. .
Politik in Deutschland
Schlagzeilen Themen Mobil iPad Blogs Investigativ Hefte
 
Fotocommunity
Fotocommunity

Treffpunkt für ambitionierte Amateurfotografie. Bilder hochladen und bewerten, sich mit anderen Austauschen. mehr...

Weblogs bei stern.de
Weblogs bei stern.de

Die Online-Tagebücher bei stern.de: Freie Autoren schreiben hier persönlich, direkt und eigenständig. mehr...

Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka
sternTV - Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka

Vertiefende Informationen zu der aktuellen und den vergangenen Sendungen von sternTV. mehr...

stern Investigativ
stern Investigativ

Das Recherche-Team des stern. Erfahren Sie mehr über die Recherchespezialisten und ihre Enthüllungen von Terrorismus bis Wettmanipulation. mehr...

 
13. November 2006, 14:10 Uhr

Bund zieht CO2-Bremse

Weil die deutsche Industrie 2003 und 2004 mehr Abgase als abgesprochen produziert hat, muss sie an Emissionen sparen. Klimaforscher Mojib Latif kritisiert, dass stromintensive Industrien geschont werden.

Die auswertung der Daten von 2003 und 2004 hat ergeben, dass der CO2-Ausstoss höher als erwartet war© Patrick Pleul/DPA

Die Bundesregierung will die Vorgaben für Industrie und Energieversorger zur Vermeidung von klimaschädlichem Kohlendioxid nochmals verschärfen. Da in den Jahren 2003 und 2004 mehr CO2 ausgestoßen wurde als von der Industrie versprochen, müsste zwischen 2008 und 2012 zusätzlich gespart werden, sagte Umweltminister Sigmar Gabriel in Berlin. "Das bedeutet, dass wir jetzt die Schraube noch einmal anziehen müssen." Nach dem bisherigen Plan, der vom Parlament noch nicht gebilligt ist, erhalten Versorger für ihre Kraftwerke künftig noch 85 Prozent der nötigen Abgas-Berechtigungen. Die Strom verbrauchende Industrie wird deutlich besser gestellt. Sie bekommt 98,75 Prozent der nötigen Rechte. Allerdings mildern die gegenüber den früheren Plänen gekürzten 13 Millionen Tonnen nun den Druck auf die Bereiche Verkehr und Haushalte, die nicht vom Handel erfasst sind. Auch sie haben von der Regierung Vorgaben bekommen, ihren Ausstoß zu mindern, um die Klimaschutzziele von Kyoto zu erreichen.

Wichtige Bereiche ausgeklammert

Mojib Latif, Klimaforscher vom Leibniz-Institut für Meereswissenschaften an der Universität Kiel (IFM-Geomar), findet, dass es nicht zielführend ist, gerade stromintensive Bereiche wie Verkehr auszunehmen. Latif sagte stern.de: "Alle Bereiche müssen Anstrengungen unternehmen, ihren CO2-Ausstoß zu senken. Hier muss ein deutliches Signal gesetzt werden, nicht zuletzt auch an den PKW Bereich. Die große Anzahl von Geländewagen auf unseren Straßen ist ökologisch betrachtet nicht hinzunehmen. Genauso müsste mehr Güterverkehr von der Straße auf die Schiene verlagert werden."

Fehlende Berechtigungen kaufen

Über den Handel mit Abgasrechten sollen Industrie und Energieerzeuger zu Einsparungen beim Ausstoß des klimaschädlichen Kohlendioxids gezwungen werden. Die nationalen Regierungen in Europa entscheiden, wie viele Abgasrechte in der Handelsperiode die einzelnen Anlagen von Versorgern und Industrie zugeteilt bekommen. Fehlende Berechtigungen müssen an der Börse gekauft oder der CO2-Ausstoß muss über Modernisierungen entsprechend reduziert werden. Wer viel Treibhausgas durch Modernisierungen einspart, kann seine Zertifikate verkaufen. Damit will Deutschland seine Verpflichtung einhalten, bis 2012 mindestens 21 Prozent CO2 weniger auszustoßen als 1990.

Reuters/lub
 
 
MEHR ZUM ARTIKEL
Klimaschutzkonferenz "Millionen Menschen sind vom Elend bedroht"

Die Folgen der Erderwärmung und mögliche Gegenmaßnahmen stehen im Mittelpunkt des Weltklimagipfels in der kenianischen Hauptstadt Nairobi. Bundeskanzlerin Merkel hatte vor Beginn in einem dramatischen Appell vor den Folgen des Klimawandels gewarnt. mehr...

Studie Treibhaus-Effekte kosten Milliarden

Trotz des Klimaabkommens von Kyoto hat der Ausstoß von Treibhausgasen in die Atmosphäre in den letzten Jahren sogar zugenommen. Wenn sich nicht bald etwas ändert, kommt es zu katastrophalen Folgen - für Umwelt und Wirtschaft mehr...

Klimawandel "Schmutzig, unsicher und teuer"

Der Klimawandel wird teuer: Der "Club of Rome" rechnet mit drastisch steigenden Ausgaben für die Beseitigung von Umweltschäden. Doch wer sind die Verursacher des Klimawandels und welche Chancen birgt der Umweltschutz? mehr...

MEHR ZUM THEMA
powered by wefind WeFind
 
Leser werben Leser

Jetzt den stern empfehlen und attraktive Prämie sichern!

 
 
 
 
 
stern - jetzt im Handel
stern (23/2012)
Rettet die Liebe