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28. Februar 2009, 10:54 Uhr

Behandlung nur bei Barzahlung

Der erbitterte Honorarstreit zwischen Ärzten und Kassen verschärft sich: Immer mehr Mediziner verlangen aus Angst vor massiven Verlusten von ihren Patienten Vorkasse für eine Behandlung. Die Bundesregierung droht mit dem Entzug der Zulassung.

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Fachärzte protestieren - wie hier in Würzburg - gegen die neuen Honoraregeln© DPA/Daniel Karmann

Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt hat Ärzte scharf kritisiert, die gesetzlich Versicherte nur noch gegen Vorkasse behandeln. "Wer als Vertragsarzt von Patienten Vorkasse verlangt, verhält sich eindeutig rechtswidrig", sagte die SPD-Politikerin laut "Bild"-Zeitung. Sie appellierte demnach an die Kassenärztlichen Vereinigungen oder die Landesaufsicht, solche Vorgehensweisen zu stoppen.

Hintergrund ist ein erbitterter Streit um die Honorar-Erhöhung um zehn Prozent zu Jahresbeginn, die wegen Bezugs auf die Vergütungen des Jahres 2007 statt 2008 nur bei 1,2 statt erwarteter 3 Millionen gelegen habe. Da viele Praxen nun riesige Umsatzeinbußen befürchteten, behandelten sie häufig nur noch gegen Vorkasse. Schmidt riet den Patienten, keine Vorkasse-Vereinbarung zu unterschreiben, sondern sich bei ihrer Krankenkasse zu melden. BKK-Bundesverband-Sprecherin Christine Richter sagte der Zeitung zufolge: "Es kann nicht sein, dass Versicherte abkassiert werden und allen Beteiligten ein Riesenaufwand entsteht." Der Chef der Kaufmännischen Krankenkasse Ingo Kailuweit erklärte, es sei nicht hinnehmbar, Patienten als Druckmittel für Honorarforderungen zu missbrauchen: "Ein Kassenarzt, der die Behandlung verweigert, schadet dem Berufsstand." Auch Roland Stahl von der Kassenärztlichen Bundesvereinigung betonte, alle Leistungen auf der Versichertenkarte stünden den Patienten zu. "Die Ärzte dürfen das Vertrauen der Patienten nicht verspielen."

Praxisschließungen als Druckmittel

Die Ärzteschaft hat nach einem Bericht der "Süddeutschen Zeitung" für das Wahljahr 2009 zudem flächendeckende Proteste und Praxisschließungen angekündigt, um ihre Honorarforderungen durchzusetzen. Es solle Druck auf die Politik ausgeübt werden, falls die Forderungen der Ärzte im Streit um die Honorarreform nicht durchgesetzt werden könnten. Das gehe aus einer internen Präsentation der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) hervor.

Die Organisation will in mehreren Schritten vorgehen und droht mit einer maximalen Eskalation vor der Bundestagswahl im September. Der erste Teil des von KBV-Chef Andreas Köhler am 10. Februar intern präsentierten Plans sieht eine umfangreiche Medienkampagne vor. Die Ärzte wollen eine breite Debatte über Rationierung im Gesundheitssystem anstoßen.

Der Öffentlichkeit soll klar gemacht werden, dass wegen der mangelhaften Finanzierung nicht mehr alle medizinisch notwendigen Leistungen erbracht werden können. Die Ärzte könnten gezwungen sein, manche Patienten vordringlich und andere erst später zu behandeln. Um die Debatte zu verstärken, soll es der Präsentation zufolge vereinzelte Protestaktionen geben.

An die Mediziner ergehe zudem die Aufforderung der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, Wartelisten anzufertigen. Patienten und der Öffentlichkeit solle so deutlich gemacht werden, wie schlecht es um die Versorgung der Kranken bestellt wäre, wenn die Ärzte Dienst nach Vorschrift machten und nicht zusätzliche Stunden ohne Bezahlung arbeiteten. In der zweiten Stufe mit der Überschrift "Maximale Eskalation vor dem Hintergrund der Bundestagswahl 2009" sollen die Vorstände aller 17 regionalen Kassenärztlichen Vereinigungen und die der Bundesorganisation ihre Ämter niederlegen.

