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7. Mai 2010, 15:54 Uhr

Im Westen was Neues?

Nordrhein-Westfalen, Farbpalette, Koalitionspoker, Koalition, Koalitionen, Regierung, Regierungen, rüttgers, Kraft, Politiker, Macht, CDU, SPD, Linke, Grüne, FDP, Pinkwart, Wahlen, Landtagswahlen, Wahl , Sonntag, Wahlsonntag

Wuppertals Bürgermeister Peter Jung (CDU) sieht die Kommunen von der FDP im Stich gelassen© Julian Stratenschulte/DPA

Wuppertal droht die Schließung

Schwarz-Rot, auch dieses Bündnis ist in NRW erprobt, oft ist es ein Notbündnis, das dann die pure Not verwalten muss. In Wuppertal lässt sich das besichtigen. 30 Kilometer von Düsseldorf entfernt liegt die 350.000-Einwohner-Stadt, und es herrscht Aufruhr dort. Einer, der dafür sorgt, ist Christian von Treskow, 41 Jahre, Intendant und Theaterleiter der Wuppertaler Bühnen. Mit Politik hat er in normalen Zeiten nicht viel am Hut. Doch es sind ungewöhnliche Zeiten. Er pendelt derzeit zwischen Rathaus und Theater.

Seit er im November erfahren hat, dass die Stadt den Bühnenetat um zwei Millionen Euro auf jährlich neun Millionen Euro kürzen und die Renovierung des Hauses abblasen will, kämpft er: "Entweder ich resigniere, oder ich steige in den Ring." Er hat sich für den Ring entschieden. "Wenn Wuppertal fällt, beginnt das große Theatersterben in Deutschland." Kulturleute aus der ganzen Republik stehen ihm bei, organisieren Menschenketten, Protestschreiben, und bald wusste ganz Deutschland, dass in Wuppertal ein Theater mit dem Tod ringt.

Unverständnis für die FDP

Oberbürgermeister Peter Jung ist von der CDU, ihm brachte der Aufstand viele Schlagzeilen ein. Wuppertal wurde zum Symbol für die Not der Städte zwischen Rhein und Ruhr. Jung glaubt nicht, dass Wuppertal sich auf Dauer zwei Theater leisten kann. Doch er schimpft auf die Landesregierung - und dort auf einen FDP-Minister: Ingo Wolf, der als Innenminister für die Kommunen verantwortlich ist. "Der kümmert sich zu wenig", sagt Jung. Er will mehr Geld vom Land.

Wuppertal hat die Zoo-, Kita- und Parkgebühren angehoben, die Stadt muss Schwimmbäder und Bibliotheken schließen und womöglich das Theater. Im Rathaus verstehen sie deshalb die FDP in Berlin nicht, die Steuern senken will und damit die Not in den Kommunen noch vergrößert. Verlieren die Liberalen die Landtagswahl, wird Bürgermeister Jung das verschmerzen. Er regiert im Stadtrat ohnehin mit der SPD, was in Düsseldorf bald auch der Fall sein könnte.

Immerhin: Wuppertal hat den Beschluss zur Theaterschließung vertagt. "Wir haben etwas Luft", sagt von Treskow. Also hofft er auf Rettung.

Gemeinsames Feindbild FDP

Zurück im Rhein-Sieg-Kreis, wo es weniger Not, aber dafür die schwarz-grünen Experimente gibt. Für die Grünen hat damals Horst Becker die Koalitionsverhandlungen geführt, der Kreischef. Becker ist ein besonderer Grüner, weil er weder Linker noch Realo sein will, er mag diese starren Festlegungen nicht. Aber der 53-Jährige hat ein klares Feindbild: die "Marktradikalen von der FDP". Er teilt es mit den meisten Parteifreunden, aber ein bisschen auch mit CDU-Veteran Dieter Heuel, mit dem er inzwischen befreundet ist.

Auch Heuel ist genervt von "der rigorosen Privatisierungsdenke der Liberalen". Im Rhein-Sieg-Kreis haben Heuel und Becker die Müllabfuhr wieder kommunalisiert, es klappt so einfach besser. Es ist nicht zu übersehen: In das schwarz-gelbe Verhältnis hat sich eine kühle Distanz eingeschlichen, im Kreis, im Land und in Berlin auch.

