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8. Februar 2010, 13:10 Uhr

Merkel stellt sich hinter Röttgen

Schon wieder ein Machtwort der Kanzlerin: In der Debatte über die Laufzeiten der Atomkraftwerke hat sich Angela Merkel hinter Umweltminister Norbert Röttgen gestellt. Seine Position sei vom Koalitionsvertrag gedeckt. Röttgen hatte sich zuvor für einen raschen Atomausstieg ausgesprochen und damit Widerspruch in der Union provoziert.

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Der Atommeiler in Biblis ist eines der Kraftwerke, dessen Zukunft in der Union derzeit kontrovers diskutiert wird© Boris Roessler/DPA

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat sich in der Debatte über die Laufzeiten der deutschen Atomkraftwerke hinter ihren Parteifreund, Bundesumweltminister Norbert Röttgen, gestellt. Röttgen argumentiere auf der Grundlage des Koalitionsvertrages, nach dem die Kernenergie eine Brückentechnologie sei, bis sie verlässlich durch erneuerbare Energie ersetzt werden könne, sagte Regierungssprecher Ulrich Wilhelm am Montag in Berlin.

Die konkrete Ausgestaltung, welche Energieträger in einem Mix für welchen Zeitraum eine Rolle spielen würden, werde wie vereinbart bis zum Herbst im Rahmen des geplanten Energiekonzepts der Regierung erarbeitet. Zuständig seien Bundesumwelt- und Wirtschaftsministerium.

Röttgen hatte sich in einem Interview für einen raschen Atomausstieg ausgesprochen. Demnach sollte die Laufzeit der Atomkraftwerke zwar wie im Koalitionsvertrag vereinbart verlängert werden, 40 Jahre jedoch nicht überschreiten. Als Begründung führte Röttgen die mangelnde Akzeptanz in der Bevölkerung an.

Rückendeckung von CDU-Ministerpräsidenten

Der Umweltminister erhielt für seinen Vorstoß Unterstützung von mehreren CDU-Ministerpräsidenten. Die Thüringer Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht (CDU) stellte sich in der "Süddeutschen Zeitung" hinter Röttgens Aufruf, schneller als bisher geplant aus der Atomkraft auszusteigen. "Ich kann den Äußerungen von Herrn Röttgen zur Energiepolitik voll und ganz zustimmen." Die Kernenergie sei eine Übergangstechnologie, Laufzeiten für Atomkraftwerke sollten "nicht über die Maßen verlängert werden", sagte Lieberknecht dem Blatt.

Unterstützung erhielt Röttgen auch vom saarländischen Ministerpräsidenten Peter Müller (CDU). Er begrüße Röttgens Äußerungen, sagte Müller der "Süddeutschen". "Wir müssen eine Zukunft ohne Kernenergie erfinden." Änderungen, die das Ziel haben, die Laufzeiten zu verlängern, werde das Saarland im Bundesrat nicht zustimmen.

Westerwelle: Ausstieg ein "schwerer Fehler"

Heftigen Widerspruch erntete Röttgen hingegen vom Koalitionspartner FDP. "Was der Umweltminister gesagt hat, ist nicht die Auffassung der Bundesregierung", sagte der Außenminister und FDP-Vorsitzende Guido Westerwelle. Für ihn wäre es "ein schwerer Fehler" jetzt aus der Kerntechnik auszusteigen.

FDP-Generalsekretär Christian Lindner kritisierte, dass die energiepolitische "Linie der Koalition verunklart worden" sei. "Es macht keinen Sinn unsere sicheren Kernkraftwerke jetzt schneller abzuschalten als bisher vereinbart", kritisierte er in Berlin.

