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29. April 2009, 12:01 Uhr

Anschlag während Steinmeier-Besuch

Auf die in Afghanistan stationierte Bundeswehr ist ein Selbstmordanschlag verübt worden. Offenbar sind fünf Soldaten bei dem Terrorakt der Taliban nahe Kundus verletzt worden. Außenminister Frank-Walter Steinmeier war am Morgen in der afghanischen Hauptstadt Kabul eingetroffen.

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Die vierte Afghanistan-Reise seiner Amtszeit: Außenminister Frank-Walter Steinmeier© Sebastien Pirlet/Reuters

Während des Besuchs von Bundesaußenminister Frank- Walter Steinmeier in Kabul sind bei einem Selbstmordanschlag im nordafghanischen Kundus fünf deutsche Soldaten leicht verletzt worden. Das teilten die Bundeswehr und der Gouverneur der Provinz Kundus, Mohammad Omar, übereinstimmend mit. Nach Angaben der Bundeswehr sprengte sich der Attentäter am Mittwoch gegen 11 Uhr Ortszeit (8.30 MESZ) neben einer Patrouille rund 15 Kilometer südlich von Kundus-Stadt in einem Auto in die Luft. Ein gepanzertes Fahrzeug wurde stark beschädigt. Die radikalislamischen Taliban bekannten sich zu dem Anschlag.

Ein Taliban-Sprecher sagte, ein Kämpfer der Aufständischen namens Nasratullah habe sich in einem Auto neben zwei Bundeswehr-Fahrzeugen in die Luft gesprengt. Alle deutschen Soldaten in den Fahrzeugen seien getötet worden. Angaben der Taliban zu Opfern bei ihren Anschlägen sind hochgradig unzuverlässig. Gouverneur Omar sagte, Zivilisten seien bei der Detonation nicht zu Schaden gekommen. Von dem Attentäter seien nur noch die Füße gefunden worden.

Als Reaktion auf die massive Truppenverstärkung besonders der Amerikaner in Afghanistan hatten die Taliban am Mittwoch eine landesweite Offensive angekündigt. Die "starke und robuste" Operation "Nasrat" (Unterstützung) werde an diesem Donnerstag beginnen, hieß es in einer Mitteilung des Vizechefs der Taliban, Mullah Brodar Akhund. "Das Ziel der Operation werden Militärbasen der Invasoren, diplomatische Zentren, Militärkonvois, Vertreter der Marionettenregierung und Parlamentsabgeordnete sein."

Steinmeier sagt Afghanistan Hilfen zu

Am Dienstagmorgen hatte Steinmeier weitere Hilfe beim Wiederaufbau des Landes zugesagt. "Wir wollen dafür sorgen, dass das afghanische Volk nach vielen Jahren des Krieges und des Bürgerkrieges wieder auf die Beine kommt", sagte der Außenminister nach einem Treffen mit Präsident Hamid Karsai in Kabul. Im Kampf gegen den Terrorismus sprach sich Steinmeier für eine "regionale Lösung" aus, in die auch die benachbarte Atommacht Pakistan einbezogen werden müsse. "Solange das nicht der Fall ist, werden auch unsere Bemühungen in Afghanistan nur begrenzt erfolgreich sein."

Das pakistanische Grenzgebiet zu Afghanistan dient Extremisten als Rückzugsraum. Aufständische greifen von dort aus immer wieder Ziele in Afghanistan an. Der britische Premierminister Gordon Brown hatte das Grenzgebiet am Montag bei einem Besuch in Kabul als "Schmelztiegel des Terrorismus" bezeichnet. Auch in Pakistan gewinnen die Taliban zunehmend an Macht. Karsai und sein pakistanischer Amtskollege Asif Ali Zardari werden in den kommenden Tagen zu einem Gipfeltreffen mit US-Präsident Barack Obama nach Washington reisen.

