. .
Politik in Deutschland
Schlagzeilen Themen Mobil iPad Blogs Investigativ Hefte
 
Fotocommunity
Fotocommunity

Treffpunkt für ambitionierte Amateurfotografie. Bilder hochladen und bewerten, sich mit anderen Austauschen. mehr...

Weblogs bei stern.de
Weblogs bei stern.de

Die Online-Tagebücher bei stern.de: Freie Autoren schreiben hier persönlich, direkt und eigenständig. mehr...

Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka
sternTV - Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka

Vertiefende Informationen zu der aktuellen und den vergangenen Sendungen von sternTV. mehr...

stern Investigativ
stern Investigativ

Das Recherche-Team des stern. Erfahren Sie mehr über die Recherchespezialisten und ihre Enthüllungen von Terrorismus bis Wettmanipulation. mehr...

 
12. November 2009, 06:42 Uhr

Guttenberg auf Blitzbesuch in Kabul

Antrittsbesuch in Afghanistan: Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg ist überraschend in Kabul eingetroffen. Seine ersten Worte nach der Ankunft kamen bei den deutschen Soldaten gut an - bei der afghanischen Regierung möglicherweise weniger.

Guttenberg, Besuch, Afghanistan

Im Bundeswehrflieger: Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg neben dem Generalinspekteur der Bundeswehr, Wolfgang Schneiderhan (r.)© Michael Kappeler/DDP

Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) ist unter massiven Sicherheitsvorkehrungen zu einem nicht angekündigten Besuch in Afghanistan eingetroffen. Kurz nach seiner Ankunft forderte er von der afghanischen Regierung klare Zielmarken für die weitere Entwicklung des Landes. "Wir müssen Erfolge sehen", sagte Guttenberg in Kabul. Deutschland stehe zu seinem Einsatz am Hindukusch, die Bundesregierung wolle aber wissen, welche Schritte die afghanische Führung als nächstes plane und welche Ziele sie sich zu setzen bereit sei.

Zugleich bekräftigte Guttenberg bei seinem ersten Besuch in Afghanistan, dass er Verständnis für das Gefühl der Soldaten habe, sich dort in einigen Gebieten im Krieg zu befinden. Ihm gehe es darum, gegenüber der deutschen Bevölkerung realistisch auszusprechen, was ist. Außerdem müsse man auch über eine neue völkerrechtliche Einschätzung der Situation diskutieren.

Bei den deutschen Soldaten in Kabul kamen Guttenbergs Worte gut an. Die Beschreibung des Ministers komme der Realität am nächsten, sagte einer von ihnen. "Die Politiker in Deutschland haben den großen Vorteil, dass sie weit weg sind von Afghanistan. Wir sind der Gefahr hier jeden Tag ausgesetzt, deshalb es ist zu begrüßen, wenn das auch so benannt wird."

Guttenbergs erste Station war das Hauptquartier der internationalen Schutztruppe Isaf in der Hauptstadt Kabul. Dort wollte er sich mit dem amerikanischen Isaf-Kommandeur Stanley McChrystal treffen. Danach sind Gespräche mit dem afghanischen Verteidigungsminister Abdel Rahim Wardak und Präsident Hamid Karsai geplant. Am späten Nachmittag will der CSU-Politiker Bundeswehrsoldaten im deutschen Verantwortungsbereich in Nordafghanistan besuchen.

Guttenberg hatte zuvor im stern angekündigt, offen über einen möglichen Abzug der Bundeswehr aus Afghanistan diskutieren zu wollen. "Die Sankt-Nimmerleins-Haltung ist politisch nicht mehr tragbar", sagte der Verteidigungsminister. Die Frage eines Abzugs werde immer bedeutender, sollten sich die Verhältnisse in Afghanistan nicht verbessern. Guttenberg lehnt es aber ab, ein Abzugsdatum zu nennen.

Guttenberg setzt auf Afghanistan-Konferenz

Der Bundestag entscheidet im Dezember über die Verlängerung des Mandates für die Beteiligung der Bundeswehr an der Isaf. Derzeit sind 4520 deutsche Soldaten am Hindukusch stationiert. Die Obergrenze des Mandats beläuft sich auf 4500 Mann. Sie darf bei Kontingentwechseln kurzfristig überschritten werden. Das ist derzeit der Fall. In der Regel bleiben Soldaten etwa vier Monate im Afghanistan-Einsatz. Wenn die eine Truppe nach Hause fliegt, rückt die nächste nach. Dabei kommt es mitunter zu Überschneidungen.

In den vergangenen Wochen hatte es immer wieder Spekulationen gegeben, die Bundesregierung könnte auf Druck der USA mehr Soldaten entsenden wollen - von einer Aufstockung der Truppe auf 7000 Kräfte war die Rede. Dies wurde dementiert. Guttenberg setzt auf eine baldige internationale Afghanistan-Konferenz, die klare Ziele und Zeitvorgaben beschließen solle. Ferner will er die neue Konzeption der USA abwarten. Der Minister betonte zugleich, Deutschland werde sich weiterhin stark engagieren. Bei einem Gefecht in der nordafghanischen Region Char Darah wurde am Mittwoch ein Bundeswehrsoldat verwundet.

DPA/AFP
 
 
MEHR ZUM ARTIKEL
Afghanistan-Einsatz Guttenberg verspricht dem Volk Klartext

Schluss mit Drucksen: Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg will in Sachen Afghanistan Tacheles reden - und nimmt im stern Abstand von der "Sankt-Nimmerleins-Strategie". mehr...

Afghanistan Deutscher Soldat schwer verwundet

Ein Bundeswehrsoldat ist bei einem Gefecht in Afghanistan schwer verletzt worden. Deutsche und afghanische Soldaten befanden sich nahe der Stadt Kundus auf Patrouille, als Aufständische das Feuer auf die Gruppe eröffneten. mehr...

Afghanistan USA planen "McChrystal light"

Der Westen packt das Problem Afghanistan an: Die Briten gehen auf die Taliban zu, die Amerikaner schicken neue Soldaten. 40.000, wie von General McChrystal gefordert gibt es wohl nicht - aber immerhin "McChrystal light". mehr...

Strategiewechsel in Afghanistan Briten wollen Taliban an der Macht beteiligen

Die britische Regierung fordert von Afghanistans Präsident Hamid Karsai einen Kurswechsel. Laut eines Memos, das stern.de vorliegt, soll die Taliban-Führung anerkannt und an der Macht beteiligt werden. mehr...

Luftangriff auf Tanklaster bei Kundus "Nicht gerechtfertigt und nicht angemessen"

Der von einem Bundeswehr-Oberst veranlasste Luftangriff bei Kundus mit vielen zivilen Opfern sorgt weiter für Unruhe. Oppositionspolitiker griffen Verteidigungsminister zu Guttenberg heftig an. Wenn dieser Bomben auf Zivilisten rechtfertige, könnten sie den Einsatz in Afghanistan nicht mehr mittragen. mehr...

"Krieg in Afghanistan" Bundeswehrverband lobt Guttenbergs klare Worte

Sein Vorgänger mied das Wort wie der Teufel das Weihwasser, doch der neue Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg spricht es aus: Er verstehe jeden Soldaten, der sage, in Afghanistan sei Krieg - und rennt damit beim Bundeswehrverband offene Türen ein. mehr...

 
stern testen, Serie sichern

Jetzt den stern inklusive der aktuellen Gesundheits-Serie testen! Jetzt sichern!

 
 
 
 
 
stern - jetzt im Handel
stern (7/2012)
Unser täglich Fleisch