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2. Februar 2008, 10:19 Uhr

Nato sähe Deutsche gern im Süden

Die deutliche Forderung der USA nach einem Einsatz der Bundeswehr im gefährlichen Süden Afghanistans stößt bei Nato-Generalsekretär auf Missfallen - und doch teilt er die Meinung der Amerikaner: Die vorbildliche Arbeit der Deutschen könne man auch woanders gebrauchen.

Bundeswehr in Afghanistan: Gates hat die Argumente gegen einen deutschen Einsatz im Süden selbst geliefert© Daniel Roland/AP

Nato-Generalsekretär Jaap de Hoop Scheffer hat sich erneut dafür ausgesprochen, den Einsatz der Bundeswehr in Afghanistan auszuweiten. Deutschland leiste als Führungsnation im Norden vorbildliche Arbeit, sagte de Hoop Scheffer der "Bild am Sonntag". "Aus meiner Sicht könnte die internationale Schutztruppe natürlich auch anderswo in Afghanistan mehr davon gebrauchen."

Der Generalsekretär wies Befürchtungen zurück, nach denen die Bundeswehr nicht ausreichend auf einen Kampfeinsatz im Norden des Landes vorbereitet ist. "Ich habe keinen Zweifel, dass eine deutsche schnelle Eingreiftruppe für ihren Auftrag optimal ausgerüstet und ausgebildet sein wird." Zugleich sagte er, dass Streitkräfte benötigt würden, die das Spektrum von der Friedenserhaltung bis zum Kampfeinsatz abdeckten. "Und wir brauchen Streitkräftestrukturen, die so beschaffen sind, dass insgesamt mehr Soldaten für Auslandsmissionen bereitgestellt werden können", wird der Generalsekretär zitiert.

Die Bundeswehr leiste bereits viel

De Hoop Scheffer hatte bereits kurz vorher die Hoffnung geäußert, dass Deutschland das Engagement in Afghanistan ausweitet. "Ich hoffe, dass Deutschland positiv auf die Forderung Kanadas nach einer Verstärkung der Präsenz antwortet", sagte er nach einem Treffen mit dem französischen Staatspräsidenten Nicolas Sarkozy in Paris. Allerdings sei er Realist und glaube, dass die Bundeswehr viel leiste.

Als wenig hilfreich bezeichnete de Hoop Scheffer den eindringlichen Brief von US-Verteidigungsminister Robert Gates, in dem dieser von Berlin die Ausdehnung des Bundeswehreinsatzes auf den umkämpften Süden des Landes verlangt. "Wir müssen mehr tun, aber es hilft nicht, dies öffentlich zu tun. Dadurch wird der Erfolg, den wir in Afghanistan haben, nur verdeckt." Das Mandat für die Bundeswehr erlaubt 3500 Soldaten und begrenzt den Einsatz auf den Norden des Landes, der weniger riskant ist als der Süden. Derzeit sind 3200 Bundeswehrsoldaten in Afghanistan.

Der Staatsminister im Auswärtigen Amt, Gernot Erler (SPD), hat die Forderung der USA scharf kritisiert. Er sagte im Deutschlandradio, der Ton des Schreibens von US- Verteidigungsminister Robert Gates sei "schroff" und verkenne, dass Deutschland schon jetzt "an der Spitze liegt mit dem Engagement in Afghanistan". Es habe auf deutscher Seite bereits 20 Tote gegeben. Von einem ungefährlichen "Pfadfindereinsatz" - wie es Deutschland von den USA oft vorgeworfen werde - könne daher nicht die Rede sein.

Erler sagte, dass die USA mit ihrer Forderung, Bundeswehrtruppen aus ihrem bisherigen Einsatzgebiet in den Süden zu verlegen und in den Norden ein anderes Nato-Mitglied zu schicken, "gewachsene Strukturen" zerstören würden. "Was macht das für einen Sinn? Wir haben dort im Norden Vertrauen schaffen können. Wir haben dort ein zivilmilitärisches Gesamtkonzept, das von vielen auch als Modell für einen Erfolg in ganz Afghanistan angesehen wird. Weil eben die Vertrauensarbeit so läuft, dass die Leute sehen: Es passiert etwas beim Wiederaufbau, es passiert etwas bei der Polizei, bei den Schulen."