Karsai bedankte sich nach dem 45-minütigen Treffen mit Steinmeier für die deutsche Unterstützung seit dem Sturz des Taliban-Regimes Ende 2001. Afghanistan sei "sehr glücklich" über den deutschen Beitrag zum Wiederaufbau und zur Stabilisierung des Landes. Steinmeier (SPD) war am Mittwoch zu einem aus Sicherheitsgründen bis zuletzt geheim gehaltenen Besuch in Afghanistan eingetroffen. Erst vor drei Wochen war Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) in Afghanistan. Merkel besuchte die deutschen Truppen im Norden des Landes. Auf Gespräche mit der Regierung in Kabul verzichtete sie. Derzeit sind in Afghanistan etwa 3800 deutsche Soldaten stationiert.

DPA
 
 
KOMMENTARE (10 von 12)
 
Westerle.Merkwelle (29.04.2009, 16:11 Uhr)
In Gedanken bei den verletzten deutschen Soldaten
Nach dem Anschlag auf die Bundeswehr, bei denen 5 Soldaten verletzt worden sind, erklärt der Vorsitzende der Bundestagsfraktion DIE LINKE, Gregor Gysi:
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"Unsere Gedanken sind bei den verletzten deutschen Soldaten und ihren Angehörigen. Wir hoffen, dass die Soldaten bald wieder gesund werden.
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Nachdem mittlerweile auch der amerikanische Präsident Obama erklärt hat, dass der Krieg in Afghanistan nicht zu gewinnen ist, fordert DIE LINKE erneut den Abzug der Bundeswehr aus Afghanistan.
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Mittels Krieg verschärft sich der Terror, ziviler Aufbau kann so nicht erfolgreich sein." ( Quelle: die-linke.de)
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Diesen Aussagen kann ich nur beipflichten. Deutschland hat in Afghanistan nichts zu suchen!
Westerle.Merkwelle (29.04.2009, 15:00 Uhr)
Im Irak gehts ums Öl, in Afghanistan und Georgien um die Erdgaspipeline
Die USA haben die Welt mehrfach belogen bzgl. der Bedrohungen durch Bin Laden und Saddam Hussein und dies zum Vorwand genommen, um Krieg anzuzetteln. ([url]http://www.tagesschau.de/ausland/irakstudie2.html[/url]). Es gibt so gut wie kein historisches Beispiel, welches widerlegt, dass die USA immer nur dort in der Welt auftauchen, wo es Rohstoffe zu erobern gibt. Menschenrechte sind da zweit- oder gar drittrangig. Warum also sind deutsche Soldaten in Afghanistan?
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Ein britischer General, ein zu Zeiten des kalten Krieges bekannter kalter Krieger namens Jürgen Todenhöfer (sueddeutsche.de/politik/441/312356/text/) und die Linke sowieso - sie alle sagen: Der Krieg ist nicht zu gewinnen bzw. die Bundeswehr hat in Afghanistan nichts zu suchen und die Soldaten sollten nach Hause kommen.
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In Afghanistan geht es zwar nicht um Öl, aber um die militärische Sicherung einer Erdgas Pipeline, die die amerikanische Firma Unicol hat bauen lassen. Und nun raten Sie mal, welche Afghanischen - und US- Politiker lukrative Jobs bei dieser Firma hatten bzw. haben. (Quelle: michaelmoore.com/warroom/f911notes/index.php?id=20 )
balldurian (29.04.2009, 14:45 Uhr)
Wo vor kurzem noch leichter gewitterdonner in schlachtfeldnähe ausreichte ...
... das repertoire der fluchterfahrungen einer 'FDJ-Pionierin' zu inkrementieren , steht Steinbeissers entscheidung die stellung bis zum letzten schuss zu halten immerhin für gewachsenere deutsche tugenden ...
undueberhaupt (29.04.2009, 14:24 Uhr)
@FleurdeLis
