. .
Politik in Deutschland
Schlagzeilen Themen Mobil iPad Blogs Investigativ Hefte
 
Fotocommunity
Fotocommunity

Treffpunkt für ambitionierte Amateurfotografie. Bilder hochladen und bewerten, sich mit anderen Austauschen. mehr...

Weblogs bei stern.de
Weblogs bei stern.de

Die Online-Tagebücher bei stern.de: Freie Autoren schreiben hier persönlich, direkt und eigenständig. mehr...

Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka
sternTV - Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka

Vertiefende Informationen zu der aktuellen und den vergangenen Sendungen von sternTV. mehr...

stern Investigativ
stern Investigativ

Das Recherche-Team des stern. Erfahren Sie mehr über die Recherchespezialisten und ihre Enthüllungen von Terrorismus bis Wettmanipulation. mehr...

 
24. Juli 2009, 16:51 Uhr

Zwei Atomkraftwerke melden Zwischenfälle

Gleich zwei deutsche Atomreaktoren sind am Freitag abgeschaltet worden. Es handelte sich in Lingen und Philippsburg allerdings nach bisherigen Erkenntnissen nicht um größere Störfälle. Immerhin wurde der Reaktor in Lingen per Schnellabschaltung heruntergefahren.

AKW, Atomkraftwerk, Kernkraftwerk, Lingen

Das Kernkraft Lingen im Emsland wird von RWE betrieben© David Hecker/DDP

Nach dem Pannenmeiler Krümmel ist auch das Atomkraftwerk Lingen im Emsland wegen eines Trafoschadens abgeschaltet worden. Eine Überwachungseinrichtung am Schalter eines Maschinentrafos habe das Kraftwerk in den frühen Morgenstunden vom Netz getrennt, teilte der Betreiber RWE Power am Freitag in Lingen mit. Dadurch sei eine Reaktorschnellabschaltung ausgelöst worden. Man habe den Vorfall der Stufe 0 der internationalen Störfallskala Ines zugeordnet.

Auch ein Block des Kernkraftwerks Philippsburg bei Karlsruhe wurde vom Netz genommen. Als Grund nannte der Betreiber Energie EnBW die Suche nach einem möglichen Fehler im Bereich der Maschinentransformatoren. Messungen hätten ergeben, dass die Isolationseigenschaft des Öls der Isolierkerzen eventuell vermindert sei. Der Block 2 habe vom Netz genommen werden müssen, weil während des laufenden Betriebs keine Ölproben entnommen werden könnten. Die Aufsichtsbehörde, das Umweltministerium Baden-Württemberg, sei informiert. Eine Meldepflicht bestehe derzeit nicht.

Nach Angaben eines Unternehmenssprechers ist in Longen noch unklar, warum die Überwachungseinrichtung um Freitagmorgen gegen 3 Uhr Alarm gab. Nach der genaueren Ursache der Schnellabschaltung werde noch gesucht. Die Analysen würden noch rund zwei Tage dauern, solange werde das Atomkraftwerk abgeschaltet bleiben.

Eine Sprecherin des niedersächsischen Umweltministeriums sagte, nach ersten Erkenntnissen habe ein Fehler in der Überwachungseinrichtung zu der Schnellabschaltung geführt. Beamte der niedersächsischen Atomaufsicht seien zusammen mit Experten des TÜV vor Ort, um das Ereignis zu untersuchen. Vorsorglich habe man auch den Hersteller des Maschinentrafos informiert. Dieser sei aber augenscheinlich nicht Ursache der Störung.

Der Stufenschalter, dessen Überwachungseinrichtung die Schnellabschaltung auslöste, regelt den Strom, den die Turbine des Kraftwerks über den Trafo an das Netz abgibt. Das AKW Lingen hat eine Leistung von 1400 Megawatt. Es produziert seit 1988 Strom und gehört damit zusammen mir den Reaktoren Isar 2 und Neckarwestheim 2 zu den drei jüngsten deutschen Atommeilern. Ab Januar durfte das AKW bis zu seiner Abschaltung noch eine Restrommenge von 131.000 Gigawattstunden produzieren. Eine höhere Strommenge stand nur noch dem Reaktor Neckarwestheim 2 zu.