Der Staatsminister erwartet jedoch nicht, dass die derzeitige Unstimmigkeit Spannungen im deutsch-amerikanischen Verhältnis zuspitzen werde. "Im Grunde liefert Robert Gates in seinem Brief selbst die Argumente dafür, indem er anerkennt, dass die Bundesrepublik eine Menge tut." Der amerikanischen Seite müsse deutlich gemacht werden, dass es "einen breiten Konsens in der Regierung, aber auch in der Öffentlichkeit" gebe, dass Deutschland mit seinem derzeitigen Afghanistan-Einsatz bereits an die Grenze dessen gehe, was verantwortbar sei.

Heftige Diskussion auf der Sicherheitskonferenz

Das Thema Afghanistan-Einsatz wird nach Einschätzung von Horst Teltschik, Veranstalter der Münchner Sicherheitskonferenz heftige Diskussionen auslösen. Die Europäer seien nach der Bitte von US-Verteidigungsminister Gates um eine Aufstockung der Nato-Truppenkontingente "in der Defensive", sagte Teltschik. Zu dem Treffen wird neben Gates auch der republikanische Senator und Bewerber um die Präsidentschafts-Kandidatur, John McCain, anreisen. McCains Teilnahme nur wenige Tage nach den entscheidenden Vorwahlen am Dienstag stehe "definitiv fest", so Teltschik. Von deutscher Seite nehmen Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) und Verteidigungsminister Franz Josef Jung (CSU) teil.

DPA/AP/Reuters
 
 
KOMMENTARE (10 von 24)
 
Digitalus (02.02.2008, 20:31 Uhr)
@durant2008
Jeder kennt die Bilder von den Exekutionen aus einen afghanischen Fußballstadion oder die der kurdischen Giftgasopfer nach einem Gasangriff durch Saddam Husseins Truppen.
Fakten die lange vor dem 11.09. bekannt waren aber dafür wurde nicht ein einziger US-Soldat in Marsch gesetzt.
Der offizielle Grund der Amerikaner für den Afghanistankrieg lautete ja, Osama Bin Laden und seine Mitkämpfer zu vernichten.
Im Irak waren es die angeblichen Massenvernichtungswaffen.
Die Massenvernichtungswaffen waren frei erfunden und Bin Laden gibt heute noch regelmäßig Interviews.
Stattdessen wurden beide Länder mit einer milliardenschweren Kriegsmaschinerie überrollt mit enorm vielen Opfern und großer Zerstörung.
Die Zustände sind chaotisch.
Und jetzt wieder meine Frage: Ist Krieg das richtige Mittel um Terror zu bekämpfen?
Oder ist es nicht ehr so das Krieg wieder neuen Terror erzeugt?
Vor dem US-Angriff auf den Irak gab es dort keine Al-Quaida. Heute sind sie dort fest verwurzelt.
Die Enthauptung amerikanischer Soldaten vor laufender Kamera war ein grausames Verbrechen. Und doch ist es nur ein Teil in der Spirale der Gewalt. Seine eigene Regierung hat ihn in einen Krieg geschickt, der auf Lügen und gefälschten Beweisen basierte.
Das es bei den Krieg um Rohstoffinterssen geht, gilt heute als offenes Geheimnis.
Das ist auch Ihnen bekannt. Wenn Sie am Schluss die Frage stellen, mit was sich die Autos der grünen und linken Politiker bewegen, erkennen Sie ja die wahren Motive der Kriege.
Wenigstens arbeiten die Grünen und die Linken daran, Alternativen zum Öl zu finden.
Beteiligen Sie sich ruhig daran, es geht um unser aller Zukunft. Jeder wird dabei gebraucht und auch in Amerika gibt es immer mehr die so denken.
durant2008 (02.02.2008, 17:35 Uhr)
@Digitalus
Ich kenne leider nicht die korrekte Zahlen an Toten in Afghanistan.
Und ich moechte auch nicht irgendwelche Zahlen von Organisationen glauben, die von hunderttausenden Sprechen oder gar Millionen (siehe Irak).
Jeder tote Zivilist ist zuviel, dies ist unbestreitbar.
Man stellt aber in den deutschen Medien immer alles so dar als haette es das Paradies auf Erden vor den Konflikten gegeben.
Das Menschen im Kabuler Stadium exekutiert wurden, oder Saddam Leute zu tausenden vergast und anderweitig getoetet hat wird vollkommen vergessen.
Es wird immer nur ueber die boesen Amis gesprochen die ja ganze Doerfer ausloeschen (was ein Schwachsinn!).
Jeder der mit amerikanischen Soldaten und Marines gearbeitet hat, oder sich mal informieren wuerde, weiss das es sogenannte ROE gibt.
Die Amerikaner duerfen z.B. nicht einfach mal auf eine Moschee schiessen! Dafuer bedarf es den Befehl von hoeheren Stellen, selbst wenn von dort aus geschossen wird.
Und das macht eben die Terroristen so heuchlerisch weil sie es wissen. Dementsprechend verstecken sie ich dort, oder in Hauesern mit Zivilisten.
So kommen u.a. die zivilien Toten zustande.
Wieso wird das aber niemals den Terroristen veruebelt? Oder das Leute vor laufender Kamera ENTHAUPTET werden?
Davon verliert niemals jemand in Deutschland ein Wort. Sobald aber eine Geschichte (sei sie erfunden oder wahr) die Runde macht, heisst es sofort "Der oelgierige Ami ohne IQ"!
P.S. Mit was fahrne eigentlich unsere Autos in Deutschland? Und mit was fuer Benzin fahren denn die Gruenen und die Politker der Linke rum?
K-H-J (02.02.2008, 15:49 Uhr)
"Es wird kein Entkommen geben!"

