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28. Oktober 2009, 21:20 Uhr

Ostdeutsche CDU-Politiker sollen Stimme versagt haben

Mindestens neun Stimmen fehlten ihr aus dem eigenen Lager. Laut einem Medienbericht waren es mehrere ostdeutsche CDU-Abgeordnete, die bei der Kanzlerwahl nicht für Merkel stimmten. Der Grund: Sie kritisieren eine unzureichende Berücksichtigung ostdeutscher CDU-Politiker im neuen Kabinett.

Merkel, Abweichler, Kanzlerwahl

War der's? Oder der? Mehrere Abgeordnete verweigerten Merkel ihre Stimme© Andreas Rentz/Getty Images

Mehrere ostdeutsche CDU-Abgeordnete haben Angela Merkel bei der Kanzlerwahl im Bundestag offensichtlich die Stimme verweigert. Ein thüringischer Parlamentarier, der nicht genannt werden wollte, sagte der "Hannoverschen Allgemeine Zeitung", dass dies eine Reaktion auf die mangelnde Vertretung von Ostdeutschen in der neuen schwarz-gelben Regierung gewesen sei. "Die Empörung über das neue Personaltableau von Schwarz-Gelb ist groß", sagte der Abgeordnete, der Merkel nicht gewählt hatte. "Dieses westdeutsche Kartell dient sicherlich nicht dem Zusammenwachsen Deutschlands."

Bei der Abstimmung votierten am Mittwoch 323 der 612 anwesenden Abgeordneten für Merkel. Insgesamt haben Union und FDP aber 332 Abgeordnete, so dass ihr mindestens neun Stimmen aus dem eigenen Lager fehlten. In Merkels Kabinett ist kein Minister und keine Ministerin aus Ostdeutschland vertreten, lediglich Merkel selbst ist in der früheren DDR aufgewachsen.

Auf dem kleinen CDU-Parteitag, bei dem der Koalitionsvertrag am Montag abgesegnet worden war, hatte es bereits Kritik an der geringen Berücksichtigung ostdeutscher CDU-Politiker gegeben. So beschwerte sich der sächsische Abgeordnete Arnold Vaatz über eine mangelnde Beteiligung der Ostdeutschen an den Koalitionsverhandlungen und wies darauf hin, dass die Ostdeutschen mit 45 Abgeordneten genau so stark seien wie die CSU-Landesgruppe, die im neuen Kabinett mit drei Ministern vertreten ist.

DPA
 
 
KOMMENTARE (2 von 2)
 
raptor-xl (29.10.2009, 09:29 Uhr)
bei aller liebe...
aber wenn der osten immer das leid der benachteiligung singt, geht es einem auch auf den zeiger. ja, die arbeitslosigkeit ist hoch und auch die gehälter sind noch nicht angepasst. aber kann sich einer auch mal an das erfreuen, was schon geschaffen wurde? egal in welcher stadt man auch ist. besorgt euch dort bilder von vor 89 und vergleicht diese stelle dann mit dem heutigen eindruck. ganze städte, wo die altstädte verrottet waren, es durchregenete, material zur reparatur fehlte, putz von den wänden fiel, balkone wegen einsturzgefaht gesperrt waren und im kontrast einzig dazu plattenbauten als arbeiterschließfächer, wo jegliche gestaltung zu einem annehmbaren leben fehlte. kaum gastronomie, ein supermarkt mit wenig angebot und wenn man glück hatte, ein kino. das bild dort war ebendo trist wie die aus 100% kunststoff bestehende kittelschürze, welche arg hässlich war, aber von 70% aller frauen getragen wurde.
es ist schade, wie schnell dieses alles vergessen wurde. das man sich daran nicht erfreuen kann und immer nur meckert, was man noch alles haben will.
ohne wiedervereinigung würde manch eine innenstadt gar nicht mehr stehen. sie wären bis heute schlicht unbewohnbar gewesen oder schon von allein zusammengefallen.
oppenwehe (29.10.2009, 00:41 Uhr)
fehlende Stimmen
Welch ein Wunder, dass die Ostdeutschen ihr die Gefolgschaft verweigern: Die massiven Schulden, die Angela Merkel gerade auf die Kommunen verteilt, treffen die ostdeutschen Kommunen äußerst hart. Vergesst bitte nicht: Ihr habt auch Guido gewählt. Und der hat mit den Steuersenkungen den Ruin der Kommunen durchgesetzt. Weil der Wähler es so wollte.
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