DPA/AFP/APN
 
 
KOMMENTARE (10 von 23)
 
Nojiko (09.02.2010, 01:16 Uhr)
Es geht alles, wenn man nur will :))
@maximilianmoritz: Unser derzeitiges Internet "kommt aus Amerika", um es mal vereinfacht auszudrücken; sogar die Leitungen nach Japan (quasi Eurasische Westküste) führt über zwei Ozeane und den Amerikanischen Kontinent! Daher ist es erfreulich, dass KDDI (JP) und Rostelecom (RUS) alternativ eine neue Leitung in westlicher, also "unserer" Richtung legen, bzw womöglich schon fertig sind. Wenn kluge Fachleute sich daran machen, sollte das auch mit Strom/Energie möglich sein. Das Argument mit den feindlichen Staaten, die das möglicherweise sabotieren könnten ist lahm: Deutsche Banken, Atomkraftwerke, Gasversorger und sogar Wasserwerke wurden von den Regierungen seit etlichen Jahren privatisiert und - an Franzosen, Schweden, Russen und Chinesen verhökert! Also dürfen wir DIE schon jetzt möglichst nicht vergrätzen! ;o)
Sozimod (09.02.2010, 00:49 Uhr)
Wo ist mein Kommentar
Den Knilch59 am 08.02.2010 um 15 Uhr 35 so nett beantwortet ?
Sozimod (09.02.2010, 00:30 Uhr)
Dann marschiert Obama......
in die sonnigen Gebiete ein. Beschlagnahmt die Sonne, die nur für die USA scheinen darf.

Afrika hat vieleicht auch Atombomben, Waffen(gefährliche Kokosnüsse, mit flüssigem Inhalt).
Aber Tarzan würde dies sicherlich nicht zulassen.
Prologo (08.02.2010, 22:41 Uhr)
@maximilianmoritz, 22,09 Uhr.
Das Konsortium Desertec hat dieses Projekt erst in Angriff genommen, nachdem Supragleichstromleitungen entwickelt wurden, die über hunderte Kilometer fast keinen Innenwiderstand haben.

Aber zugleich ist es kein Problem, aus Gleichstrom Wechselstrom mit 100 kHz Übertragungsfrequenz zu machen.

Dazu kommt noch ein ganz anderes Problem. So ein technologisches Innovationsprojekt zwingt die Menschen zu einem Umdenken!

Bisher politisch unnütze, verarmte und ohne Bodenschätze ausgestattete Länder würden alleine durch die ewige Sonnenenergie einen ganz neuen politischen Stellenwert erhalten.

Und die Öl und Gasländer, wenns ausgeht, werden politisch wertlos, weil sie nichts mehr haben. Dann braucht auch der Ami nirgends mehr einmarschieren.

Das würde ich noch gerne erleben

MfG,
T..

MfG,
T.
maximilianmoritz (08.02.2010, 22:09 Uhr)
Prologo,
Ihre Vision, die einen Ring von Solaranlagen rund um den Aequator vorsieht, ist meiner Meinung nach realistischer als Photovoltaik auf deutschen Daechern.
Diese Anlagen wuerden das thermosolarische Prinzip ausnutzen, das im Gegensatz zur Photovoltaik einen einigermassen vernuenftigen Gesamtwirkungsgrad haette. Ob es jedoch ausreichend realistisch ist um in der Tat umgesetzt zu werden muss sich noch zeigen.
Dabei ist die Technologie nicht das eigentliche Problem eines solchen Riesenprojektes. Vielleicht laesst sich sogar eine Finanzierung arrangieren.

Was sehr viel unsicherer ist sehen Sie wenn sie sich einen Globus naeher anschauen. Zum einen werden Sie sehr viel Wasser sehen, was die Idee der nahtlosen 24 Stunden Versorgung in Frage stellt. Zum anderen werden sie Staaten sehen, auf die nicht unbedingt Verlass ist. Von Sabotage ganz zu schweigen.

