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12. März 2008, 09:04 Uhr
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EU-Finanzhilfe für die eigene Tasche

EU-Abgeordnete sollen sich durch missbräuchlichen Umgang mit der so genannten Mitarbeiterpauschale kräftig die eigenen Taschen gefüllt haben. Doch die erforderlichen Kontrollen wurden nicht verschärft, sondern gelockert.

Hans-Gert Pöttering, Präsident des Europäischen Parlaments, lockerte im Dezember 2007 die Regeln für die Kontrolle der Abgeordnetenspesen© Akira Suemori/AP

Die Unregelmäßigkeiten im Umgang mit der sogenannten Mitarbeiterpauschale der EU-Abgeordneten sind sehr viel verbreiteter als bisher bekannt. Das geht laut einem Bericht des stern aus einem internen 92-seitigen Prüfbericht sowie weiteren Dokumenten hervor, die dem stern vorliegen. Danach gab es zahlreiche Fälle von hohen Überweisungen ohne ausreichende Belege bei der Auszahlung der monatlichen Pauschale, die pro Abgeordnetem heute 16.914 Euro beträgt.

Keine Erklärung bei 18 von 22 Zahlungen

Nach dem Prüfbericht vom 9. Januar 2008, den der stern einsehen konnte, fand der Prüfer "keine zufriedenstellende Erklärung" für 18 von 22 auffälligen Einmalzahlungen, mit denen die Abgeordneten zumeist am Jahresende ihnen zustehende Maximalbeträge noch rechtzeitig ausschöpften. Eine Dienstleistungsfirma kassierte so Ende 2004 auf Wunsch eines Abgeordneten 44.223 Euro, ohne dass sie laut Prüfer eine passende Leistung erbracht hätte. Ein Mitarbeiter erhielt eine Sonderzahlung, die 19,5-mal so hoch war wie sein normales Monatsgehalt.

Ein Abgeordneter zahlte überdies aus dem EU-Topf Gelder an zwei Manager seiner eigenen Investmentfirma. Ein anderer leitete das Geld an eine Holzhandelsfirma weiter. Ein dritter hatte keinen angemeldeten Assistenten und ließ stattdessen die volle Mitarbeiterpauschale an eine Kinderbetreuungsfirma überweisen, die von einem Parteifreund geführt wurde.

Nach dem stern vorliegenden Unterlagen des EU-Parlaments hatte überdies das Präsidium der Volksvertretung unter dem deutschen Präsidenten Hans-Gert Pöttering (CDU) erst im Dezember 2007 die Regeln für die Kontrolle der Abgeordnetenspesen gelockert. Hintergrund war die Tatsache, dass ein Großteil der Abgeordneten für die Jahre 2004 und 2005 nicht die geforderten Belege für Zahlungen an angebliche Mitarbeiter vorgelegt hatte. Noch Ende 2007 fehlten diese Belege für eine Gesamtsumme von 76 Millionen Euro. Während der Europäische Rechnungshof das Parlament im November aufgefordert hatte, Gelder von säumigen Volksvertretern gegebenenfalls zurück zu fordern, entschied das Parlamentspräsidium im Dezember, die in der Zwischenzeit gelockerten Anforderungen nun auch rückwirkend auf die Jahre 2004 und 2005 anzuwenden. Dies bedeutet, dass die Abgeordneten für einen Großteil der Zahlungen keine direkten Belege mehr präsentieren müssen, sondern nur noch Aufstellungen dieser Belege.

Auf konkrete Fragen des stern zu dieser Aufweichung der Bestimmungen reagierte Pöttering nicht. Er versicherte aber, dass die geltenden Regelungen jetzt "konsequent angewandt" werden sollten.

