. .
Politik in Deutschland
Schlagzeilen Themen Mobil iPad Blogs Investigativ Hefte
 
Fotocommunity
Fotocommunity

Treffpunkt für ambitionierte Amateurfotografie. Bilder hochladen und bewerten, sich mit anderen Austauschen. mehr...

Weblogs bei stern.de
Weblogs bei stern.de

Die Online-Tagebücher bei stern.de: Freie Autoren schreiben hier persönlich, direkt und eigenständig. mehr...

Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka
sternTV - Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka

Vertiefende Informationen zu der aktuellen und den vergangenen Sendungen von sternTV. mehr...

stern Investigativ
stern Investigativ

Das Recherche-Team des stern. Erfahren Sie mehr über die Recherchespezialisten und ihre Enthüllungen von Terrorismus bis Wettmanipulation. mehr...

 
25. Januar 2010, 16:35 Uhr

Nato plant fünf weitere Jahre am Hindukusch

Mit viel mehr Geld und Zeit will die Nato den Frieden in Afghanistan erzwingen. Der Entwurf für die Abschlusserklärung der Strategiekonferenz in London sieht noch mindestens fünf Einsatzjahre vor. Taliban-Kämpfer sollen zudem mit Millionen Dollar zum Aufgeben verlockt werden.

Westerwelle, Afghanistan, Guttenberg, Truppen, Isaf

Derzeit deutet alles darauf hin, dass die Bundesregierung demnächst 500 weitere Soldaten nach Afghanistan schicken wird© Michael Kappeler/DDP

Auf der bevorstehenden Afghanistan-Konferenz in London wird voraussichtlich ein millionenschwerer Fonds für die Wiedereingliederung von Taliban-Kämpfern angestrebt. Zudem soll der Einsatz der internationalen Truppen noch weitere fünf Jahre dauern. Dies geht aus einem Entwurf der Abschlusserklärung hervor, aus dem die britische Zeitung "The Times" am Montag zitiert.

In dem Entwurf heißt es laut "Times", die afghanischen Sicherheitskräfte sollten "innerhalb von drei Jahren die meisten Operationen in unsicheren Gebieten Afghanistans ausführen und die Verantwortung für die physische Sicherheit innerhalb von fünf Jahren übernehmen". Stabilere Gegenden könnten schon Ende 2010 oder zu Beginn 2011 an die afghanischen Kräfte übergeben werden.

Millionen-Fonds für islamistische Kämpfer

Herzstück der Londoner Konferenz sei jedoch ein Plan zur Aussöhnung mit ehemaligen Aufständischen, schreibt die "Times" unter Berufung auf ranghohe Beamte. Dieser verspreche allen, die ihre Verbindungen zu "al Kaida und anderen terroristischen Gruppen" abbrechen, "einen ehrenvollen Platz in der Gemeinschaft". Dies soll in den kommenden drei Jahren durch einen "Friedens- und Reintegrationsfonds" unterstrichen werden. Laut "Times" sollen die USA, Japan und Großbritannien die größten Beitragsgeber sein. Die angestrebte Summe beliefe sich auf "Hunderte von Millionen Dollar".

Eine Annäherung mit den Taliban ist nach Ansicht vieler Experten nicht mehr zu vermeiden - auch wenn ein Millionen-Fonds für die islamistischen Kämpfer vor allem bei Hinterbliebenen in den USA und Großbritannien für Ärger sorgen dürfte.

Isaf-Kommandeur Stanley McChrystal bekräftigte den Willen, die Taliban zum Einlenken zu zwingen. Ihr Widerstand solle auch mit der bevorstehenden Aufstockung der Truppe um 30.000 US-Soldaten so sehr geschwächt werden, dass die Taliban-Führer eine politische Lösung eingehen müssten, sagte der US-General der "Financial Times".

