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7. Juni 2007, 15:12 Uhr

Wider die Machtallüren der G8

Parallel zu den G8 in Heiligendamm haben in Rostock auch die Globalisierungskritiker gegipfelt. Die Botschaft des Alternativgipfels lautete: Die G8 sind nicht diejenigen, die bestimmen, in welche Richtung sich die globale Politik bewegt. Ein Uno-Sonderberichterstatter bezichtigte die Europäer der Verlogenheit.

Er hält die EU für verloren: Uno-Sonderberichterstatter Jean Ziegler© AP/Jens Meyer

Alle zelebrieren sie vermeintliche Erfolge. In Heiligendamm - und in Rostock. Dort haben die Veranstalter des Alternativgipfels zum G-8-Treffen ihre dreitägige Veranstaltung als Erfolg bezeichnet. Rund 2000 Personen nahmen an den Veranstaltungen teil, wie Thomas Seibert von Medico International mitteilte. Die Organisation gehörte zu den Trägern des Treffens.

Auf dem Alternativgipfel haben Vertreter von Umweltschutz- und Menschenrechtsorganisationen wie auch einfache Bürger über Probleme wie Umweltschutz, Erderwärmung, Armut auf der Welt oder Friedenspolitik diskutiert. Ein Abschlusspapier gibt es nicht. Insgesamt gab es von Dienstag bis Donnerstag 130 Veranstaltungen und sieben große Podiumsdiskussionen zu den Themen. Laut Seibert haben auch viele Rostocker an den Veranstaltungen teilgenommen. Die wichtigste Botschaft des Alternativgipfels geht nach seinen Angaben an die G-8-Länder: "Ihr seid nicht legitimiert, für die Menschen zu sprechen." Das G-8-Treffen nannte er "Kosmetik für die Medien".

Attac-Sprecher Peter Wahl sagte, mit den Veranstaltungen des Alternativgipfels und den friedlichen Blockaden von Mittwoch und Donnerstag sei "der Schock vom Samstag" wieder teilweise wettgemacht worden. Der Alternativgipfel werde auch nach Ende der Veranstaltung nachwirken. Auch er sagte, dass die zum G-8-Gipfel versammelten Staatenlenker "nicht legitimiert sind, für die ganze Welt zu sprechen."

Ziegler bezichtigt EU der Verlogenheit

Hauptredner des Alternativgipfels war der Uno-Sonderberichterstatter für das Recht auf Nahrung, Jean Ziegler. Er hatte gesagt, wenn es um Afrika gehe, sprächen die G-8-Staaten immer zunächst über Investitionssicherheit. Das Wort "Hunger" komme nicht vor. Dabei stürben jeden Tag 100.000 Menschen an Hunger oder seinen Folgen. Alle fünf Sekunden verhungere ein Kind unter zehn Jahren. "Das alles passiert auf einem Planeten, der vor Reichtum überquillt." Der Europäischen Union warf Ziegler "totale Verlogenheit" vor. Auf der einen Seite produziere sie durch hochsubventionierte eigene Güter Hungerflüchtlinge in Afrika, auf der anderen Seite kriminalisiere sie diese, wenn sie nach Europa kämen. Die indische Menschenrechtlerin Vandana Shiva sagte, die reichen Industrieländer würden auf dem Gipfel versuchen, ihre wirtschaftlichen Interessen gegen die ärmeren Länder durchzusetzen. Nach ihren Worten begehen tausende indische Kleinbauern Selbstmord, weil sie wegen der Folgen der Globalisierung nicht mehr von den Erträgen ihrer Arbeit leben können. "Die Führer der reichen Länder bestimmen aber nicht, wo es in der Welt langgeht", sagte sie.

Veranstalter des Alternativgipfels unter dem Motto "Globalisierung anders denken" war ein Bündnis aus 40 Organisationen, von der linksradikalen Interventionistischen Linken über Gewerkschaften bis hin zu Organisationen wie Attac, Oxfam oder Greenpeace.

AP
 
 
KOMMENTARE (2 von 2)
 
mitlaeufer1it (07.06.2007, 23:20 Uhr)
EU VERLOGENHEIT
NICHT NUR GEGENHÜBER DER DRITTE WELT ,die EU ist vom comzept er VERLOGEN. Diese susammen geruffelte und ohne volks basis, getzwungener interesse" CUPOLA"Gemainschaft ist das tipyscher ,fur in Bruxel siztende politischer CASTE .Die alle sind EUCHELER
waelder (07.06.2007, 21:25 Uhr)
Wirtschaftliche Interessen vs. Arme Länder
Die Heuchelei wird nur noch von der akuten Schizophrenie übertroffen.
Die EU finanziert Projekte in Guyana und Suriname, deren Hauptprodukte für den Agrarexport Bananen, Reis und Zucker sind.
Gleichzeitig nimmt die diese drei Produkte aus der Marktöffnung für Agrarimporte aus den AKP-Ländern heraus (AKP = Afrika, Karibik, Pazifik).
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