Es ist vorbei: Auch Bundesbildungsministerin Annette Schavan wurde der Doktortitel aberkannt. Die Universität Düsseldorf beendete das Verfahren mit diesem Urteil. Schavan hatte ihre Arbeit vor mehr als 30 Jahren abgegeben, Titel der Promotion: "Person und Gewissen". Schavan wurden fehlende Quellennachweise, das Verschleiern geistigen Eigentums und die Vernachlässigung wissenschaftlicher Standards vorgeworfen.
Schavan selbst wehrte sich gegen die Vorwürfe, die im Mai 2012 erstmals das Recherchenetzwerk "VroniPlag Wiki" erhoben und dafür eigens die Seite Schavanplag eingerichtet hat. Die intensive Beschäftigung mit ihrer Dissertation habe sie in der Überzeugung bestärkt, dass diese kein Plagiat sei. "Ich bin davon überzeugt, dass die unbegründeten Plagiatsvorwürfe ausgeräumt werden", sagte die CDU-Politikerin und enge Vertraute von Angela Merkel.
Statistisch gesehen standen die Chancen für Schavan, ihren Doktortitel behalten zu dürfen, jedoch schlecht. In sechs von sieben prominenten Fällen, in denen Plagiatsvorwürfe erhoben wurden, wurde der Doktortitel schließlich entzogen. Nur einer durfte ihn behalten. Sechs Plagiatoren und ein Doktor.
Trotz der Plagiatsaffäre hat die CDU in Ulm Bildungsministerin Annette Schavan mit einem Rekordergebnis wieder für den Bundestag nominiert. Ob sie dort ankommen wird, ist aber nach wie vor offen.
Nominierung für den Bundestag Wahlkreis steht hinter Annette SchavanEs war ein Heimspiel: Annette Schavan wurde in Ulm mit exzellentem Ergebnis zur Bundestagskandidatin gekürt. Die Plagiatsaffäre schien für einen Augenblick beinahe vergessen.
Plagiatsdebatte Schavan geht gestärkt in NominierungswahlTrotz immer neuer Vorwürfe zeigt sich Bildungsministerin Annette Schavan von den Plagiatsvorwürfen kaum beeindruckt - ihren Wahlkreis in Baden-Württemberg zumindest scheint sie sicher zu haben.
Kampf um Doktortitel Merkel gibt Schavan RückendeckungHangepartie im Fall Schavan: Trotz nahendem Bundestagswahlkampf will die Merkel-Vertraute nicht aufgeben. Während die eigene Partei sie unterstützt, erhöht die Opposition den Druck.
Plagiatsverfahren gegen Schavan Forderung nach einheitlichen PromotionsregelnAnnette Schavan bleibt hart: Ihre Doktorarbeit sei kein Plagiat. Trotzdem wurde ein Verfahren gegen sie eröffnet. Aber auch die Universitäten müssen sich neuen Fragen zu ihren Regeln stellen.