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2. Januar 2009, 15:15 Uhr

Tote Skifahrerin hinterlässt vier Kinder

Die Skifahrerin, die nach einem Zusammenstoß mit dem thüringischen Ministerpräsidenten Dieter Althaus ihren Verletzungen erlag, war vierfache Mutter. Ihr jüngstes Kind wird am Samstag ein Jahr alt. Der genaue Hergang des Unfalls ist weiterhin unklar. Die Ärzte wollen Althaus in Kürze aus dem künstlichen Koma aufwecken.

Der thüringische Ministerpräsident Dieter Althaus wollte, dass sich die Notärzte zuerst um die Frau kümmern© EPA

Einen Tag nach dem Skiunfall des thüringischen Ministerpräsidenten Dieter Althaus ist der genaue Hergang weiter unklar. Für die Kollision mit der gebürtigen Slowakin, die auf dem Weg ins Krankenhaus ihren Verletzungen erlag, gab es keine Augenzeugen. Die 41 Jahre alte Frau war den österreichischen Behörden zufolge vierfache Mutter, deren jüngstes Kind am Samstag ein Jahr alt wird. Das sagte der Leiter der Alpinpolizei Liezen, Siegmund Schnabl, am Freitag dem Sender MDR 1 Radio Thüringen. Drei Kinder stammten aus der ersten Ehe der Verunglückten mit einem Österreicher.

Unmittelbar nach dem Zusammenprall der beiden Skiläufer kümmerten sich die Notärzte und zwei auf der Piste fahrende Mediziner zunächst um die schwerstverletzte Frau. Dies sei auf ausdrücklichen Wunsch von Althaus geschehen, der zu diesem Zeitpunkt voll bei Bewusstsein war. Um die Verletzten kümmerten sich neben dem herbeigerufenen Notarzt auch die zwei Mediziner, die sich als Touristen auf der Piste aufhielten. Später verzögerte sich sein Transport in eine Spezialklinik, weil der Flug des Rettungshubschraubers in die beiden nächstliegenden Kliniken wegen der Lichtverhältnisse nicht möglich war. Im Gegensatz zu der Frau habe der Ministerpräsident einen Helm getragen.

Der Geschäftsführer der Riesneralm Bergbahnen GmbH, Bürgermeister Erwin Petz, sagte nach Angaben der österreichischen Nachrichtenagentur APA zu dem Unfall im Kreuzungsbereich zweiter Pisten: "Es ist so, wie wenn es auf einem großen Parkplatz, wo nur zehn Autos stehen, zu einer Kollision zwischen zwei Fahrzeugen kommt." Noch in diesem Sommer sei die Kreuzung der beiden Pisten verbreitert worden. An der genauen Stelle sei bislang noch nichts passiert. Sein Skigebiet habe das internationale Pistengütesiegel, das auch strenge Sicherheitskriterien beinhalte. Die Pisten seien nach den Regeln des internationalen Skiverbands FIS markiert gewesen, sagte Petz.

Schnabl sagte auf einer Pressekonferenz weiter, sowohl Althaus als auch seine Unfallgegnerin hätten als gute Skifahrer gegolten. Die Slowakin mit Wohnsitz in den USA war Sportlehrerin. Sie war mit ihrem Ehemann unterwegs und nach einem kurzen Stopp knapp oberhalb der Unfallstelle alleine voraus in die durch Warnhinweise gesicherte breite Pistenkreuzung eingefahren. Schnabl und Petz sagten laut APA, bei einer Befahrung der Unfallstelle hätten weder Bodenwellen noch Schläge oder Vereisungen festgestellt werden können. Die Pistenbeschaffenheit wurde mit "griffigem Gemisch aus Kunst- und Naturschnee" beschrieben. Zum Unfallzeitpunkt habe gute Sicht geherrscht. Die Staatsanwaltschaft Leoben nahm den Angaben zufolge die Ermittlungen auf. Ein Sachverständiger wurde eingeschaltet.

Althaus hat nach Meinung der behandelnden Ärzte gute Chancen auf eine vollständige Genesung. Zwar wollten die Mediziner der Unfallklinik in Schwarzach am Freitag keine feste Prognose wagen, doch gaben sich die Ärzte vor Journalisten zuversichtlich. Der 50-jährige Althaus selbst wird vermutlich bis zum Wochenende wieder aus dem künstlichen Tiefschlaf geweckt werden, in den ihn die Ärzte nach seiner Ankunft in der Klinik versetzt hatten. Eine Verlegung nach Erfurt ist nach Meinung der Experten zurzeit nicht sinnvoll. Althaus erlitt bei dem Zusammenprall mit der 41-jährigen Frau zusätzlich noch einen Knochenbruch im Gesicht, der jedoch nicht gesondert behandelt werden müsse.

DPA/AP
 
 
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