. .
Politik in Deutschland
Schlagzeilen Themen Mobil iPad Blogs Investigativ Hefte
 
Fotocommunity
Fotocommunity

Treffpunkt für ambitionierte Amateurfotografie. Bilder hochladen und bewerten, sich mit anderen Austauschen. mehr...

Weblogs bei stern.de
Weblogs bei stern.de

Die Online-Tagebücher bei stern.de: Freie Autoren schreiben hier persönlich, direkt und eigenständig. mehr...

Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka
sternTV - Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka

Vertiefende Informationen zu der aktuellen und den vergangenen Sendungen von sternTV. mehr...

stern Investigativ
stern Investigativ

Das Recherche-Team des stern. Erfahren Sie mehr über die Recherchespezialisten und ihre Enthüllungen von Terrorismus bis Wettmanipulation. mehr...

 
16. Oktober 2008, 15:22 Uhr

Wie Rentner jetzt rechnen sollten

Private Rentenversicherungen

Heutige Rentner müssen die Hälfte ihrer Altersbezüge versteuern. Ab 2040 werden es 100 Prozent sein. Ein Vergleich von Bankauszahlplänen und privaten Rentenversicherungen lohnt sich also mehr denn je. Der stern gibt einen Überblick, wie sich am meisten für den Ruhestand herausholen lässt. Von Frank Donovitz und Joachim Reuter

Geld in der Kasse bringt keine Zusatzrente - es muss klug angelegt werden© Jörg Dommel

"Steuern zahlen? Was geht mich das an." Das konnten Rentner jahrzehntelang guten Gewissens sagen. Doch die Zeiten, in denen der Fiskus Senioren ungeschoren ließ, sind längst vorbei. Seit 2005 steigt der Anteil der Renteneinkünfte, die steuerpflichtig sind, Jahr für Jahr. Der Jahrgang, der 2008 in den Ruhestand geht, muss 56 Prozent seiner Renteneinnahmen versteuern, 44 Prozent bleiben steuerfrei. Wer im nächsten Jahr aufs Altenteil geht, muss 58 Prozent seiner Rentenbezüge versteuern. Der steuerpflichtige Anteil steigt für jeden weiteren Jahrgang schrittweise an. Für alle, die im Jahr 2040 und danach in Pension gehen, werden es 100 Prozent sein. Kleiner Trost: Im Gegenzug erhöht sich der Anteil der Altersvorsorgebeiträge, die sich in der Ansparzeit steuerlich absetzen lassen.

Damit wird die neue Abgeltungssteuer auch zu einem Thema für heutige und - noch mehr - für angehende Ruheständler. Was zum Beispiel tun, wenn eine Lebensversicherung oder ein Banksparvertrag ausgezahlt wird? Ist es künftig einträglicher, Ersparnisse in abgeltungssteuerpflichtige Geldanlagen oder in private Zusatzrenten zu investieren? Exakt beantworten lässt sich die Frage nur für den Einzelfall. Grob gerechnet gilt: Für Rentner, deren Steuerbelastung auf den letzten Euro mehr als 25 Prozent beträgt, lohnen sich Kapitalanlagen, die der Abgeltungssteuer unterliegen.

Lesen Sie in der Liste die neuen Regeln.

Steuerpflichtige Renten

Erfasst werden bei der Berechnung des persönlichen Rentensteuersatzes alle Leistungen aus der gesetzlichen und betrieblichen Rente sowie aus berufsständischen Versorgungswerken. Die Summe dieser Einnahmen, abzüglich des steuerfreien Anteils je nach Rentenjahrgang, ergibt den Betrag, mit dem der Fiskus rechnet. Davon werden noch Sonderausgaben wie Versicherungsbeiträge und Spenden abgezogen. Auf das zu versteuernde Alterseinkommen wird genau derselbe, ansteigende Tarif wie bei Arbeitnehmern oder Selbstständigen angewendet.

Faustformel: Steuerfrei sind für einen Single, der in diesem Jahr seine Rentenzeit beginnt, etwa 17.000 Euro Renteneinkünfte im Jahr, also rund 1400 Euro Monatsrente. Verheiratete können gemeinschaftlich rund 35 000 Euro Jahresrente (knapp 3000 Euro monatlich) steuerfrei kassieren. Tipp: Wer weniger Rente(n) bekommt, kann beim Finanzamt eine sogenannte Nichtveranlagung beantragen. Dann bleiben auch Zinseinkünfte, die höher als der Sparerpauschbetrag sind, steuerfrei.