Letztendlich, obwohl die Technologie im Prinzip geht, ist es wahrscheinlich, dass es analog zu den Betriebsproblemen der ICE's im Schnee nicht leicht sein wird eine riesige Anzahl von Solarspiegelanlagen samt Turbinen und elektrischen Schaltanlagen im "Sandsturmguertel" der Welt zu betreiben. Auch sind die Gleichstromuebertragungsleitungen, ohne die das Ganze ueberhaupt nicht ginge, nicht mit einfachen Kupferleitungen zu vergleichen. Sie sind komplexe Betriebssysteme, die sehr wohl stoerungsanfaellig sein koennen, vor allem wenn sie Strom Kreuz und quer rund um die Welt verteilen sollen.
Das Konsortium Desertec , das gegruendet wurde um eine erste solche Anlage zu bauen, wird zeigen ob dieses Projekt machbar ist und ob weitere folgen.
Ich wuerde mich freuen, wenn dem so waere.
knilch_59 (08.02.2010, 21:24 Uhr)
@maximilianmoritz
Ihre Allgemeinplätze können nur darüber zu täuschen versuchen, dass man eben nicht alles dafür tut die Kernkraft schnellstmöglich zu ersetzen. Ohne einen gewissen Leidensdruck zu schaffen, kann man die erforderliche Kreativität eben nicht generieren.
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Auch "Lebensqualität" ist Mode, und damit Manipulation, unterworfen. Heute wird viel Mühe (und letztlich auch Geld) dafür aufgewandt uns klarzumachen, dass es ohne ... nicht geht.
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Ihnen sollte zu denken geben, dass im derzeitigen, sehr strengen, Winter ausgerechnet die AKW-s, die ja angeblich die Grundlast abdecken sollen, aus opportunistischen Gründen abgeschaltet sind ("Wartungsarbeiten", um die Restlaufzeit so lange zu strecken, bis die Gesetze endlich geändert sind). Es geht eben doch ohne, nur kapieren darf das keiner!
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Ich werfe der Regierung Versagen vor, weil sie eben nicht die flächendeckende Kreativität einfordert, indem sie Rahmenbedingungen schafft, die das ermöglicht. Sondern von oben nach unten bestimmt und die Bürger in eine Abhängigkeit zwingt. Natürlich erfordert die Parkuhr-Idee erhebliche Anfangsinvestitionen. Deshalb braucht man hierzu einen Anstoß. Ohne genügend Stromtankstellen keine E-Autos, ohne E-Autos keine Stromtankstellen. Macht 4 Argumente dagegen, wenn niemand diesen Kreis aufbricht.
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Übrigens: das passiert nicht aus Versehen, sondern ist Absicht! In bester konservativer Tradition hat das Volk beherrscht und verwaltet zu werden! Wie unter Adenauer oder auch unter Honecker, Konservative sind eben so. Es reicht doch, wenn die Leute glauben, dass sie "frei" sind, weil wirklich frei sein im Sinne von Verantwortung übernehmen will ja doch keiner!
Prologo (08.02.2010, 20:44 Uhr)
Wenn wir schon bei Visionen und Kreativität angekommen sind, noch eine Ergänzung zu meinem Kommentar um 19.56 Uhr......
..... denn inzwischen hat die Forschung Stromleitungen entwickelt, die einen geringeren Leitungswiderstand als Kupfer haben. Und billiger sind.

Das bedeutet, man kann Strom von Nordafrikas Solaranlagen billiger zu uns transportieren, als Gas aus Sibierien.!

Weiterhin hätten die ärmsten Länder Afrikas damt eine unerschöpfliche Energiequelle. Sonne, einfach nur Sonne.
Noch 1000ende Jahre Energie, kostenlos!!

Aber was macht der Westen mit seinen Milliarden, Krieg Krieg Krieg.
Wenn man diese Milliarden in diese Zukunftsenergie stecken würde, ja, dann hätten wir blühende Gärten, auch in der Sahara.

Aber Visionen haben unsere Politiker Deppen halt nicht, und erst recht nicht unsere ami Freunde.

