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Gauland hätte nichts gegen Höcke im AfD-Bundesvorstand

AfD-Spitzenkandidat Alexander Gauland hat in einem Interview erneut seinen Parteikollegen Björn Höcke verteidigt. Der sei kein Nazi - im Gegenteil: Der Thüringer Partei-Sprecher gehöre zur Seele der Partei.

Alexander Gauland hält Börn Höcke nicht für einen Nazi

Der AfD-Spitzenkandidat Alexander Gauland (l.) hält den Parteikollegen Björn Höcke nicht für einen Nazi

AfD-Spitzenkandidat Alexander Gauland spielt im Wahlkampf weiter auf der rechten Klaviatur. Nach seinen Attacken auf die Migrationbeauftragte der Bundesregierung, Aydan Özoguz, die er in Anatolien "entsorgen" wollte, lobte er in einem "Bild"-Interview den thüringischen Rechtsausleger Björn Höcke als "Teil der Seele der AfD". Auf die Frage, ob Höcke seinen Segen hätte, wenn dieser für den Bundesvorstand kandidieren würde, antwortete Gauland: "Wenn Höcke kandidieren will und der Parteitag ihn in den Vorstand wählt, habe ich das nicht zu kritisieren. Das ist die Sache der AfD-Mitglieder." Zudem betonte Gauland, dass Höcke "kein Nazi" sei, sondern ein "sein Vaterland liebender Mann".

Gauland relativierte auch Aussagen von Partei-Sprecherin Frauke Petry, die zugegeben hatte, dass es in der AfD Rechtsextreme gebe. Das sei "töricht" gewesen, sagte Gauland: "Ich sehe keinen einzigen Rechtsextremen in der AfD. Es gibt bei uns nur ein paar Leute, die Dinge klüger formulieren sollten."

Frauke Petry ist in der Parteispitze isoliert

Mit seinen Aussagen unterstrich Gauland noch einmal indirekt seine kritische Haltung gegenüber Petry, die kaum noch Unterstützer in der Parteiführung hat. Gegen Höcke läuft zwar ein von ihr durchgesetztes Parteiausschlussverfahren, aber das ruht derzeit. Der Thüringer Landesschiedsgericht müsste darüber entscheiden, zeigt aber bislang keine Anzeichen, tätig zu werden. Die Mehrheit der Parteispitze hat derzeit kein Interesse an einem Rauswurf Höckes, weil er viele Wähler an die Partei bindet. Petry hingegen ist in der Parteispitze isoliert. Co-Chef Jörg Meuthen hat angekündigt, im Dezember wieder für das Amt des Sprechers zu kandidieren. Die Fortführung einer Doppelspitze mit Petry lehnt Meuthen aber kategroisch ab.



tis

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