Der afghanische Präsident Hamid Karsai hatte bereits einen Plan angekündigt, Taliban-Krieger mit materiellen Anreizen zur Aufgabe des bewaffneten Kampfes zu bewegen. Auch Bundesaußenminister Guido Westerwelle hatte sich am Wochenende für ein solches Aussteiger-Programm ausgesprochen. Viele Mitläufer der Terroristen seien auch aus wirtschaftlichen Gründen auf einen falschen Weg geraten, sagte der FDP-Chef der "Bild am Sonntag".

Berlin schwenkt auf Nato-Linie

Um die Haltung der Bundesregierung für die Konferenz in London abzustimmen, treffen sich Bundeskanzlerin Angela Merkel, Außenminister Westerwelle, Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg, Innenminister Thomas de Maizière und Entwicklungsminister Dirk Niebel an diesem Montagabend in Berlin. Dabei geht es unter anderem um eine Aufstockung des Bundeswehr-Kontingents, das im jetzigen Mandat auf 4500 Soldaten begrenzt ist. Im Gespräch ist eine Ausweitung um 500 Mann, die sich vorrangig um die Ausbildung afghanischer Sicherheitskräfte kümmern sollen. Die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" berichtet sogar von 1000 zusätzlichen Soldaten. Guttenberg will eine konkrete Zahl noch vor der Londoner Konferenz nennen, doch steht sie unter Vorbehalt der Ergebnisse.

Sollte sich die Runde in Berlin tatsächlich auf eine Aufstockung verständigen, würde die Bundesregierung nach wochenlangem Zögern doch auf die Linie der Nato schwenken. Inzwischen erklärte auch Merkel, die Konzepte der Allianz und Deutschlands würden sehr ähnlich ausfallen.

Für die SPD bekräftigte Parteichef Sigmar Gabriel am Montag in Berlin indes, dass die Sozialdemokraten grundsätzlich keine zusätzlichen Kampftruppen aus Deutschland nach Afghanistan schicken wollen.

 
 
KOMMENTARE (10 von 24)
 