MfG,
T.
maximilianmoritz (08.02.2010, 20:10 Uhr)
Sozimod,
natuerlich muessen wir Alternative Energie Konzepte erforschen und entsprechende Zukunftsvisionen entwickeln.

Man darf sich dabei aber nicht der Illusion hingeben, dass diese Visionen sich in der nahen Zukunft flaechendeckend und ueberall umsetzen lassen.

Natuerlich kann ich mir auch eine Welt ohne ein zuverlaessiges Stromnetz oder sogar ganz ohne vorstellen. Man braucht dabei nur eine Zeitreise in die Vergangenheit anzutreten. Oder man koennte sich in der Gegenwart dort umsehen, wo ein 10 kw Honda Generator die einzig zuverlaessige Form der Stromversorgung ist, jedenfalls solange es Benzin gibt.

Dass es in einer solchen Welt moeglich ist die heutige Bevoelkerung auch nur annaehernd mit all den Dingen zu versorgen, die in Deutschland als unentbehrlich gelten, darf bezweifelt werden.

Die Faehigkeit zur Anpassung durch Kreativiatet und Innovation wird darueber entscheiden wie gut oder wie schlecht die Menschheit sich in der Zukunft einrichten kann.

Ich bin ein Optimist und glaube, dass es durchaus moeglich ist in 500 Jahren wenn Kohle, Oel und Uran verbraucht sein werden noch eine hoch entwickelte menschliche Zivilisation auf der Erde vorzufinden. Ob wohl "Deutsche" dabei sein werden?

Wenn erfolgreiche Anpassung der Schluessel zum Erfolg ist muss man die Realitaet so akzeptieren wie sie ist und der Versuchung widerstehen aus Aktionismus Illusionen zu verfolgen, die sich am Ende als Sackgassen erweisen.
Prologo (08.02.2010, 19:56 Uhr)
Ein paar Dinge muss man schon mal klarstellen, denn Strom kann man nicht speichern, und das ist......
......das größte, technologische Problem, was wir haben. Da kann man noch so viel träumen, von alternativen Stromquellen.

Und wann brauchen alle nördlichen Industrieländer am meisten Strom? Richtig, im Winter! Und gerade da ist die schwächste Zeit für die Solarenergie, die Wasserkraftenergie, (Windkraftwerke mal in Frage gestellt), denn da scheint keine Sonne, und alles ist eingefroren.

Und wer kann rund um die Uhr Strom liefern? Richtig, Atomkraftwerke und Kohlekraftwerke, Gas und Öl ist zu teuer für Strom. Also aufwachen ist angesagt, und aufhören mit der grünen Spinnerei!

Aber man kann ja mal eine Vision in den Raum stellen. Am Äquator scheint immer die Sonne, alles verdörrt, Sahelzone, Hungersnöte, kein Süßwasser!

Jetzt stellen wir dort riesige Solaranlagen auf, riesige, viele Kilometer lang und breit, und mit dieser Solarenergie betreiben wir viele Meerwasserentsalzungsanlagen.

Das machen wir rund um den Globus! Dann können wir die Sahara bewässern und haben Wasser ohne Ende. Zugleich können wir den durch die Klimakathastrophe ansteigenden Meeresspiegel absenken, und das entsalzte Meerwasser wieder für den Pflanzenbau verwenden! Da verhungert keiner mehr.

Diese Solarenergie funktioniert auch 24 Stunden, denn die Solaranlagen stehen ja rund um den Globus am Äquator.

In Dubai wird das ja schon für sündteure Hotelanlagen gemacht. Aber mit Öl, das haben die ja.

So viel nur mal zum Nachdenken, als Zukunftsvision. Aber es wäre heute schon machbar.

MfG,
T.
teresila (08.02.2010, 17:38 Uhr)
Merkel
hat ja das nötige Kleingeld,um nach Abschaltung der AKW die hohen Strompreise zu bezahlen.Erstaunlich dass sich die vom Strom abhängigen Unternehmen nicht äussern.
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