfen, an der Grenze erschossen und freie Wahlen gibts nicht. Dort müßten Sie sich doch ganz wie zu Hause fühlen.
Preussin (31.05.2008, 05:16 Uhr)
Gysis Einveständniserklärung ?
sollte die gefunden sein ? Nein, denn sonst gäbs ein Geschrei ! Aber man kann ja wenn nötig immer schon drauflos Diffamieren etwas wird schon hängen bleiben ! Und das in einer Gesellschaft die an ANdere etwas auszusetzen findet. Fair Play , meine Damen und Herren und zugegeben wenn es einer besser kann. Wenn er korrupt wäre , hätte man ihn doch schon lange abgeworben . Die Beiden GRoßen Parteien haben mit Ihrer Politik den eigenen Abstieg beschleunigt . Diesesmal ist das bis zur nächsten Wahl nicht vergessen. Also abmarsch unter die 5% Klausel ! Da ihr für 10 % der Bevölkerung Politik macht , könnt Ihr auch nicht mehr Stimmen erwarten .
adi35 (30.05.2008, 22:39 Uhr)
@testsieger2006
die Bezeichung "Unrechtsstaat" trifft sicherlich nicht ganz zu.
Nur weil eine POlitische Kaste - abgehoben und Losgelöst vom Rest der Bevölkerung (Ähnlichkeiten zu heute sind verblüffend) - Ihre Macht gesichert hat ist der Staat noch lange kein Unrechtsstaat.Die Überwachung von Systemgegnern macht doch der BND genauso. Was war den mit Kurnat? Was ist die Überwachung der Telekom + von Lidl? Nicht so schlimm?? Nein genau das gleiche.
Beide Staaten waren politisch anerkannt und miteinander in der UNO.
Westdeutsche Politiker sind in die DDR gereist aus verschiedensten Gründen.
Damit hat aber das ganze Gekeife der Hinterbänkler nichts zu tun. Hier geht es nur um Einfluss und Wahlkampfgetöse. Gerade dies macht die ganze Sache so anrüchig.
Wie lange hat der Gauck/die Birthler Behörde die Akten schon ?18/19 Jahre? Und ausgerechnet in dem Moment wo in Bayern 2008 Wahlen anstehen und 2009 im Bund tauchen ach ganz plötzlich neue Infos auf? Ja was hat die Frau bisher gemacht? Alles klar? Bisher gab es nur Behauptungen und Unterstellungen. Ja wenn es Neuhigkeiten gibt, warum stehen die nicht in den Medien?
Nein hier läuft eine ganz fiese Kampagne - unabhängig davon das es Gysi ist und ich der Linken nicht unkritisch gegenüber stehe - dieser Meinung wäre ich bei anderen auch.
Oder hat schon mal jemand von den Linken einen der CDU angezählt ohne Beweise auf den Tisch zu legen?
Die Sache ist einfach nur zu durchsichtig. Die breite masse ist ja so schön zu manipulieren. Bin mal gespannt was als nächstes kommt.
testsieger2006 (30.05.2008, 17:31 Uhr)
@stern
Wieder mal eine Meisterleistung eines hochintelligenten Forum-Admins, der privat wahrscheinlich ein Gysi-Freund ist, an linker Zensur seine Freude hat und "Ironie" für nen ausgestorbenen Indianerstamm hält.
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Jetzt gibt doch der Kommentar von cam1504 gar keinen Sinn mehr!!!
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testsieger2006 (30.05.2008, 13:05 Uhr)
@cam1504
Bitte nicht ablenken. Es geht hier NICHT um die SED-Mitgliedschaft von Abgeordneten der Linkspartie. Man kann, wie nach dem 2. Weltkrieg auch, ja diese Leute nicht komplett die Mitwirkung an der Demokratie versagen.
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Es geht hier um widerlichen Verrat an Mandanten. Um das Ausspähen von Leuten, die man eigentlich verteidigen sollte. Man stelle sich vor, Otto Schily wäre damals IM des Verfassungschutzes gewesen... was das heute noch unter "Linken" auslösen würde. Die Anwaltszulassung wäre er natürlich auch los.(mal ganz abgesehen davon, dass die Mandanten von Herrn Schily echte Kriminelle, Mörder und die BRD im Gegensatz zur DDR kein Unrechtsstaat war).
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Ein Gericht soll das entscheiden. Und wenn Verurteilung - dann bitte Knast, Abwaltszulassung weg. Herr G. könnte dann noch froh sein, einen ehrenhaften Anwalt gehabt zu haben. Verstanden?
cam1504 (30.05.2008, 12:34 Uhr)
Der Vergleich mit der Geschichte...
...ist in diesem Falle gar nicht so daneben.
Festzustellen, ob sich Herr Gysi rechtswidrig verhalten hat ist Sache eines Gerichts. Und, da stimme ich jenen Kommentaren zu, so lange dies nicht geschehen ist, ist er als unschuldig zu betrachten. Den Mitgliedern der Linken werden oft Stasivergangenheit, SED-Mitgliedschaft u.v.m. vorgeworfen. Eine andere Frage interessiert mich in diesem Zusammenhang: Wieviele CDU- Mitglieder gab es ca. 1965, die vorher einer anderen Partei angehört hatten? Wie viele von ihnen kamen zu höchsten Ämtern und Würden in der Bundesrepublik, sind es vielleicht noch? Warum diskutieren wir darüber nicht, über eine unbewiesene Behauptung aber schon? Und, sehr richtig,immer zu Zeiten, in denen die Linke mehr Anerkennung gewinnt.
sachsenwini (29.05.2008, 23:05 Uhr)
fa@ culdoc ... Kein Grund, ängstlich zu sein
Ich hatte schon geahnt, dass hier etwas verwechselt wurde.
Keine Problem
faculdoc (29.05.2008, 22:32 Uhr)
Ich muss zu "sachsenwini" äußern dürfen
Sie haben recht mit Ihrer Verbetung. Erst als ich den Kommentar-Button gedrückt hatte, habe ich feststellen müssen ,dass ich auf dem von Ihnen an " guenti2447" focussierten Beitrag Sie und nicht - und dies tatsächlich wahrheitsgemäß auf " guenti2477 " geschrieben hatte. Denn zu diesen hatte ich meinen Kommentar ausgerichtet. Ich kann Ihre Reaktion voll verstehen ,habe auch die Kraft für das " Excuse me , dear sachsenwini and I am affraid "
Lassen Sie uns wieder gemeinsam am KommentarTisch des Stern wirken. Das soll auch mir eine Lehre sein.
Ihr ( hoffentlich ) faculdoc
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