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30. Juni 2007, 12:29 Uhr

Es brennt und brennt und brennt

Der Brand im Atomkraftwerk Krümmel ist auch am Samstag und damit zwei Tage nach seinem Ausbruch noch nicht gelöscht gewesen. Während die Feuerwehr das Gebäude weiter runterkühlt, bemängelte ein Gutachter angeblich die Sprinkleranlage.

Die Feuerwehrl beschäftigt sich immer noch mit dem Trafohaus des AKW Krümmel© Kay Nietfeld/DPA

Der Brand im Atomkraftwerk Krümmel dauert immer noch an. Die Feuerwehr bekämpfe derzeit noch ein letztes Brandnest und kühle den Transformator weiter herunter, erklärte der Sprecher der Betreibergesellschaft Vattenfall, Ivo Banek, am Samstagvormittag. Die Suche nach der Ursache des Brandes beginnt daher voraussichtlich erst nach dem Wochenende.

Die Staatsanwaltschaft Lübeck hatte am Freitag die Ermittlungen übernommen, wie es bei einem Brand üblich ist. Ein erster Gutachter von der Sachverständigenorganisation Germanischer Lloyd hat im Auftrag der Atomaufsicht das Gebäude in einem speziellen Schutzanzug untersucht, wie Banek weiter mitteilte. Dieser Gutachter kritisierte laut NDR die Sprinkleranlage des Gebäudes, die nicht für einen so großen Brand ausgelegt sei. Der Experte habe sehr viel Öl vorgefunden und bezweifle, dass der Brand in Krümmel im Zusammenhang mit einem zwei Stunden zuvor in Brunsbüttel entstandenen Kurzschluss und Schwelbrand stehe, meldete der NDR.

Vattenfall konnte zunächst nicht sagen, wann die beiden Atomkraftwerke wieder ans Netz gehen. "Das erfolgt in Absprache mit der Kieler Aufsichtsbehörde", sagte Banek. In Brunsbüttel liefen die Vorbereitungen, in Krümmel werde es sicher noch länger dauern. Ein zweiter baugleicher Transformator werde vorbereitet. Die für Reaktorsicherheit in Schleswig-Holstein zuständige Sozialministerin Gitta Trauernicht (SPD) hatte am Freitag erklärt, sollten nicht alle Sicherheitsbedenken ausgeräumt werden können, werde sie von dem Recht einer atomrechtlichen Weisung Gebrauch machen und die Genehmigung zum Wiederanfahren versagen.

Kurzschluss in Brunsbüttel, Brand im Krümmel

Die Atomkraftwerke Krümmel und Brunsbüttel waren am Donnerstag per Schnellabschaltung heruntergefahren worden. Zunächst hatte ein Kurzschluss in einer Schaltanlage des Stromnetznetzes zur Abschaltung von Brunsbüttel geführt. Zwei Stunden später wurde ein Brand in Krümmel gemeldet und auch dieses AKW vom Netz genommen. Radioaktive Strahlung wurde bei den beiden Störfällen laut Gesundheitsministerium nicht frei. Weiterhin ist unklar, ob es einen Zusammenhang zwischen beiden Störfällen gibt.

AP
 
 
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