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KOMMENTARE (9 von 9)
 
ecomoc4u (12.03.2008, 16:06 Uhr)
Mieser kleiner Leecher.
Die Abgeordneten beugen und lockern seit Jahren die Gesetze der EU wie es ihnen passt. Immer wieder sorgen sie für haarsträubende frisierungen der geltenden Gesetzte u. Beschlüsse. Das schlimme ist, das ist auch noch alles dokumentiert.
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Einst wurde mit grossen Erwartungen auf die EU u. deren Vertreter geschaut. Endlich mal wirklich demokratische Entscheidungen, wo alle Länder einen Konsens finden mussten.
Hola, das war wie im Traum, und jetzt sollte es Wirklichkeit werden. Dachte man... Anfangs war ja auch noch der Hauch von Demokratie zu verspüren. Mittlerweile (vor allem unter deutschem Vorsitz) folgt eine Rechtsbeugung der nächsten, und ein persönlicher Skandal dem nächsten.
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Hans-Gert Pöttering. Ein weiterer mieser kleiner Leecher im Dienste der Kapitalfaschisten. Dieser Mann muss sofort aus dem Verkehr gezogen werden.
Dirk_37 (12.03.2008, 14:37 Uhr)
@ganzbaf
Da bin ich ausnahmsweise mal voll und ganz Ihrer Meinung!! MfG Dirk
elvis2000 (12.03.2008, 12:00 Uhr)
Gutsherren....
sie nehmen sich was sie wollen, da sie nichts zu befürchten haben, die Bestimmung in dessen Verlauf sie sich dann die eigenen Taschen füllen erlassen sie gleich man selbst, dies läuft doch in unserer Bundesregierung genauso...fürs Volk H4 (das HIV fürs Volk, entsprungen tief aus dem Regierungsdschungel...Symptome : Verarmung und Resignation) und die Diätenerhöhung für sich selbst, ganz zu schweigen von was wir noch gar nicht wissen...
Na dann mal Guten Nacht meine Herren... bin gespannt wann die erste n Frohndienste angeordnet (Fordern statt Fördern ne) werden...
vegefranz (12.03.2008, 10:51 Uhr)
warum herrscht in der Schweiz Wohlstand?

weil die Schweizer nie auf die Leute gehört haben, die ihnen rieten, die Grenzen zu öffen und für alles und jeden zu zahlen.
ElPrimo (12.03.2008, 10:27 Uhr)
so traurig es klingt...
aber ist das so überraschend ??
da brauchts keine untersuchung. jeder der halbwegs logisch denken kann, weiss das dort sowas an der tagesordnung ist. ist doch klar, die kontrollieren sich ja selber und eine krähe hackt der anderen doch kein auge aus. da wird das geld so offensichtlich untereinander verteilt und jeder weiss dass denen keiner an den karren fahren kann.
ganzbaf (12.03.2008, 10:25 Uhr)
AUSTRETEN, aus dem Verein...!
Und zwar schnell.
Leseratte79 (12.03.2008, 10:00 Uhr)
Und der "normale"
Bürger kämpft in seiner Steuererklärung um die Absetzbarkeit von Arbeitskleidung usw. So langsam weiß weiß ich nicht mehr was man zu dem Thema noch schreiben soll- ändern wird sich ja nichts. Im Gegenteil die Bestimmungen werden gelockert- ein Hohn.
gazerbeam (12.03.2008, 08:32 Uhr)
Gier Gier Gier...
Es gibt zwei Dinge die ich nicht mehr ertrgane kann:
Die Gier der Politik und die Gier des Aktienmarktes.
Hier hat ersteres mal wieder sein hässliches Versagergesicht gezeigt!
bessunger66 (12.03.2008, 08:10 Uhr)
Die EU - Das Wirtschaftskartell !
Hier werden Milliarden verdient, Gelder der Steuerzahlen werden in private Geldbeutel umgeschichtet. Bestechliche möchtegern Politiker (Volksvertreter) aus allen Ländern der EU bedienen sich völlig Legal an unserem Geld. Hinzu kommen die Beitrittsländer Rümänien, Serbien, etc. die überhaupt kein Gewissen bei der Ausbeutung der Menschen zeigen. Diese Institution mit Ihren anfänglichen Chancen für uns, hat sich mittlerweile selbst disqualifiziert. Um nur zwei Unmöglichkeiten zu nennen: EU-Verfassung (Gleichmacherei) und Klobalisierung (Gleichmacherei).
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Nur wir Bürger in Deutschland werden ja nicht einmal gefragt !
 
 
 
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