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19 Nebenjobs - kein Problem

Er ist gut beschäftigt: Sage und schreibe 19 Nebentätigkeiten listet der Bundestagsabgeordnete Heinz Riesenhuber im Internet auf. Im stern.de-Interview verrät der CDU-Politiker, wie er das schafft und wie er mit Kritik umgeht.

Herr Riesenhuber, mit wie viel Bauchschmerzen haben sie Ihre Jobs preisgegeben?

Ich bin ganz entspannt und halte mich an die Vorschriften, egal ob ich sie für sinnvoll halte oder nicht.

Sie geben im Internet (bundestag.de oder auch abgeordnetenwatch.de) eine Vielzahl von Nebentätigkeiten an, zu denen neben Ehrenämtern auch einige Mandate in Aufsichtsräten großer Unternehmen gehören. Wie schaffen Sie es, dies alles mit ihrer Abgeordnetentätigkeit unter einen Hut zu bringen?

Ziemlich gut. Ich schaffe das durch eine straffe und intelligente Arbeitsplanung. Wir haben 20 bis 25 Sitzungswochen im Bundestag. In dieser Zeit arbeite ich fulltime als Abgeordneter und schiebe in dieser Zeit nur selten einen Termin rein, der nichts mit damit zu tun hat. Und in den sitzungsfreien Wochen kümmere ich mich um meinen Wahlkreis. Das klappt recht gut, denn sonst wäre ich nicht mit 99 Prozent Zustimmung als Direktkandidat aufgestellt und bei der letzten Wahl mit einem sehr guten Ergebnis in den Bundestag gewählt worden.

Aber noch mal gefragt: Sie sind in mehreren Unternehmen im Aufsichtsrat. Wie vereinbaren Sie das mit ihren Parlamentsarbeit?

Ein Aufsichtsrat hat in der Regel ja nur rund vier Sitzungen im Jahr. Natürlich gibt es auch Krisenzeiten, in denen diese Gremien öfters tagen. Aber da trifft man sich eben abends oder zu einer Telefonkonferenz. Es ist alles eine Sache der guten Organisation. Ich habe immer schon Wert gelegt, dass ich nicht nur im Parlament Papier von rechts nach links schiebe. Und wenn ich nicht die Bodenhaftung hätte mit den Menschen, die in den Unternehmen die Arbeit tun, würde ich meine Abgeordnetentätigkeit in einem abstrakten Raum absolvieren.

Das heißt, Sie sind gegen reine Berufspolitiker?

Nein. Es gibt bestimmt auch Kollegen, die sich nur auf die Politik konzentrieren und einen sehr guten Job machen. Aber ich bezweifle, dass es gut für das Parlament wäre, wenn es nur aus Berufspolitikern bestehen würde. Vielfalt macht den Charme des Bundestages aus.

Aber können Sie es verstehen, wenn sich die Bürger wundern über Abgeordnete mit vielen Nebenjobs?

Ich könnte es verstehen, wenn sich die Bürger fragen, ob ihr Abgeordneter genug für sie da ist. Aber bei mir zumindest wird diese Frage durch jede Wahl beantwortet. Denn ich kann nur feststellen, dass meine Arbeit von den Wählern und meiner Partei mit großer Freundschaftlichkeit begleitet wird.

Sie waren im Aufsichtsrat von Unternehmen wie Altana oder Vodafone und sind Mitglied im Wirtschaftsausschuss. Ergeben sich da nicht zwangsläufig Interessenkonflikte?

Ich habe allen Firmen von vorneherein klar gemacht, dass ich für Lobbyarbeit nicht zur Verfügung stehe. Ich möchte mitgestalten und das ist von allen Seiten akzeptiert worden. Ich trenne sauber die verschiedenen Tätigkeiten und halte mich an die Regeln. Und wenn ich als Abgeordneter zu entscheiden , entscheide ich mich wie von der Verfassung vorgegeben nach meinem Gewissen.

Haben Sie denn angesichts der vielen Arbeit noch genug Zeit für Ihre Familie?

Ich war Ende der 70er Jahre, als ich in den Bundestag eingezogen bin, Geschäftsführer einer Firma. Im Rückblick bedauere ich, dass damals die Zeit für meine Familie gefehlt hat. Aber ich bin dankbar, dass meine Frau das Privatleben in Schuss gehalten hat. Und damals wie heute gilt, dass ich mir Zeit nehme, um mit meiner Familie alle eventuelle anfallenden Probleme bespreche. Und wenn ich zuhause bin, dann widme ich mich zu 100 Prozent der Familie.

Interview: Malte Arnsperger

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