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8. Februar 2012, 13:17 Uhr

Anonymous will Bundestagsserver gehackt haben

Die Hackergruppe Anonymous ist nach eigenen Angaben in Server des Bundestages eingedrungen und hat als vertraulich eingestufte Unterlagen aus dem Kundus-Untersuchungsausschuss ins Internet gestellt. Dumm nur, dass die Unterlagen bereits im Netz verfügbar waren.

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Aktivist von Anonymous: Der Hackergruppe ist es gelungen, vertraulich eingestufte Unterlagen aus dem Kundus-Untersuchungsausschuss ins Internet zu stellen, die aber gar nicht mehr so vertraulich waren...© Marc Tirl/DPA

Wirbel um einen angeblichen Hackerangriff auf als geheim eingestufte Bundestagsunterlagen: Die Hackergruppe Anonymous ist nach eigenen Angaben in Server des Bundestages eingedrungen und hat als vertraulich eingestufte Unterlagen aus dem Kundus-Untersuchungsausschuss ins Internet gestellt. Die Unterlagen waren aber bereits alle öffentlich über den Abschlussbericht im Internet zugänglich. Darauf wies die Pressestelle des Bundestags am Mittwoch hin.

"Die Liste der Dokumente ist im Dokumentenverzeichnis ab Seite 460 aufgeführt", teilte der Bundestag mit. In der Tat gelangt man von dort auf angeblich gehackte Dokumente - etwa den Bericht der unabhängigen afghanischen Menschenrechtskommission "Afghanistan Independent Human Rights Commission" mit einer Namensliste von 102 Todesopfer des Luftangriffs. "Unter den Dokumenten befinden sich auch solche, die ursprünglich als "geheim" oder "vertraulich" eingestuft waren", erläuterte der Bundestag.

Der Grünen-Abgeordnete Omid Nouripour, der Mitglied des Gremiums war, sagte der Nachrichtenagentur dpa: "Weil das Verteidigungsministerium Dinge, die nicht als geheim eingestuft werden müssten, reflexhaft einstuft, braucht es sich nicht um die Aufregung wundern." Unklar blieb, ob die Aktivisten tatsächlich bei einem Hackerangriff auf die Dokumente gestoßen sind und nicht gemerkt hatten, dass sie bereits öffentlich zugänglich waren.

Der Kundus-Ausschuss hatte einen von der Bundeswehr initiierten Luftangriff in Afghanistan untersucht, bei dem mehr als 140 Menschen starben, darunter viele Zivilisten.

DPA
 
 
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