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Staatsanwalt ermittelt gegen Gysi

Seit Jahren wehrt sich der Linken-Fraktionschef gegen Vorwürfe, er habe mit der Stasi kooperiert. Bislang mit Erfolg. Nun tauchen neue Vorwürfe auf.

  Gregor Gysi hatte in der DDR als Anwalt prominente Dissidenten vertreten

Gregor Gysi hatte in der DDR als Anwalt prominente Dissidenten vertreten

Die Staatsanwaltschaft Hamburg hat laut einem Medienbericht ein Ermittlungsverfahren gegen den Fraktionschef der Linkspartei, Gregor Gysi, eingeleitet. Nachgegangen werde dem Verdacht, Gysi habe im Zusammenhang mit angeblichen früheren Stasi-Kontakten eine falsche eidesstattliche Versicherung abgegeben, berichtet die "Welt am Sonntag".

Auslöser dafür sei eine einzelne Anzeige. Dem Bericht zufolge hat sich der Immunitätsausschuss des Bundestags bereits Ende Januar mit dem Fall befasst und keine Einwände gegen eine Prüfung durch die Staatsanwaltschaft erhoben. Gysi genießt damit derzeit keine parlamentarische Immunität.

Linke gibt sich gelassen

Der Sprecher der Linke-Fraktion im Bundestag, Hendrik Thalheim, zeigte sich überzeugt, dass das Verfahren bald eingestellt wird. "Gregor Gysi hat keine Falschaussage gemacht", sagte er der Nachrichtenagentur DPA. Es sei aber selbstverständlich, dass eine Staatsanwaltschaft einer Anzeige nachgehen müsse.

Hintergrund der Ermittlungen ist laut "Welt am Sonntag" eine eidesstattliche Versicherung, mit der sich Gysi Anfang 2011 gegen die Ausstrahlung einer NDR-Dokumentation gewehrt hatte. Thema der Sendung waren die angeblichen Stasi-Kontakte des heute 65-Jährigen. Damals hatte der Politiker und Anwalt versichert, er habe "zu keinem Zeitpunkt über Mandanten oder sonst jemanden wissentlich und willentlich an die Staatssicherheit berichtet". Diese Aussage könne jedoch falsch sein, berichtet die Zeitung unter Berufung auf bereits früher veröffentlichte Dokumente aus der Stasi-Unterlagen-Behörde.

Seit rund zwei Jahrzehnten werden immer wieder Vorwürfe über eine angebliche Zusammenarbeit Gysis mit der Stasi erhoben. Bislang hat sich der Politiker stets juristisch gegen diesen Verdacht gewehrt. Der studierte Jurist hatte in der DDR als Anwalt prominente Dissidenten wie Rudolf Bahro und Robert Havemann vertreten.

anb/DPA/DPA
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