Wer jedoch höhere Alterseinkommen hat, muss Steuern zahlen. Da die Steuerbelastung mit jedem zusätzlichen Euro steigt, kommt es für die Geldanlage immer auf die Belastung des letzten Euros an, im Fachjargon: "Grenzsteuersatz". Liegt er über 25 Prozent, spart die neue Abgeltungssteuer Geld. Es kann sich lohnen, dies vom Steuerberater, Lohnsteuerhilfeverein oder einem Steuerprogramm durchrechnen zu lassen: Denn zum Beispiel auf Riester-Renten oder Mieteinnahmen wird der reguläre Steuertarif angewendet. Dagegen gilt für Zinsen oder Dividenden nur der pauschale 25-Prozent-Abzug.

Bank- und Fondsauszahlpläne

Für (angehende) Ruheständler mit hoher Steuerbelastung können Bankauszahlpläne mit festem Zins oder Renten aus Investmentfonds steuerlich, aber auch wirtschaftlich ein attraktives Zusatzeinkommen auf Zeit bringen. Beispiel: Wer heute 50.000 Euro in einen Bankauszahlplan mit 4,7 Prozent jährlichem Festzins investiert, erhält 20 Jahre lang eine monatliche Vorsteuerauszahlung von knapp 320 Euro (Konditionen der Debeka bei Kapitalverzehr). Nach Abgeltungssteuer kommen netto rund 290 Euro pro Monat heraus.

Private Rentenversicherung

Die Auszahlungen von privaten Rentenversicherungen unterliegen nicht der Abgeltungssteuer. Für sie gelten eigene Regeln. Je nach Abschlussdatum und Gestaltung einer Police ist die Steuerbelastung unterschiedlich. Empfehlenswert ist daher, Angebote vor Abschluss vom Steuerberater prüfen zu lassen. Generell gilt: Von Auszahlungen einer privaten Rentenpolice ist nur der sogenannte Ertragsanteil steuerpflichtig. Die Höhe des Ertragsanteils ist gesetzlich festgeschrieben und richtet sich nach dem Renteneintrittsalter des Versicherungskunden. Wer im Alter von 60 bis 61 Jahren in Rente geht, muss 22 Prozent der Auszahlungen versteuern. Von 100 Euro Auszahlung sind also nur 22 Euro steuerpflichtig, und zwar mit dem persönlichen Steuersatz des Rentners. Und: Je später der Ruhestand beginnt, desto niedriger der Ertragsanteil: Wer seinen Ruhestand mit 67 Jahren beginnt, muss nur 17 Prozent der Auszahlungen versteuern.

Mit diesem Steuervorteil werben die Versicherungsvertreter gern. Ein gutes Geschäft sind die Angebote jedoch nicht in jedem Fall. Beispiel: Zahlt eine heute 60-Jährige 50.000 Euro in eine private Rentenversicherung ein, erhält sie nach zwei Jahren Wartezeit lebenslang eine garantierte Vorsteuer-Monatsrente von gut 185 Euro, inklusive Überschüsse sind rund 200 Euro pro Monat möglich. Davon sind nur 22 Prozent, also 44 Euro, steuerpflichtig. Der Fiskus würde der Rentnerin, selbst wenn sie den Spitzensteuersatz zahlen würde, nicht mehr als 20 Euro abzwacken. Etwas mehr, knapp 200 Euro garantiert, bekäme ein Mann gleichen Alters von der Versicherung ausbezahlt (Konditionen des Direktversicherers Cosmos). In diesem Fallbeispiel würde die Privatrente im Todesfall des Versicherten 20 Jahre lang an Begünstigte weitergezahlt ("Rentengarantiezeit") - ähnlich wie bei vererbbaren Bank- oder Fondsauszahlplänen.

Es zeigt sich: Abgeltungspflichtige Bankauszahlpläne (siehe Tabelle) können mehr Geld im Monat bringen als private Rentenpolicen, allerdings nicht garantiert bis ans Lebensende. Die passende Auswahl der Geldanlagen im Alter hängt also nicht nur von deren Wirtschaftlichkeit und von Steuerregeln ab, sondern auch von den Lebensumständen des Sparers.

Fazit

Rentner müssen künftig mit einer steigenden Steuerbelastung rechnen. Die neue Abgeltungssteuer begrenzt die Belastung von Zinseinnahmen auf 25 Prozent. Ob sich die Umwandlung von Vermögen in eine private Rentenversicherung rechnet, prüft am besten ein Steuerberater.