Damit der Paukenschlag gelingen kann, muss er nach Köhlers Vorstellung zunächst intensiv vorbereitet werden. Mit den Rücktritten stünde die eine Hälfte der Selbstverwaltung aus Ärzten und Krankenkassen von einem Tag auf den anderen ohne Führung und politischen Ansprechpartner da. Zugleich sollen die Fachverbände Köhlers Vorgaben nach in den Wochen vor der Bundestagswahl die Ärzte dazu aufrufen, ihre Praxen flächendeckend zu schließen. Ebenso flächendeckend soll es zusätzlich zu Protestaktionen kommen.

Verhandlungen unterbrochen

Derzeit verhandeln Ärzte und Krankenkassen, allerdings haben sich die Kontrahenten noch nicht auf ein überarbeitetes Konzept für die Vergütung der 140.000 niedergelassenen Mediziner verständigt. Nach mehreren Stunden wurden die Verhandlungen am Freitagabend vertagt, wie die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) und der Spitzenverband der gesetzlichen Krankenkassen in Berlin mitteilten. Als Zwischenlösung zur Beruhigung der aufgebrachten Mediziner verständigten sich beide Seiten allerdings darauf, die Umstellungsphase auf das neue System auszuweiten.

Ärzte und Kassen in den Regionen sollten größere Spielräume erhalten, erläuterte KBV-Sprecher Roland Stahl. Ärzten, die übermäßig von der zu Jahresanfang in Kraft getretenen Reform profitierten, sollte etwas von ihren Zugewinnen abgezweigt werden zugunsten stark benachteiligter Mediziner. Dies komme einer Art Rettungsschirm für die Praxen gleich. Ärzte und Kassen wollen am 17. März ihre Verhandlungen fortsetzen.

Ärzte verärgert über neue Regelung

Hintergrund des Streits ist der teils heftige Unmut einzelner Mediziner über die seit Januar geltende neue Vergütung. Zwar erhalten die 140.000 Ärzte insgesamt drei Milliarden Euro und damit zehn Prozent mehr Geld aus Beiträgen der gesetzlich Krankenversicherten. Durch die neue Verteilung klagen Arztgruppen in einigen Regionen aber über Verluste - allen voran Fachärzte in Schleswig-Holstein, Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg und Bayern. Aus Protest behandeln einige ihre Patienten nur noch gegen Sonderzahlungen oder Vorkasse. Bundesregierung und Kassen haben ihnen deswegen mit dem Entzug der Zulassung gedroht.

Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) kritisiert, von den zugesagten zusätzlichen drei Milliarden seien bisher lediglich zwei Milliarden Euro angekommen. Der Grund sei unter anderem, dass als Bezugsgröße für den Zuwachs das Jahr 2007 herangezogen wurde. Die KBV will nun erreichen, dass mehr ärztliche Leistungen zusätzlich vergütet werden, etwa ambulante Operationen und Maßnahmen zur Krankheitsvorbeugung. Auf diese Weise sollen vor allem kleine Praxen vor Verlusten bewahrt werden.

Der Vizechef des Spitzenverbandes der Kassen, Johann-Magnus von Stackelberg, schloss eine Aufstockung der Honorarsumme aber aus. "Mehr Geld als bereits im vergangenen Jahr vereinbart kann es aus den Portemonnaies der Beitragszahler nicht geben", sagte er. Sein Verband helfe aber gerne dabei, die innerärztlichen Probleme bei der Verteilung der Honorare zu lösen.

