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14. Februar 2007, 08:31 Uhr

Kein Geld für Bafög-Anhebung

Bundesbildungsministerin Annette Schavan schließt eine Anhebung des Bafög aus. Die Erhöhung sei "im Moment aber nicht verkraftbar". Es gebe neben dem Bafög noch eine Reihe von anderen Möglichkeiten, ein Studium zu finanzieren.

Bundesbildungsministerin Annette Schavan ist gegen eine Bafög-Anhebung© Rainer Jensen/DPA

Bundesbildungsministerin Annette Schavan sieht keinen Spielraum für eine Bafög-Anhebung. Eine Erhöhung der staatlichen Ausbildungsförderung sei zwar wünschenswert, im Moment aber nicht verkraftbar, sagte die CDU-Politikerin. Wer jetzt mehr Schulden aufnehme, lade genau der Generation, um die es gehe, diese Schulden auf, sagte sie zur Begründung. Zuletzt war das Bafög 2001 angehoben worden.

Mit der Bafög-Novelle, die gleich bleibende Sätze in diesem Jahr vorsieht, will sich das Bundeskabinett beschäftigen. Der Bafög-Beirat des Bildungsministeriums hatte sich für eine Erhöhung um zehn Prozent ausgesprochen. "Beiräte beraten und die Politik muss entscheiden, ob die damit verbundenen Kosten jetzt für den Haushalt verträglich sind. Sie sind jetzt nicht verträglich", erläuterte Schavan die abweichende Haltung der Regierung.

Es gebe aber neben dem Bafög noch eine Reihe von anderen Möglichkeiten, ein Studium zu finanzieren. So könnten Studierende etwa Kredite zu günstigen Konditionen aufnehmen. Zudem werde es gezielt andere Verbesserungen geben. So sollten die Universitäten etwa familienfreundlicher werden und bessere Möglichkeiten für Studenten im Ausland geschaffen werden. Im Vergleich mit den Auszubildenden seien Studenten "immer noch in einer vergleichsweise komfortablen Lage", sagte Schavan.

Die Vorsitzende des Bildungsausschusses des Bundestages, Ulla Burchardt, forderte für 2008 eine "spürbare Erhöhung des Bafög". "Wir müssen massiv in Bildung investieren", sagte die SPD-Politikerin der "Berliner Zeitung". Die seit vielen Jahren stagnierenden Bedarfssätze und Freibeträge dürften kein Dauerzustand sein.

Reuters
 
 
KOMMENTARE (3 von 3)
 
catchme (14.02.2007, 11:43 Uhr)
Wer wird Millionär ?
In fast jeder seiner Sendung " Wer wird Millionär " führt Günther Jauch Studenten als Kandidaten vor - mit einem meist erschreckenden Ergebnis ! Es fehlt das Basiswissen und selbst das Fachwissen des Studienganges ist meist sehr schwach ausgeprägt ... wenn dieses Bildungsniveau das Ergebnis der bisher eingesetzten Mittel zur Förderung von Studenten ist, dann ist das Geld der Steuerzahler nicht sehr erfolgreich angelegt. Vielleicht fördert die Studiengebühr und eine Bafög-Reduzierung ja die Leistungsbereitschaft und verkürzt so ganz nebenbei die Studiendauer.
PS: ich habe meine Studienzeit auch durch eig. Arbeit finanziert !
peach76 (14.02.2007, 11:15 Uhr)
Intelligenz und Elite
Unter diesem Titel gab es bereits vor Jahren Vortragsreihen in denen angeprangert wurde das Deutschland immer mehr dem amerikanischen Ausbildungbild entsprechen würde.
Warum informiert sich Frau Schavan nicht richtig?
Es kann nicht sein, das in Zukunft nur noch Kinder reicher Eltern studieren dürfen…
BaföG bekommen schon jetzt längst nicht genug Studenten, ihre Arbeitskraft wird billig genutzt, an den UNI's fehlt Lehrpersonal und Unterlagen und einen Ausbildungskredit bekommt man ohne Sicherheiten ganz bestimmt nicht.
Jeder Student ist sicher in der Lage etwas dazu zu verdienen um das System zu unterstützen, aber wenn wir von Amerika sprechen dann auch bitte darüber das externe dort ihrer Uni spenden weil sie dankbar sind. Ich kann das von mir nicht behaupten, mein Studium war geprägt von fehlenden Büchern und ausfallenden Veranstaltungen.
So wird das nix Frau Schavan!
Wenn Sie auch weiterhin eine solide Akademische Schicht von Fachleuten und Führungskräften haben möchten, müssen Sie heute investieren.
Wie haben Sie eigendlich Ihr Studium finanziert???
peppuul (14.02.2007, 09:51 Uhr)
Bafög
Es ist erschreckend festzustellen, mit welcher heuchlerischen Kaltschnäuzigkeit die Bildungsministerin Frau Schavan über die schlechte finanzielle Situation der Studenten hinweggeht. Die Dame ist nicht in keinster Weise befähigt, sich in die Lage der meisten Studenten hineindenken. Frau Schavan sollte ihre Stuhl für einen Minister, der sich mit der Problematik auskennt und auch entsprechend agiert könnte, freimachen.
Längst ist ein akuter Bildungsmangel festgestellt worden und die Politiker schreien lauthals nach Verbesserungen in der Bildungspolitik, alles nur Geschwätz, denn unter den jetzigen Politikern wird sich nichts ändern. Durch die Einführung der Semestergebühren hat sich die Lage nur noch verschärft.
Wenn es darum geht sich die Diäten zu erhöhen, hohe Ruhestandsgelder einzuheimsen und sonstige lukrative Pöstchens anzueignen, gibt es auf der politischen Ebene keine Debatten und keine Grenzen nach oben.
Die Lösung wirklich anstehender Probleme ist offensichtlich den Politikern ein sehr unbekannter Faktor.
Es leben die Reichen und Schönen!
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