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AfD-Spitzenkandidatin Alice Weidel verlässt ZDF-Wahlsendung

Es ging um das Thema Zuwanderung, da spitzte sich die Situation in der ZDF-Wahlsendung "Wie geht's, Deutschland?" zu. Nach einem Wortgefecht mit CSU-Generalsekretär Scheuer verlässt AfD-Frau Alice Weidel die Sendung.

Die AfD-Spitzenkandidatin hat am Abend die ZDF-Wahlsendung "Wie geht's, Deutschland" vorzeitig verlassen. Als CSU-Generalsekretär Andreas Scheuer gerade die Vorstellungen seiner Partei zur Zuwanderung darlegte, fiel die 38-Jährige dem CSU-Mann wiederholt ins Wort: "Die CSU will illegale Einwanderung legalisieren." Scheuer giftete zurück: "Machen Sie erstmal klar, dass Sie sich von Björn Höcke und Alexander Gauland distanzieren." Und er legte nach: Gauland habe Höcke als "Seele der AfD" bezeichnet. "Für mich ist Höcke einfach ein Rechtsradikaler", so Scheuer weiter. Offenbar zuviel für Weidel. Sie packte ihre Sachen und verließ das Studio.

"Gehen Sie jetzt?", fragte Moderatorin Mariette Slomka kurzzeitig konsterniert. Weidel winkte nur ab. Schon zuvor hatte die -Kandidatin gezeigt, dass es in ihr brodelt. Beim Thema Integration konterte sie eine Nachfrage Slomkas in spitzem Ton: "Lassen Sie mich endlich ausreden, sonst kann ich mir das hier sparen." Und auch mit Justizminister Heiko Mass (SPD) geriet Weidel beim selben Thema aneinander. Als Linke-Chefin Katja Kipping rassistischen Fundamentalismus als eines von mehreren Integrationshemmnissen anprangerte und dabei auch ein AfD-Mitglied erwähnte, reagierte die Spitzenkandidatin der Alternative gekränkt: "Es ist wirklich eine Zumutung, hier zuhören zu müssen." Dafür wurde sie von Maas zurechtgewiesen. "Das ist in einer Demokratie so, mein Gott", echauffierte sich der SPD-Politiker. "Jemand, der wie Sie austeilt, sich hierhin zu stellen und die Mimose zu geben, das ist wirklich lächerlich", so Mass unter lautem Applaus.


Alice Weidel gibt Slomka die Schuld

Schon kurze Zeit nach ihrem Auszug aus der Sendung veröffentlichte Weidel eine Stellungnahme, in der sie aber nicht auf Scheuer und Maas losgeht, sondern Moderatorin Marietta Slomka die Schuld gibt. Diese habe sich mit der "Intoleranz und der plumpen Argumentation von und Grünen gemein gemacht." Slomka sei unprofessionell und tendenziös, so Weidel. Die Stellungnahme zog eine Vielzahl an zustimmenden Tweets nach sich.


Doch auch Weidel muss sich in den sozialen Netzwerken einiges anhören. "Das ist wie im Kindergarten. Wenn man keine Argumente mehr hat, haut man beleidigt ab", meint Twitter-Userin "MrsHimbeere". Auch dass ausgerechnet der stramm konservative -Mann Scheuer Weidel aus dem Studio getrieben hat, wird amüsiert notiert. Andere wiederum kaufen in ersten Reaktionen Weidel den Abgang nicht ab. "Dramatisch inszenierter Abgang Alice Weidel! Sicherlich nicht spontan", twittert stern-Herausgeber Andreas Petzold. "So pflegt die AfD liebevoll ihre Opferrolle."

 



dho

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