DPA/Reuters/AP
 
 
KOMMENTARE (10 von 42)
 
onkel.erwin (02.03.2009, 23:42 Uhr)
Ganz klar, dollesache,
die von Ihnen beschriebene Entwicklung ist in den letzten fünf Jahren auch so fein säuberlich eingefädelt worden. Es stehen dem nur noch zwei Dinge im Wege: die kassenärztlichen Vereinigungen als Institutionen des öffentlichen Rechts, denen die Sicherstellung der öffentlichen Versorgung obliegt, und die Zulassungsbeschränkung, die die Konkurrenz niederhalten soll. Aber beiden Hürden werden in den nächsten zwei Jahren fallen, ich bin sicher, und dann ist Hauen und Stechen angesagt. Aber: auch Ärzte können sich zusammenschließen, GmbH´s bilden, anstellen und Einkauf und Marketing organisieren und müssen sich nicht zwangsläufig der Industrie ausliefern.
dollesache (02.03.2009, 20:55 Uhr)
Knilch
Es ist doch ganz einfach. Wenn man jede Form der Kontrahierung aufhebt und eine reine Basisversorgung überläßt und gleichzeitig den wirklichen Markt von Angebot und Nachfrage ausruft, dann werden in den Städten die Praxis in einem ruinösen Preiswettbewerb zugrunde gehen. Ausnahme wäre, wenn über die economies of scale Konstrukte entstünden mit einer entsprechenden Grösse, um am Markt bestehen zu können. Betriebswirtschaftlich ist die Einzelpraxis ein Tante Emma Laden der von den Bildfläche der Versorgung verschwinden wird. Kettenbildung in der Versorgung, Aktiengesellschaften oder Banken werden den Markt aufteilen. Nicht zuvergessen die Pharmakonzerne die jetzt schon darauf warten Ärzte anzustellen. Wenn man sich die Geschichte der Ärzteschaft anschaut, existieren sie als nennenswerte Umsatzgröße erst mit der Einführung der Sozialversicherungspflicht. In den 20, 30, 40, 50 Jahren waren die Arzteinkommen extrem niedrig. Wenn man heute die Zahl der Leistungsanbieter auf den Stand von 1970 zurückführen würde, würde sich in der Versorgung keine Lücke auftun, wenn ma die Leistungen an der unteren Grenze der Leistungsscala ansiedeln würde. Es gibt kein Geschäft das eine Existenzgarantie hat. Das gilt auch für Ärzte. Das wäre dann Markt. Die
desaströsen Entwicklungen am Kapitalmarkt und in der Realwirtschaft werden auch an den Ärzten nicht vorbei gehen. Ich rate den hier schreibenden Ärzten sich das Geschäftsmodell von Rhön anzuschauen. Dann wissen sie wohin die Reise geht. In den nächsten Jahren werden die derzeitigen Medizinstudenten die zu 70% aus Frauen bestehen, sicherlich nicht in die Selbsständigkeit streben, sondern aufgrund der anderen Lebensplanung in die Anstellung. Die Frage wer sie anstellt ist sehr schnell beantwortet.
Dr_Dolittle (02.03.2009, 17:17 Uhr)
@ Knilch_59 Zahlungsmoral
Die aktuelle Zahlungsmoral der Kassen und der Kassenärztlichen Vereinigung kann schlechter nicht sein. Ich habe auf Basis des 2005 als "betriebswirtschaftlich" kalkulierten Punktwertes bis zu 70% meiner Leistungen umsonst erbracht. Legal enteignet nenne ich das. Demgegenüber ist der Zahlungsausfall bei den Privatpatienten im niedrigen einstelligen Prozentbereich tatsächlich vernachlässigbar.
Und nicht gezahlte Rechnungen dürfen bei der Schufa eingetragen werden, die Umsonst-Arbeit im KV-Bereich verdunstet einfach.
knilch_59 (02.03.2009, 09:20 Uhr)
@Dr_Dolittle – Nachtrag:
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Seien Sie nur vorsichtig mit ihren Direkt-Abrechnungen. Bis jetzt haben die Ärzte nur geringe Probleme mit schlechter Zahlungsmoral. Wenn die Horden der Überschuldeten, gewohnheitsmäßigen Nichtzahler, Cleverles und Überforderten jetzt anfangen müssen, sich um Arztrechnungen zu kümmern, kommt auf die Praxen ein ruinöses Inkassorisiko zu. Also – hüten Sie sich im eigenen Interesse, das Kind mit dem Bade auszuschütten.