Nachdem man in Nord-Afghanistan auf einer Insel der Glückseeligkeit verweilen konnte (mit einigen Ausnahmen), kommt jetzt der "Ernst des Lebens" auf unsere Jungs zu. Da helfen keine weissen Friedenstauben und Demos mehr, sondern aktives handeln. Völlig überrascht von den NATO-Mitglieder, USA, Kanada und andere, und dessen Forderungen, ist man nur deshalb, weil man nicht im Vorfeld seine eigene Souveränität abgesteckt hat. Frankreich wird sich in der gleichen Anfrage anders aufstellen, als Deutschland.
Wer nicht in der Politik vorrausschauend agiert, darf sich hinterher nicht wundern oder sogar beschweren, wenn man uns dann zu solchen Forderungen nötig!
Digitalus (02.02.2008, 15:00 Uhr)
@ durant2008
Das man von den Anschlägen am 11.09. betroffen war, heißt doch nicht das man die Kriege die dann geführt wurden befürwortet. Stimmen Sie mir zu das allein in Afghanistan weit mehr Zivilisten getötet wurden als bei den Anschlägen am 11.09.? Und die sehr hohe Anzahl getöteter Zivilisten im Irakkrieg, der ja auch mit der stereotypen Formel "Krieg gegen den Terror" begründet wurde.
Halten Sie die Wahl des Mittels Krieg für verhältnismäßig? Oder gehören Sie zu denen die meinen das dass Leben westlicher Zivilisten grundsätzlich höher bewertet werden muss?
Albimonte (02.02.2008, 14:09 Uhr)
Geehrter Schulse,
bitte lesen Sie meine Beiträge nochmals. Ihnen wird auffallen, dass ich zu keiner Zeit einen "anderen Ton" als den jetzigen hatte und nie unsere Soldaten beschmäht habe.
Ich freue mich jedenfalls, dass Sie offensichtlich den Einsatz auch als Farce sehen.
Zum Fett: die Soldaten können wirklich fett sein (macht sich gut neben z.B. durchtrainierten Briten), weil sie, wie ich bereits mehrfach geschrieben habe, kaum etwas sinnvolles tun können/sollen/dürfen.
Mit den besten Wünschen verabschiedet sich aus der Diskussion
Albimonte
durant2008 (02.02.2008, 14:03 Uhr)
Jedesmal wenn ein NATO Artikel erscheint...
... posten mal wieder die Planlosen!
stimmts SCHULSE?
"Warum sollten Deutsche Soldaten sich im Süden abschlachten lassen, in einem Krieg den keiner gebraucht hätte, keiner wollte und der nur von einer Großmacht initiiert wurd"
So eine geistige Tieffliegerei!
Da sieht man, dass Sie wenn ueberhaupt nur Grundwehrdienst geleistet haben. Der Grossteil der Soldaten WILL in den Einsatz gehen! Auch wenn sie etwas anderes auf Bild.de oder sonstwo lesen... versuchen Sie sich mal fuer einen Einsatz zu melden, die Kontigente sind meistens ruck zuck voll!
Mal ganz davon abgesehen:
NIEMAND, aber auch NIEMAND wird gezwungen bei der BW SaZ oder BS zu werden! JEDER der nach 9/11 der BW beigetreten ist, weiss ganz genau dass ihn kein rumgammeln erwartet!
Und wo bitte werden Soldaten abgeschlachtet? Tolle Wortwahl! Von welchem Stammtisch haben Sie dass denn aufgegriffen?
"in einem Krieg den keiner gebraucht hätte, keiner wollte und der nur von einer Großmacht initiiert wurde,"