Der Atommeiler Krümmel wurde am 4. Juli nach einem Kurzschluss in einem Trafo ebenfalls abgeschaltet worden und steht seither still. Das AKW in Schleswig-Holstein war eine Woche vor dem Störfall nach zweijähriger Reparaturpause erstmals wieder ans Netz gegangen.

Mehrheit für Atomausstieg

Angesichts der Pannenserie im Krümmel schwindet in der Bevölkerung die Unterstützung für die Atomkraft. Nur noch 39 Prozent der Bundesbürger befürworten, dass der Atomausstieg in Deutschland später als im Jahr 2021 erfolgen soll, wie das ZDF-Politbarometer ergab. Eine klare Mehrheit von 55 Prozent unterstützt dagegen den gesetzlich vorgesehenen Ausstieg bis 2021. Vor einem Jahr sprachen sich noch 54 Prozent für einen späteren Atomausstieg aus. Damals war die Diskussion von hohen Energiepreisen geprägt. Die deutschen Atomkraftwerke halten der aktuellen Umfrage zufolge 61 Prozent aller Befragten für sehr sicher oder sicher und 35 Prozent für weniger sicher oder überhaupt nicht sicher.

AP
 
 
KOMMENTARE (10 von 18)
 
bayerbienengift (25.07.2009, 10:35 Uhr)
unsere Atomindustrie ist siecher!
Was passiert eigentlich mit dem jetzt schon siffenden Atommuell in Asse oder Gorleben (Beides Salzstöcke), wenn der Meeresspiegel soweit steigt dass diese vollständig mit Wasser volllaufen. Wo ein Salzstock ist, war früher schoneinmal Meer und ist bei userem profitorientierten nullfuture wirtschaften bald wieder Meer. Wie weit wird die Brühe dann schwappen?
Unser Atommuell ist siecher!
gmathol (25.07.2009, 01:07 Uhr)
Ein kleiner Gau und die Atom-Lobby verstummt fuer immer.
Wer glaubt das Radioaktivitaet nicht gefaehrlich ist sollte ein Fass Atom-Muell in seinem Keller oder Wohnzimmer einlagern.
tobix (24.07.2009, 22:41 Uhr)
@korrekt77
Ich bin auch für eine Abschaffung der Atomkraft. Solange wir die Meiler aber nicht abschalten können (nein, ich will und kann nicht auf Strom verzichten, da wäre ich nebenbei noch arbeitslos), sollten wir es auch nicht tun.
manta (24.07.2009, 22:33 Uhr)
---
Kann "putinki" nur recht geben. Wird wohl besser sein wenn wir alle zur Subsistezwirtschaft zurückkehren. Bin mal schnell im Garten, Weizen mit der Sense ernten. Danach noch Holz hacken....
Putinki (24.07.2009, 22:28 Uhr)
Atommeiler
Man sollte sie alle abstellen und dann abends im Dunkeln sitzen und tagsüber Däumchen drehen. Das ist sicherer.
korrekt77 (24.07.2009, 21:23 Uhr)
@tobix
Einer der vier Atom-Energiekonzerne hat in England/UK Druck gemacht, damit KEINE erneuerbaren Energien gefördert werden. Sowas muss aufhören! Zukunft ist positiv, nicht radioaktiv.
korrekt77 (24.07.2009, 21:14 Uhr)
Einfach mal abschalten!
Wenn die Toilette kaputt ist (will heißen das Endlager Asse II läuft seit vielen Jahren mit Wasser voll und es bildet sich Salzlauge) - dann will die doch niemand mehr benutzen.
Einfach mal abschalten und auf Windkraft setzen. Oder Solar. Auf Zukunft setzen!
Kroko (24.07.2009, 20:43 Uhr)
Stimmt Tobix aber
Das mit der Industrie kann man regeln--Krankenhäuser können es auch.