knilch_59 (02.03.2009, 09:15 Uhr)
@Dr-Dolittle, @dollesache
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@Dr-Dolittle: hatte ich schon geschrieben – in meinem Beitrag von 01.03., 20:40 Uhr. Es ist okay, dass es solche Leistungsnachfrager und –Anbieter gibt, aber eben nicht im System der gesetzlichen Kassen. Ich komme ja auch nicht auf die Idee, bei ALDI nach Feinkostware und Designerklamotten- und Möbeln zu suchen. Und genau wie sich der Händler entscheiden muss, in welchem Segment er sich positioniert, sollte das auch der Arzt müssen: entweder nur gesetzlich, oder nur privat!
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@dollesache: Bitte gehen Sie zurück zu meinem Beitrag vom 28.02., 12:40 Uhr. Ursprünglich war den Kassen so etwas wie Selbstverwaltung zugestanden worden, das war keine schlechte Idee! Ein Leistungskatalog, der kraft Gesetzes erbracht werden muss, Annahmezwang und Behandlungssteuerung über Fallmanager, die im Zweifelsfall den Arzt zuweisen, Behandlungs- und Therapievereinbarungen mit Ärzten und Patienten (oder deren Vormündern) treffen und deren Einhaltung kontrollieren. Ärzte, die die Servicestandards nicht einhalten, werden eben ausgelistet und Patienten, die sich nicht an Therapievereinbarungen halten, werden sich gewisse Zwangsmaßnahmen gefallen lassen müssen. Über die Angemessenheit dessen, was die Fallmanager vorschlagen, entscheidet im Zweifelsfall der Rechtsweg mit Widerspruchsverfahren und Sozialgerichten, wobei die Verfahren dort noch beschleunigt werden müssen: keine Instanz über 4 Wochen!
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Kassen kümmern sich um die Versorgung, Patienten kümmern sich um ihre Gesundheit (statt primär um die Behandlung), und schon geht es auch ohne Rationierungen. Genug Geld ist da – man muss sich nur gezielt darum kümmern, dass sich nicht die Parasiten daran den Schnabel feucht halten!
dollesache (02.03.2009, 07:46 Uhr)
Keinen Rationierung
an knilch_59
Sie sagen,dass es auch ohne Rationierung geht. Wenn derjenige der bestellt bezahlt, fragen sie doch mal ein Kind oder einen der Nichtbeitragsleister( 20.000.000 Personen)wie das geht. Das Problem sind selbstverständlich auch die Leistungsanbieter, die sich ihre Nachfrage schaffen. In der Dreiecksbeziehung zwischen Arzt, Kasse und Patient tauchen immer Mitnahmeeffekte( Moral Hazard) auf.
Da wir in Deutschland,was die verfügbaren Einkommen angeht,zu den Schlußlichtern in Westeuropa gehören, bin ich gespannt wie es weiter geht.Im übrigen ist ein geringes Einkommen und der damit einhergehende Verzicht ist auch eine Form der Rationierung.
Dr_Dolittle (01.03.2009, 23:47 Uhr)
@ Knilch_59
Wenn Sie akzeptieren, daß die gesetzlichen Krankenkassen nur ausreichende und notwendige Leistungen erstatten, dann müssen Sie auch akzeptieren, daß es Patienten gibt, die aus welchen Gründen auch immer, gute, sehr gute oder sogar optimale Leistungen beanspruchen. Im aktuellen Honorarsystem ist diese Differenz nicht abbildbar und der Unterschied ist den meisten Patienten auch nicht klar. Deswegen bin ich für Direktabrechnung. Der Patient kann auf Basis eines Kostenvoranschlages vorher wie im richtigen Leben alle Fragen klären. Und weil Direktabrechnung für Transparenz sorgt (ist übrigens bereits seit 2004 verbrieftes Recht jedes Kassenmitgliedes) wird sie von den Kassen auch abgelehnt und von der Presse totgeschwiegen oder verunglimpft.
knilch_59 (01.03.2009, 20:40 Uhr)
@Dr_Dolittle
