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2. April 2007, 12:43 Uhr

Tornados gestartet, Taliban drohen

Bundesverteidigungsminister Franz Josef Jung hat die sechs deutschen Tornados verabschiedet, die in Afghanistan Aufklärungsflüge absolvieren sollen. Derweil drohen die Taliban mit "tausenden" von Selbstmordattentaten.

Verteidigungsminister Jung (l.) und Bundeswehr-Generalinspekteur Schneiderhan verabschieden die deutschen Recce-Tornados© Axel Schmidt/DDP

Die Bundeswehr-Tornados sind in ihren umstrittenen Einsatz im umkämpften Süden Afghanistans gestartet. Auf dem Fliegerhorst in Jagel bei Schleswig hoben sechs Maschinen ab. Verteidigungsminister Franz Josef Jung (CDU) sagte bei einem Abschiedsappell vor dem Geschwader "Immelmann", mit den sechs Aufklärungsmaschinen werde die "Wirksamkeit der Stabilisierungs- und Sicherheitsoperationen der Internationalen Schutztruppe für Afghanistan gesteigert". Damit werde der Schutz der Soldaten, der zivilen Helfer und der Bevölkerung verbessert.

Unterdessen haben die Taliban wieder mit dem Einsatz von Selbstmordattentätern gedroht. "Wir haben Tausende in alle afghanischen Städte geschickt, um die westlichen Truppen und ihre afghanischen Marionetten anzugreifen", sagte Taliban-Militärchef Mullah Dadullah via Satellitentelefon. Die Taliban würden Afghanistan in einen "Friedhof für amerikanische Soldaten" verwandeln. Die islamischen Guerilla-Truppen seien gerüstet und ausreichend bewaffnet, um feindliche Truppen über einen langen Zeitraum hinweg zu bekämpfen, so Dadullah weiter.

3000 deutsche Soldaten vor Ort

Die sechs Flugzeuge sollen am Donnerstag im nordafghanischen Masar i Scharif landen. Die Nato hatte die mit hochmodernen Kameras ausgerüsteten Maschinen zur Unterstützung der ISAF angefordert. Die Tornados sollen Taliban-Stellungen ausfindig machen, damit diese von Nato-Partnern gezielt angegriffen werden können. Jung sagte, so könne die im Süden kämpfende ISAF-Truppe "verhältnismäßiger und angemessener reagieren".

Dabei geht es um die gezielte Bekämpfung von Taliban-Rebellen, ohne bei Angriffen die Zivilbevölkerung zu treffen. Deutschland beteiligt sich derzeit mit 3000 Soldaten an der ISAF. Die Bundeswehr ist im ruhigeren Norden stationiert. Nato-Partner hatten Druck auf Deutschland ausgeübt, die ISAF im umkämpften Süden stärker zu unterstützen. Die Bundesregierung lehnt Bodentruppen dafür ab.

DPA/Reuters
 
 
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