Privathaushalte....nun mich schreckt ein Stromausfall auch im Winter nicht. Holz machts möglich. Selbst für die Holzzentralheizung benötige ich nur 4 Pumpen à 45 Watt. Einige Liter Diesel fürs kleine Stromaggregat( Im Notfall Heizöl beim Nachbarn getauscht) und es ist auch dann warm.
Da muß man sich halt nur drauf einstellen, was ich seit über 10 Jahren, den Energiekonzernen mißtrauend, auch tue. Täts jeder, hätten wir kein Problem...
Gruß
OttoB (24.07.2009, 20:28 Uhr)
Wir reden nur über die Gefahren der AKWs
Nur ein User hier dachte weiter.
Beim Geld finden es alle dramatisch wenn wir den nachfolgenden Generationen Schulden hinterlassen.
Aber über den gefährlichen Müll den diese AKWs den Generationen der nächsten 1.000.000 Jahre hinterlassen, darüber redet keiner.
Wenn mir heute jemand erzählt wir könnten alles was passieren kann vorhersagen. dann ist das ein Lügner.
Es geht hier nur um die Geldvermehrung von raffgierigen Menschen.
Das beste Beispiel der ehemalige Braunkohleabbau, Asse usw.
Wir werden von der Politik und den Medien belogen und das im Auftrag des Kapitals.
Leute denkt mal selber, in vielen Fragen.
tobix (24.07.2009, 20:17 Uhr)
Schöne Statistik
"35 Prozent[aller Befragten halten die dt. AKWs] für weniger sicher oder überhaupt nicht sicher"
.
Wie kann man nur die Werte für "weniger sicher" und "überhaupt nicht sicher" zu einem vermischen? Warum dann überhaupt die Abstufung in der Umfrage? "weniger sicher" ist für mich "es könnte vielleicht was passieren". Bei "überhaupt nicht sicher" rechne ich jederzeit mit einem Tschernobyl. Die Differenz zwischen "sicher" und "sehr sicher" dagegen ist minimal - sicher ist sicher.
.
@Kroko "ohne Strom": Das würde auch die Industrie treffen. Nebenbei haben die wenigsten Häuser eine Notstromversorgung für bspw. ihre Heizung(-spumpe)...
MEHR ZUM ARTIKEL
Nach Krümmel-Pannen Vattenfall laufen die Kunden weg

Die Pannenserie im AKW Krümmel hat offenbar eine Kündigungswelle beim Betreiber Vattenfall ausgelöst. Mehrere Ökostromanbieter melden einen kräftigen Anstieg der Neuanmeldungen seit Anfang Juli. Die Verbraucherzentrale Hamburg berichtet von zahlreichen Anfragen zum Thema Anbieterwechsel. mehr...

AKW Krümmel Vattenfall steht am Pranger

Eine Woche nach dem Störfall im Atomkraftwerk Krümmel gerät sein Betreiber Vattenfall immer stärker unter Druck. Selbst Unionspolitiker als Befürworter der Atomenergie kritisierten den Konzern. Derweil bemüht sich Vattenfall vor Ort um Schadensbegrenzung. mehr...

Umweltminister Sigmar Gabriel "Nie wieder Krümmel"

Er gibt sich siegessicher und verspricht, alles zu tun, damit das umstrittene AKW Krümmel nie wieder ans Netz geht: Während Betreiber Vattenfall weiter die Sicherheit der Anlage betont, hat Bundesumweltminister Sigmar Gabriel zur Attacke auf das Skandal-Kraftwerk geblasen. mehr...

MEHR ZUM THEMA
powered by wefind WeFind
 
Leser werben Leser

Jetzt den stern empfehlen und attraktive Prämie sichern!

 
 
 
 
 
stern - jetzt im Handel
stern (23/2012)
Rettet die Liebe