Er gilt als einer der führenden Köpfe der rechten Szene - und geht. Dass Molau seinen Austritt öffentlich macht, ist für Aussteiger allerdings höchst ungewöhnlich.

Anhänger der NPD bei einer Kundgebung. Andreas Molau kehrt der rechten Szene den Rücken.© Hendrick Schmidt/DPA
Der ehemals führende NPD-Funktionär Andreas Molau hat sich von der Szene abgewendet. "Ich kann bestätigen, dass er Kontakt zu unserem Aussteigerprogramm aufgenommen hat. Er wollte aus der Szene aussteigen", sagte am Montag einer Sprecherin des niedersächsischen Verfassungsschutzes. "Für uns war wichtig, dass er sich deutlich inhaltlich von der rechten Szene distanziert." Die Verfassungsschützer stufen Molau als einen "einst führenden intellektuellen Kopf der Szene" ein.
Molau aus dem Landkreis Wolfenbüttel war Mitglied im NPD-Bundesvorstand, NPD-Spitzenkandidat im niedersächsischen Landtagswahlkampf und auch Mitarbeiter der NPD-Landtagsfraktion in Schwerin. "Ich habe eine klare Trennung vollzogen", sagte Molau dem NDR. Normalerweise würde über Ausstiegskandidaten nicht gesprochen, sagte die Sprecherin des Verfassungsschutzes. Molau sei aber von sich aus an die Öffentlichkeit gegangen. Die Verfassungsschützer sehen in dem Schritt Molaus eine Schwächung der rechten Szene.