Gisella (26.01.2010, 12:05 Uhr)
jetrabbit:
sag mir wie???? Und wir sind anscheinend sooo pleite, dass man mir von der Stadt Marsberg einen ekligen Pfändungsbeamten schickte-für 12.92 Euro zuwenig (unbewusst) gezahlte Grundstücksabgaben.........So werden wir hier behandelt, aber die großen RETTER spielen im Ausland.
undjetztnochder (26.01.2010, 09:57 Uhr)
Gabriel
ist natürlich gegen eine Aufstockung. Erst schickt die SPD die Soladaten nach Afghanistan, und dann lässt Gabriel sowohl die Soldaten als auch die Bevölkerung dort im Stich - kozeptionslos, aber ungemein populär. Aber leider, Herr Gabriel, auch leicht durchschaubar.
Albimonte (26.01.2010, 09:22 Uhr)
Es sind fast keine deutschen Kampftruppen im Land
Die Aufregung geht daher komplett fehl. Die Bundeswehr legt überhaupt nichts in Schutt und Asche und darf nur bei direkter Selbstbedrohung überhaupt reagieren.Sie verwaltet sich in erster Linie selbst und "erreicht" zusammen mit verschiedenen Aufbauorganisationen eine Zahl von Alibierfolgen. Lieber sollte man das Geld nehmen und ein Denkmal für verwundete Lastmulis errichten. In Albanien. Wäre sinnvoller.
neyzen (26.01.2010, 08:35 Uhr)
hmmm.
Deutschland hat doch keine Meinung,das wird doch eh nur von den Amis kontrolliert.Die sagen wos langeht,und D.machts.
Ernst1 (26.01.2010, 08:34 Uhr)
Und weitere 5 jahre einen Wahlfälscher stützen
Was haben wir nur für Waschlappen in Berlin sitzen. Hier sind Strassen kaputt. Es gibt Dreiklassen Medizin und unsere Politiker spielen Weltmacht. lächerlich. ich würde vorschlagen der gesammte Bundestag soll nach Afghanistan ziehen. So fürsorglich wie die Damen und Herren dort sind.
RDUKE7777777 (26.01.2010, 07:47 Uhr)
80% sind für den Abzug
80% sind für den Abzug, 80% sind für Mindestlohn, und trotzdem habt ihr CDU/SPD/Grüne/FDP gewählt, JETZT LEBT DAMIT!
mramorak (26.01.2010, 06:54 Uhr)
Wer wird aussteigen?
Keine Taliban werden aussteigen, die wastlichen Regierungen, vor allen unsere, werden aus der Freiheit aussteigen!
Sozimod (26.01.2010, 03:04 Uhr)
Soldaten sind Opfer
falscher Parolen. Warum dieses Mandat nicht an Gültigkeit verliert, ist mir unverständlich. Ich werde mit vielen auf der Friedensdemo in Berlin sein, findet am 20.02.2010 statt.
Die Umwelt in Afghanistan ist auf Jahrzehnte zerstört. Biobomben (nichts gesundes, wussten ein paar Grüne wohl nicht, als sie für den Krieg stimmten).
schädigen nicht nur den Feind, Zivilisten, sondern auch unsere eigenen Soldaten.
Dieser Krieg ist nicht legimitiert.
Sozimod (26.01.2010, 02:52 Uhr)
Endlich Raus aus Afghanistan!
Dieser Krieg ist Grundgesetzfeindlich, Völkerrechtswidrig.
Das Argument Frieden am Hindukusch wurde verwendet um die Bevölkerung zu täuschen. Das Mandat ist widerrechtlich. Die Truppen sind sofort abzuziehen. Es muss zwingend ein Dialog geführt werden. Eine Friedenskommission muss gegründet werden. Die Taliban haben nicht die Alleinmacht in Afghanistan.
Energie, Pipelinedurchführung und Drogen sind die Motivation.
Informiert euch auf Unikassel.de, Duckhome, Alles Schall und Rauch, Hintergrund.de, linksfraktion.de und nachdenkseiten.de.
Es muss endlich S c h l u s s sein mit den Morden in Afghanistan. Über 90000 Zivilopfer. Kinder, Mütter, Alte, Schulen.
Auch mit Geld( für den Anschlag auf LKW) schaffen sie keinen Frieden.
Peter Scholl-Latour, Christoph Hoerstel( beide Ostasien Experten für ARD und ZDF), Ex Brigadegeneräle fordern den Abzug.
Stop the WAR - Forever!
flyingfree (26.01.2010, 01:46 Uhr)
5 weitere Jahre
Fünf weitere Jahre sinnloses Morden in AFG, zerstören was noch nicht zerstört ist.
Nur um danach mit eingeklemmtem Schwanz davongejagt zu werden. Wie jeder andere Agressor davor.
MEHR ZUM ARTIKEL
Afghanistan Alles deutet auf deutsche Truppenaufstockung hin

Eine reine Truppenstellerkonferenz dürfe das Afghanistan-Treffen in London nicht werden, verkündete Außenminister Guido Westerwelle im stern. Jetzt hat er offenbar doch nichts gegen zusätzliche deutsche Soldaten am Hindukusch. So vermeidet er weiteren Regierungsstreit. mehr...

Abzug aus Afghanistan Koalition lehnt festes Datum ab

Die SPD fordert einen festen Abzugstermin aus Afghanistan, Außenminister Guido Westerwelle hält dagegen und spricht sich gegen einen Stichtag aus. Bundeskanzlerin Angela Merkel setzt ihre Hoffnungen indes auf die Afghanistan-Konferenz in London. mehr...

Truppenaufstockung Regierung droht Streit um Afghanistan

Das riecht nach Streit: Während der Außenminister zur Afghanistan-Konferenz nach London fährt, um dort über zivile Angebote zu sprechen, will sein Kollege aus dem Verteidigungsministerium offenbar mehr Soldaten an den Hindukusch schicken. mehr...

 
Leser werben Leser

Jetzt den stern empfehlen und attraktive Prämie sichern!

 
 
 
 
 
stern - jetzt im Handel
stern (23/2012)
Rettet die Liebe