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7. Juli 2009, 12:19 Uhr

Vattenfall muss neue Panne einräumen

Die Pannenserie am Atomkraftwerk Krümmel setzt sich fort. Der Betreiber Vattenfall musste inzwischen einräumen, dass bei dem defekten Trafo eine vorgeschriebene Überwachungseinrichtung nicht installiert worden war. Unterdessen hat der Zwischenfall auch erste personelle Konsequenzen gefordert.

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Nach einer beispiellosen Pannenserie bleibt das AKW Krümmel bis auf Weiteres abgeschaltet© Roland Magunia/DDP

Die Liste der Sicherheitspannen am Atomkraftwerk Krümmel bei Hamburg wird immer länger: Am Dienstag musste Betreiber Vattenfall einräumen, dass eine behördlich vorgeschriebene Überwachungseinrichtung am betroffenen Maschinentransformator nicht installiert war. Ein Kurzschluss an genau dieser Anlage war es, der am Samstag zur Notabschaltung von Krümmel geführt hatte. Als erste Konsequenz räumte der Kraftwerksleiter seinen Stuhl.

Vattenfall-Vorstandsvorsitzender Tuomo Hatakka machte den Unfall zur Chefsache. Vattenfall teilte am Dienstag mit, die Untersuchung des Unfalls habe ergeben, "dass eine vorgesehene Überwachungseinrichtung des Maschinentransformators, die sogenannte Teilentladungsmessung, nicht vor dem Wiederanfahren des Kraftwerks installiert wurde". Die Atomaufsichtsbehörde in Kiel erklärte, die Montage genau dieses Gerätes sei fest mit Vattenfall vereinbart gewesen.

Es sei "vereinbart und im Abnahmeprotokoll festgelegt worden, dass bei der Wiederaufnahme des Leistungsbetriebs Teilentladungsmessungen (TE) über Körperschall-Detektoren zur Lokalisierung einer möglichen TE-Quelle erfolgen", erklärte die Behörde am Dienstag. Warum das Gerät dennoch nicht installiert war, konnte eine Vattenfall-Sprecherin auf Anfrage der Nachrichtenagentur AP zunächst nicht klären. Ebenso bleibt offen, ob mit der Schutzeinrichtung der Unfall vom Samstag hätte vermieden werden können.

Teilentladungen können in der Hochspannungstechnik Hinweise auf Fehler in der Isolierung sein. Schäden in der Isolierung wiederum können sich unter bestimmten Umständen zu Kurzschlüssen auswachsen. Das Knistern unter Hochspannungsleitungen beispielsweise geht auf Teilentladungen zurück.

Das Kraftwerk Krümmel ist seit einem Transformator-Kurzschluss am Samstag auf unabsehbare Zeit abgeschaltet. Nach der Panne kam es zu schweren Störungen im Stromnetz von Hamburg und Teilen von Schleswig-Holstein. Der Unfall hatte Ähnlichkeit mit dem schweren Unfall von vor zwei Jahren, als nach einem Brand der Reaktor für zwei Jahre stillstand.

Kosten von 16 Millionen Euro

Vattenfall will nun die beiden Maschinentransformatoren in Krümmel komplett austauschen. Damit geht das Unternehmen auf eine Forderung der Atomaufsicht ein. Der Austausch kostet Vattenfall rund 16 Millionen Euro, wie das Unternehmen erklärte. "Ich begrüße, dass Vattenfall damit binnen kürzester Zeit meine Forderung 'Erneuern statt Reparieren' erfüllt hat", sagte die Kieler Sozialministerin Gitta Trauernicht (SPD). Diese Entscheidung beende aber nicht die grundsätzliche politische Debatte über eine Stilllegung von Krümmel.

Als Konsequenz aus der fehlenden Überwachungsanlage gab der Kraftwerksleiter laut Unternehmen auf eigenen Wunsch seine Aufgaben ab. Sein Stellvertreter übernahm die Verantwortung. Vattenfall-Chef Hatakka will am Donnerstag einen Zwischenbericht über den Unfall abgeben.

Liste der Pannen

Mit dem neuesten Geständnis setzt sich die Pannenliste nach dem Unfall fort: Zunächst gab es am Samstag um 12.02 Uhr den Unfall selbst. Dann versäumte Vattenfall es, die Atomaufsicht schnell zu informieren. Am Sonntag räumte Vattenfall drei Folgeschäden der Notabschaltung des Reaktors ein: Wegen eines defekten Brennelementes kam es zu einer Erhöhung der Radioaktivität im Reaktorwasser. Außerdem kam es zu Problemen bei der Kühlung des Reaktorwasser-Reinigungssystems. Desweiteren war ein Elektronikteil kaputt, das der Sicherheit eines Steuerstabes dient.

Das AKW Krümmel war nach einem Brand im Sommer 2007 für zwei Jahre stillgelegt worden. Bei der Reparatur und den folgenden Wartungsarbeiten tauchten immer neue technische Probleme auf. Es war erst wenige Tage wieder in Betrieb als der Unfall am Samstag passierte.

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AP/DPA
 
 
KOMMENTARE (3 von 3)
 
utospatz (07.07.2009, 14:39 Uhr)
Hat du keinen Fall, dann
besser Vattenfall. Es ist im Prinzip doch ganz einfach, jeder pro-atomische Depp nimmt den Restmüll mit nach Haus, und schon ist sein Konto Null, und jeder Meiler aus!"
MisterBrezeldent (07.07.2009, 13:08 Uhr)
Vattenvorvall auch immer das war, ...
... aufjedenvall ausmachen dat Ding.
ganzbaf (07.07.2009, 12:42 Uhr)
Risikotechnologie in Privathand...

plus Absicht auf Maximalgewinne = Hochrisiko für die Bevölkerung.
.
Aber der Energiesektor gehört eh komplett verstaatlicht, so wie die Banken.
.
Unglaublich fahrlässige Schlampereien...)-:
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