Alles ist möglich

Nach der Wahl am Sonntag gehört Becker, der im Landtag sitzt, zu der Gruppe der Grünen-Spitze, die die Koalitionsverhandlungen führt, im Fall der Fälle. Zuerst werde man mit der SPD reden, ob es eine Mehrheit gibt oder nicht, sagt Becker. Er will nicht wirken wie einer, der sich sofort der CDU an den Hals schmeißt. Dann müsse man Rot-Rot-Grün ausloten. Er glaubt nicht, dass das funktionieren könnte. Ein Bündnis mit der CDU sei "frühestens zweite Wahl". Am Ende werde wohl die Große Koalition herauskommen, allein schon wegen der Kohlepolitik. "Wir sind nämlich teurer als die SPD."

Farbenspiele, in den Tagen vor einer Wahl, die das Land verändern wird. Jürgen Rüttgers (CDU) will weiterregieren, mit Gelb, Grün oder Rot. Hannelore Kraft (SPD) schließt nichts aus, schlägt aber auch nichts vor. Bärbel Beuermann (Linke) schätzt die Opposition, an ihr aber soll Rot-Rot-Grün nicht scheitern. Und Sylvia Löhrmann (Grüne) ist vor allem gegen Schwarz-Gelb.

Alles ist möglich in NRW.

Von Nikolai Fichtner, Monika Dunkel und Maike Rademaker
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KOMMENTARE (10 von 55)
 
tannebaum (08.05.2010, 16:43 Uhr)
@Johann58
sehen sie, ich lebe in berlin und bin kein cdu-fan. glauben sie nicht? ist aber so. ich bin nur demokrat und erwarte, dass politiker ihren job machen. und das ist bei den roten selten der fall.

diepgenwar nicht, aber landowsky waren auf der anklagebank. und viele spd-ler auch. raten sie mal, warum der skandal so leise behandelt wird. es waren alle parteien in den gremien vertreten!!! und wäre die sache unter der spd geplatzt, dann würden auf denen alle rumhauen. was die bank da fabriziert hatte, ist nicht in drei jahren entstanden.

aber darum geht es gar nicht. die "schulden" der bank musste berlin nicht aus der tasche zahlen, sondern garantieren. nur 1,7 milliarden hat berlin direkt gezahlt. eine summe, die bis heute die neufusionierte bank schon zurückgezahlt hat. es hat also den haushalt nicht direkt belastet. wowi hat den schuldenberg dagegen, um mehr als 30 milliarden anwachsen lassen. von 30 auf 60 milliarden. in 8 jahren verdoppelt!!! das ist leider der fakt!!! und es gab rüffel von anderen bundesländern und den bundesverfassungsgericht


und was ihre linken noch so drauf haben, können sie hier lesen. und das sind nur kleine auswüchse der verschwendung...

http://www.wsws.org/de/2010/apr2010/gsw-a27.shtml

http://www.tagesspiegel.de/berlin/hartz-iv-grosszuegige-umzugsregelung-kostet-berlin-millionen/1649160.html

und das sind keine rechten quellen, oder?!

rockyciano (08.05.2010, 14:52 Uhr)
Wenn nicht jetzt - wann dann??!!
Schauen wir uns nur die Fakten an:
- 12,5 Millionen Bürger von Verarmung bedroht
- Kinderarmut
- Altersarmut
- Null-Runden für RENTNER - im Gegenzug jedoch großzügige Erhöhung der Diäten
- Bildungsmisere
-mind. 5 Mill. Arbeitslose und Hartz-IV-ler
- gezielte Ausweitung des Niedriglohnsektors und Leiharbeit,aufweichen des Kündigungsschutzes
- unsere Leistungsträger(Arbeitnehmer) subventionieren die Aufstocker - Kurzarbeiter(auch für Leiharbeitsfirmen),Rettungsschirme für Banken,Griechenlandhilfe,Hoteliers
- bankrotte Banken und Gemeinden - die Gebührenerhöhungen nach sich ziehen
- vernachläßlichter Strassenbau
-Afghanistaneinsatz
- weisungsgebundene Medien und Staatsanwälte usw.........