Aber sonst können Sie noch alles essen und trinken und haben kein Fieber?
Also die Jungs, wie auch die Steinlaus müssen da immer mit einer C-160 raus. Nun wünsche ich der Taliban alle AIM-9 dieser Welt das das mal endlich klappt. Zu Hause benutze ich auch immer ne Fliegenklatsche.
benq (29.04.2009, 13:48 Uhr)
Unsere Soldaten müssen abgezogen werden!
Wer zufällig Frontal21 gesehen hat, der weiß, dass unsere Soldaten kein Wiederaufbau leisten, sondern jeden Tag um ihr eigenes Überleben kämpfen. Die Soldaten sind nur noch damit beschäftigt sich selbst zu schützen. Der Kontakt zu den Zivilisten ist schon lange nicht mehr gegeben.
Auf Kosten unserer Soldaten die Nato ruhig zu stellen ist eine Schande. War das ein Wählerfang-Besuch? Wenigstens hats Steinmeier hautnah miterlebt. Unere Truppen sind sinnlos und auf Kosten der Steuerzahler dort, sie riskieren jeden Tag für nichts ihr Leben!
severit (29.04.2009, 12:42 Uhr)
Bundeswehr raus aus Afghanistan!
Nicht zu verstehen, warum das von der Bevölkerung alles so schweigend hingenommen wird.
Unsere Soldaten sind an einem völkerrechtswidrigen Krieg beteiligt bei dem es ausschließlich um die Interessen bestimmter Großkonzerne geht.
Kein Blut für Profite!
endbenutzer (29.04.2009, 12:36 Uhr)
Komisch.
Hätte es sich um eine andere Person als Steinmeier gehandelt, wäre diese Meldung nicht so weit unten platziert. Schon seltsam...
Gisella (29.04.2009, 12:10 Uhr)
na, klar-wieder
sichern wir diesem Karzei Hilfe zu-dafür sprengen die dann unsere "Helfer" sprich Bundeswehr -Angehörige in die Luft. Raus , aus diesem Land. Wir haben kein Geld mehr für diese Kriegsspiele.Und-es ist absolut nicht unser Krieg.
FleurdeLis (29.04.2009, 11:59 Uhr)
Wozu?
Warum müssen dt. Regierungsvertreter immer nach Afghanistan reisen? Sie könnten sich mit afgh. Counterparts doch auf woanders treffen? So bringen sie nur sich selbst und ihre Delegationsmitglieder sowie die Personenschützer völlig unnötig in Gefahr. Oder will man im Wahljahr als besonders mutig dastehen? Sicher besucht er auch wieder unsere Soldaten dort, aber die können sich von einem Ministerbesuch auch nix kaufen.
Westerle.Merkwelle (29.04.2009, 10:15 Uhr)
Im Irak gehts ums Öl, in Afghanistan und Georgien um die Erdgaspipeline
Die USA haben die Welt mehrfach belogen bzgl. der Bedrohungen durch Bin Laden und Saddam Hussein und dies zum Vorwand genommen, um Krieg anzuzetteln. ([url]http://www.tagesschau.de/ausland/irakstudie2.html[/url]). Es gibt so gut wie kein historisches Beispiel, welches widerlegt, dass die USA immer nur dort in der Welt auftauchen, wo es Rohstoffe zu erobern gibt. Menschenrechte sind da zweit- oder gar drittrangig. Warum also sind deutsche Soldaten in Afghanistan?
Ein britischer General, ein zu Zeiten des kalten Krieges bekannter kalter Krieger namens Jürgen Todenhöfer (sueddeutsche.de/politik/441/312356/text/) und die Linke sowieso - sie alle sagen: Der Krieg ist nicht zu gewinnen bzw. die Bundeswehr hat in Afghanistan nichts zu suchen und die Soldaten sollten nach Hause kommen.
In Afghanistan geht es zwar nicht um Öl, aber um die militärische Sicherung einer Erdgas Pipeline, die die amerikanische Firma Unicol hat bauen lassen. Und nun raten Sie mal, welche Afghanischen - und US- Politiker lukrative Jobs bei dieser Firma hatten bzw. haben. (Quelle: michaelmoore.com/warroom/f911notes/index.php?id=20 )
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