Mobile Ansicht
Wechseln Sie für eine bessere
Darstellung auf die mobile Ansicht
Weiterlesen Mobile Ansicht
HOME

Nachzählung in Schleswig-Holstein kostet FDP-Mandat

Da liegen sie auf dem Tisch: rosafarbene Stimmzettel aus dem Wahlbezirk Husum 003 in Nordfriesland. 928 sind es an der Zahl - oder doch 929? So klar ist das mit den Zahlen nicht.

Da liegen sie auf dem Tisch: rosafarbene Stimmzettel aus dem Wahlbezirk Husum 003 in Nordfriesland. 928 sind es an der Zahl - oder doch 929? So klar ist das mit den Zahlen nicht. Gerade darum geht es am Freitag im Kieler Landeshaus: Wie viele Zweitstimmen hat die Linke bei der Landtagswahl in Schleswig-Holstein am 27. September 2009 bekommen? Wenn sie nur vier Stimmen mehr hat, gewinnt sie ein Mandat. Die Folge: Die schwarz-gelbe Regierung kann sich nur noch auf eine Stimme Mehrheit stützen - statt wie bisher drei.

Der Landeswahlausschuss hat sich zur öffentlichen Nachzählung versammelt: Landeswahlleiterin Manuela Söller-Winkler und insgesamt sechs Vertreter der Parteien aus dem Parlament. Sie sortieren Stimmzettel, bilden Stapel, zählen, beraten sich und zählen. Erststimmen, Zweitstimmen, ungültige Stimmen - mehr als als vier Stunden brauchen sie. Doch sie wollen es ganz genau machen.

Schon auf den ersten Blick ist Söller-Winkler klar: Es ist nicht alles richtig gelaufen in Husum. Stimmzettel für Grüne und NPD wurden zusammen in einen Umschlag geschmissen, für Linke und SSW genauso. Dabei ist die Trennung vorgeschrieben. Aber vor allem geht es um die Stimmen für die Linken. Die hatten bereits kurz nach der Wahl Zweifel an den Zahlen angemeldet. Schließlich hatte die Partei bei der zeitgleich stattfindenden Bundestagswahl 47 Zweitstimmen bekommen - und bei der Landtagswahl sollen es nur 9 gewesen sein? Doch bis zur Neuauszählung vergehen mehr als drei Monate. Der Kreiswahlleiter habe trotz Fehlern im Protokoll nicht nachgehakt, kritisiert der Parlamentarische Geschäftsführer der Linken, Uli Schippels.

Seine Hände zittern, als Söller-Winkler einen Stapel mit Stimmen für die Linke auszählt. Zuschauer versuchen, mitzuzählen. Eine Zahl geht durch den Raum und bestätigt sich später: Die Linke hat 41 Zweitstimmen erhalten, 32 mehr als gedacht. 32 Stimmen vergessen, einfach nicht gezählt oder im Stapel ungültig gelandet? "Ich möchte nicht spekulieren, ob ein Stapel fallen gelassen worden ist oder ob er nicht richtig sortiert wurde", sagt Söller-Winkler.

Nach zwei Neuauszählungen steht fest: Die FDP muss wohl ein Mandat an die Linke abgeben. Außerdem gibt es minimale Änderungen unter anderem beim SSW. Und: Es waren 929 Stimmzettel - nicht 928.

Nikola Kabel, DPA/DPA
täglich & kostenlos
Täglich & kostenlos

Stern Logo Das könnte Sie auch interessieren

Partner-Tools