Ich verwette wasweichich dass sie einer der Heuchler waren am 11.9. waren die "total" betroffen waren, und "alles so schrecklich" gefunden haben.
Dass inzwischen schon dutzende Deutsche bei Anschlaegen gestorben sind, ist ja vollkommen irrelevant oder?
Bali, WTC, Jemen? Wen interessiert das schon! Lieber Links waehlen und Kopf in den Sand stecken! Uns passiert schon nichts!
Schulse (02.02.2008, 13:55 Uhr)
Aha...
da schlagen Sie ja jetzt ganz andere Töne an... mit dem was Sie JETZT schreiben, gehe ich weitgehend konform. Ob die Soldaten verfettet sind oder nicht spielt im Übrigen keine Rolle... weil das was sie da tun können sie, sonst wären sie nicht da
Albimonte (02.02.2008, 13:53 Uhr)
Feiglinge
sind nicht unsere Jungs, die leider in der Tat oftmals verfettet sind, sondern die Politiker, die den Einsatz zu einer Farce verkommen lassen. Deutschlands Ruf und der der Bundeswehr leidet unter den absurden Vorbehalten des Einsatzes. Dann lieber ehrlich sein und sagen, dass man trotz Bündnisfall nicht mitmachen möchte. Und gleich die Nato verlassen, falls man nicht von tüchtigeren Mitgliedern ihrer verwiesen wird...
UdoS (02.02.2008, 13:44 Uhr)
Krieg
Ich verstehe die Welt nicht mehr.
Lieber vergeudet man das Geld an Kriege oder Menschen die quälen und töten...spielen wie kleine Kinder Krieg.
Und draußen wartet ein viel größerer Krieg auf aus..der Klimawandel. Warum entsendet man hier keine Männer die endlich forschen und kämpfen..oder setzt hier Gelder ein..weil es eine gute Sache ist.
Schulse (02.02.2008, 13:38 Uhr)
Regt euch doch nicht...
über jemanden wie Albimonte auf... der sitzt mit der F5 Haste im Anschlag vorm PC und ist heiss drauf mit jedem über seine sinnfreien Argumente zu battlen.
Aber Mr. Albimonte erklären Sie mir doch mal folgendes: Warum sollten Deutsche Soldaten sich im Süden abschlachten lassen, in einem Krieg den keiner gebraucht hätte, keiner wollte und der nur von einer Großmacht initiiert wurde, die jetzt verlangt dass jedes Land Menschenopfer bringt im Namen des "Friedens"... Die Soldaten die wir dort in Afganistan haben, sind sicherlich nicht da weil sie gerne da sind. Sie sprechen von "verfetteten Feiglingen"... sind Sie noch bei Trost von Feiglingen zu sprechen, während Sie in Ihrem Schreibtischstuhl sitzen und Chips mampfen? Es sind Feiglinge weil Sie nicht im Süden kämpfen!? Sie kämpfen dort nicht weil das Mandat nicht reicht, d.h. sie dürften da nicht mal hin wenn sies wollten (aus rechtlichem Grund) und die von Ihnen titulierten "Feiglinge" stehen auch Gewehr bei Fuss im Süden, wenn sie vom Bundestag damit beauftragt werden. Wenn Sie nach Feiglingen suchen, dann suchen Sie die vielleicht in Berlin, aber nicht bei unsern Jungs in Afghanistan. Da hat nämlich jeder einzelne vom Koch bis zum hochspezialisiert Elitesoldat 100% mehr Mumm im Arsch als Herr Albimonte.
Schulse
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