Übernommen aus ... Stern Stern
Ausgabe 42/2008

KOMMENTARE (6 von 6)
 
kschmid007 (30.11.2008, 13:34 Uhr)
Steuern sparen ist nicht alles
Das Thema Abgeltungsteuer ist ja derzeit in aller Munde. Auf der Website www.abgeltungsteuer.de gibt es zahlreiche gute Artikel renommierter Autoren zur wesentlichen Erkenntnis, dass sich die Kapitalanlage auch ohne Steuerersparnis rechnen muss. Nicht zuletzt Banken, Versicherungen und Finanzdienstleister haben mit dem Thema ein verkaufsförderndes Argument entdeckt, um in Zeiten unruhiger Börsen und grassierender Rezessionsangst dem schleppenden Absatz von Finanzprodukten auf die Sprünge zu helfen. Oft wird die Frage vernachlässigt, ob es überhaupt Sinn macht, sich nur wegen der Steuerersparnis für eine bestimmte Kapitalanlage zu entscheiden. Die Antwort lautet durchweg: „nein“.
K. Schmid
hotte_m (29.11.2008, 14:38 Uhr)
Danke SPD und Grüne !
stammt alles aus Eurer Regierungszeit, auch der "gläserne Zahlemann" gegenüber dem Fiskus. Versteuerte Rente! Ihr habt das alles ermöglicht wo sich vorher noch niemand rangetraut hat. Wie dumm muß man eigentlich sein wenn man Euch noch wählt?
Lusitano55 (28.11.2008, 20:48 Uhr)
Beamte
@corazito
Ja klar immer auf die Beamten...
Wo es im oeffentlichen Dienst nix zu
verdienen gab wurde die Beamten von den Angestellten in der privaten Wirtschaft ausgelacht und die Facharbeiter haben gesagt fuer die paar Pfennige wuerden wir nie arbeiten gehen....
aber jetzt kommen und uns unsere Altersbezuege um die Ohren hauen das ist heuchlerisch und wenn Sie das abgeschafft haben wollen muessen Sie waehlen gehen aber die Partei(en) die
fuer eine 2/3 mehrheit die dazu noetig ist um Ihrem Begehren genuege zu tun......
Noch eine Anmerkung zum Schluss
Beamte sind keine Millionarios.Schon Ihr vergleich mt u.a Politikern entbehrt jeder Grundlage.Ich habe noch keinen Politiker gesehen ,der wegen Krankheit bspw noch quasi "bestraft " wird prozentual noch Geld abgezogen bekommt weil er in
Ruhestand geht.Auch beachten Sie bitte das es nicht nur pensionierte Beamte des gehobenen Dienstes und
Staatssekretaere gibt
Also locker bleiben :-)
Corazito3333 (28.11.2008, 19:25 Uhr)
Beamter, Politiker oder Manager
diese Berufe sollte man anstreben. Als Angestellter rentiert sich Arbeit null!
Lernen, Ausbildung, 40 Jahre schuften, Steuern zahlen, zwischendurch Kinder kriegen die erziehen (gibts ja irres Kindergeld), Häusle baue und für die Rente sparen.....und konsumieren!!! Dieser Staat ist ein absoluter Abzocker!!
Mindsplitting (28.11.2008, 15:54 Uhr)
am besten...
...so lang es geht arbeiten, kapital anschaffen und auswandern wenn es so weit ist. Irgendwohin wo das eigene Geld sicher ist und es noch etwas kaufkraft besitzt.
FlyingDutchman (28.11.2008, 15:06 Uhr)
Das wird ja spannend.
Wie und wo werden dann denn all jene versteuern müssen die in mehreren unterschiedlichen Ländern ihre Rentenansprüche erworben haben?
MEHR ZUM ARTIKEL
Altersbezüge Rentner erhalten deutlich mehr Geld

Frohe Botschaft in der Krise: Zum 1. Juli steigen die Renten in Deutschland spürbar an, die Ostdeutschen können sich besonders freuen. Kanzlerin Angela Merkel hofft, dass die höheren Altersbezüge die Konjunktur ankurbeln. mehr...

Riester für über 45-Jährige So funktioniert das Riester-Banksparen

Auf die staatlichen Zulagen für ihre spätere Altersvorsorge brauchen auch Ältere nicht verzichten. Die Riester-Rente lohnt sich selbst in der zweiten Lebenshälfte - mit dem Banksparen. Hier erklären wir, wie es funktioniert. mehr...

Altersversorgung Beamte sollen Rentenbeiträge zahlen

Beamte erhalten im Ruhestand deutlich mehr an Pensionen als Angestellte an Rente - diese Ungleichheit hat Politiker auf den Plan gerufen. "Es kann nicht sein, dass die Arbeit eines Angestellten weniger wert ist als die Arbeit eines Beamten", sagte SPD-Innenexperte Dieter Wiefelspütz. mehr...

MEHR ZUM THEMA
powered by wefind WeFind
 
Leser werben Leser

Jetzt den stern empfehlen und attraktive Prämie sichern!

 
 
 
 
 
stern - jetzt im Handel
stern (23/2012)
Rettet die Liebe