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„Es ist Aufgabe des Arztes den Patienten bestmöglich zu behandeln.“ – Stimmt nicht – jedenfalls nicht im System der Gesetzlichen Kassen: dort geht es um eine angemessene Behandlung – nicht nur um eine Grundversorgung, aber eben auch nicht um das Optimum. Nicht jede Krankheit ist lebensbedrohlich, nicht jede Behandlung wirklich nötig. Arzt sollte für sich selbst entscheiden, wie man arbeiten möchte. Bestimmte Exzesse haben im System der Gesetzlichen Kassen eben keinen Platz. Dem entsprechend sollte man auch von einem Kassenarzt erwarten, dass er auch loyal zu dem System steht, das ihn ernährt.
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Das System gibt der einzelnen Praxis ganz schön viel Geld: durchschnittlich über 250.000 € / Jahr. Mit einer effizienten Praxisorganisation, kleinen Wartezimmern und guten Verbünden und Netzwerken von Ärzten, die in Kooperation arbeiten, lassen sich noch viele Synergiepotenziale heben. Aber das würde bedeuten, dass der Arzt die Lufthoheit über die Kunden/Patienten verliert – und das gilt es zu vermeiden!
Dr_Dolittle (01.03.2009, 19:59 Uhr)
@knilch_59
Es ist nicht Aufgabe des Arztes je nach Kassenlage mal mehr mal weniger zu rationieren. Es ist Aufgabe des Arztes den Patienten bestmöglich zu behandeln. Die Unzulänglichkeiten des Umverteilungssystems fallen nicht in den Verantwortungsbereich des Arztes. Denken Sie doch mal zu Ende:
Soll sich der Arzt an seinen Praxiseingang stellen und wie vor 60 Jahren mit dem Daumen mal nach oben mal nach unten triagieren, wer in den Genuß seiner Behandlung kommen darf?
Der Patient muß sicher sein können, vom Arzt eine optimale Therapieempfehlung zu erhalten. Er kann erwarten auf eventuelle Kostenerstattungsrisiken hingewiesen zu werden, aber es ist Sache der Kasse nach Kassenlage zu entscheiden ob sie dem Patienten das Geld erstattet oder nicht. Dafür haben sie einen medizinischen Dienst. Und Sache des Kassenzwangsmitgliedes (und da vor allem der Gesunden) ist es darauf zu achten, ob die Kasse mit dem zwangsweise anvertrauten Geld auch richtig umgeht. Und da darf man sich als Patient auch fragen, ob man lieber in guten Zeiten einen Zuschuß zum Wellness erhält oder dann wenn es drauf ankommt die beste Therapie.
knilch_59 (01.03.2009, 16:49 Uhr)
@onkel.erwin; @Dr_Dolittle
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@Dr_Dolittle: es ist NICHT legitim, dass der Arzt „VOR Ende seines Budgets“ zu Lasten eben dieser Kasse NICHT medizinisch notwendige Leistungen erbringt. Der Rahmen der Versorgung hat sich am Notwendigen (nicht am Wünschenswerten) zu orientieren. Und dann würde das Budget vermutlich im Umkehrschluss auch länger reichen!
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@onkel.erwin: Ja, es geht noch. Von mir aus kann ja jeder essen und trinken, was er/sie will. Asthmatiker sollen rauchen dürfen und Allergiker jeden Tag neu ausprobieren, ob sie immer noch allergisch sind. Die Frage ist nur, inwieweit die Behandlungskosten, die sich daraus ergeben, der Allgemeinheit (sprich: den Kassen) auferlegt werden dürfen. Rechtfertigt die Tatsache, dass man ja Beiträge bezahlt, tatsächlich, zu tun was man will? Ich glaube, dass die Versichertengemeinschaft gegen den Einzelnen einen Anspruch au therapiegerechtes Verhalten hat – und wenn der/die das nicht zu erbringen bereit ist, dürfen durchaus die Leistungen gekürzt oder auch Zwangsmaßnahmen eingeleitet werden.
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Wir haben ein Super-Gesundheitswesen, dessen Finanzierbarkeit allerdings an Grenzen stößt. Mit etwas (erzwungenem) gutem Willen aller Beteiligten können wir uns das auch bis auf Weiteres erhalten!
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