Schicken wir die Möwenpick- und Dekadenzpartei sowie
die Rent-a-Rüttgers und Mehr Inder-statt-Kinder-Partei dorthin,wo sie hingehören.......in die Wüste.
Prologo (08.05.2010, 12:26 Uhr)
@Hadschi, Das stimmt schon, mit SPD und grün,...

.....aberd seit vier Jahren zeichnet sich der Irrsinn des Afghanistankrieges deutlichab, und sie sind nicht in der Lage, die Sache zu regeln. Auch die 44 toten Soldaten reichen noch nicht, dass diese Versager endlich das Hirn einschalten. Wo ist der Schalter??

MfG,
T.
Hadschi (08.05.2010, 12:11 Uhr)
Nicht die CDU/FDP ist in Afghanistan einmarschiert
Sondern die damalige SPD/Grüne Koalition.
@Prologo. Das sollte man doch festhalten und nicht die Tatsachen verdrehen.
Die waren es auch, die das Wort Krieg nie in den Mund genommen haben.
Erst als diese Parteien in der Opposition gegangen worden ist, ist denen eingefallen, man könne das jetzt Krieg nennen.
Früher hieß es:
Stell dir vor es, ist Krieg und keiner geht hin.
Heute heißt es:
Stell dir vor es ist Krieg und Die_Grünen gehen nicht mit.
whismerh2 (08.05.2010, 05:09 Uhr)
morjen
Bekanntlicherweise, schnappt sich der frühe Vogel den Wurm.
@SpringbokCT
Ihr geplantes Treffen mit dem zweifelhafendem Hintergrund ist sowieso zum Scheitern verurteilt., egal wie es aus geht, suchen sie lieber oder suche die vermeintlichen Profiteure aus solch einer Situation heraus.
Den wahren "Feind" sollten wir Alle kennen
und das ist garantiert nicht in einem Menschen oder einer Bevölkerunguppe zu definieren oder fest zu legen. Lange läuft diese Verbrechernummer eh nicht mehr, wir haben längst Wasseroberkante müssig erstrampeltt, und laufen ALLE auf sehr dünnen Eis.
Aber wir haben das Netz,auch wenn überwacht, und das sollten wir nutzen, bei allen Meinungsverschiedenheiten.
Eines kann ich Ihnen sicher sagen, wird das eingegrenzt, zensiert bestensnsfalls für die oben genannte Kilque verboten,
sollte jedem klarsein wo wir stehen.
Am Ende Sklaven und ein paar wenige Reiche, Mutter Erde würde das garantiert nicht gefallen, und sie ist eh der Chef, und will Anderes, das sollte jedem klar sein.
nichtsfuerungut (08.05.2010, 01:41 Uhr)
Nicht zum Thema......
Liebe admis....
es ist ja recht und schoen, wenn sie sich vor Kommentaren ("schuetzen"), die andere Artikel betreffen, aber entweder offfnen sie alle ihre Artikel fuer Kommentare oder gar keine. Es ist laecherlich, "Pipi" Artikel kommentieren zu lassen und "potente" nicht.
Ich sehe ihre Angst, bei "heissen" Themen die Uebersicht zu verlieren, aber dann stellt sich die Frage nach der eigentlilchen Moeglichkeit des Folrums.....
Prologo (08.05.2010, 01:06 Uhr)
@SpringbokCT, Machen wir.
Ich freue mich darauf.
MfG,
T.
stasicom (08.05.2010, 00:42 Uhr)
Gut gemacht, admins...
sehr souverän, danke...

PS. Muss jetzt nicht veröffentlicht werden...

Gute Nacht, gute Schicht noch...
SpringbokCT (08.05.2010, 00:28 Uhr)
Können wir für nächste Woche mal ins Auge fassen. Bei gutem Wetter am Lake, anders im Mayer.

Jetzt ist es aber Zeit fürs ..., bis dann
Prologo (08.05.2010, 00:15 Uhr)
@SringbokCT, Machen Sie sich nicht ins Hemd.
Ich war auch SPD ler und IG Metall Mitglied, also, wann treffen wir uns?
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