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19. Mai 2007, 18:16 Uhr

Jung verteidigt Afghanistan-Einsatz

Blutiger Samstag im Norden Afghanistans: Drei deutsche Soldaten sind bei einem Selbstmordanschlag in Kundus getötet worden. Fünf weitere wurden teilweise schwer verletzt. Trotz des Attentats will Verteidigungsminister Franz Josef Jung nichts an der Afghanistan-Strategie ändern.

Der zerstörte Marktzplatz in Kundus: Die getöteten Soldaten stammen aus Hessen, Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein© Reuters TV

Die bei dem Selbstmordanschlag im nordafghanischen Kundus getöteten drei Bundeswehrsoldaten stammen aus Hessen, Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein. Das teilte Verteidigungsminister Franz Josef Jung (CDU) im Einsatzführungskommando der Bundeswehr in Geltow bei Potsdam mit. Der Staatssekretär im Verteidigungsministerium, Peter Wichert, sowie ein General aus dem Ministerium seien in Afghanistan an den Ermittlungen gegen die Täter beteiligt.

Die verletzten Bundeswehrsoldaten werden nach Angaben von Verteidigungsminister Franz Josef Jung (CDU) am Sonntag mit einem Lazarett-Flugzeug nach Deutschland zurückgebracht. Drei deutsche Soldaten seien getötet, fünf verletzt worden, darunter zwei schwer, sagte Jung im Einsatzführungskommando der Bundeswehr in Geltow bei Potsdam. Die medizinische Kette in Afghanistan habe reibungslos funktioniert, sagte der Minister. Zudem seien fünf Afghanen getötet und sieben schwer verletzt worden, neun weitere seien leicht verletzt worden.

Trotz des Anschlags lehnt Jung jede Änderung des Bundeswehr-Einsatzes in Afghanistan ab. Der tödliche Anschlag auf deutsche Soldaten in Kundus dürfe nicht als Anlass dienen, "hier zu einer Veränderung der Auftragslage zu kommen", sagte er. Man müsse den Soldaten den Rücken stärken, statt über ihren Einsatz zu debattieren. Die Soldaten setzten sich in bewundernswerter und dankenswerter Weise für Stabilität und Wiederaufbau in Afghanistan ein. Es gebe keinen Hundertprozentigen Schutz für sie. Aber "wir werden uns auch durch einen solchen hinterhältigen und feigen Anschlag nicht von unserer Auftragserfüllung abbringen lassen." Er sei dem SPD-Vorsitzenden Kurt Beck dankbar für seine Erklärung, in der er die Wichtigkeit des Einsatzes unterstreiche.

Linke fordert Abzug aus Afghanistan

Obwohl von Union, SPD, Grünen und FDP grundsätzlich Unterstützung für diese Linie kommt, gibt es in der SPD offenbar auch Widerstände. Er erwarte Schwierigkeiten bei der Verlängerung des Einsatzmandats im Oktober, sagte der Außenpolitiker Rolf Mützenich der "Welt am Sonntag". Den Abzug der deutschen Soldaten forderte die Linke. Der Außenpolitiker Wolfgang Gehrke sagte: "Aus diesem Krieg gibt es nur einen Ausweg: Die Kriegsteilnahme Schritt für Schritt zu beenden." Ähnlich äußerten sich die Fraktionschefs Oskar Lafontaine und Gregor Gysi.

DPA/AP/Reuters
 
 
KOMMENTARE (6 von 6)
 
blog-kade (21.05.2007, 10:11 Uhr)
Wann begreift die Welt, ...
... dass dieser Krieg sinnlos ist? Deutsche Soldaten haben nichts in Afghanistan zu suchen. Der "Spaß" kostet den Bundesbürger einen Haufen Geld und schafft nicht die Sicherheit im Land, die man uns versprochen hat. Zu welchen positiven Entwicklungen ist es denn in Afghanistan gekommen? Und stehen diese Entwicklungen in einem sinnvollen Zusammenhang zum betriebenen Aufwand? Frieden lässt sich nicht mit Waffengewalt schaffen.
Die westliche Welt muss sich so schnell wie möglich aus Afghanistan zurückziehen. Das hat nichts mit Feigheit zu tun, sondern mit Sinnhaftigkeit.
Mulo (20.05.2007, 12:46 Uhr)
Soldaten müssen bleiben
Aquinate da muss ich ihnen recht geben,in jedem Krieg wird es Opfer geben auf allen Seiten un Afghanistan ist für mich Kriegsgebiet. Aber jeder sieht bzw hört von den schlechten Sachen in diesem Land, von neuen Schulen(auch für Mädchien)Brücken, Brunnen, davon das Kabul wirtschaftlich aufblüht und sich dass auf die Stabilität im ganzen Land auswirken kann, darüber spricht keiner....
Alle Isaf-Soldaten tragen dazu bei, dass dieses Land in Zukunft in Frieden leben kann, aber das ist den meisten sesselpupsenden Deutschen ja egal....
Aquinate (20.05.2007, 11:59 Uhr)
Außenpolitik wie Lieschen müller sie sich vorstellt...
...betreiben meine geschätzten Vorredner. Nichts wäre ein falscheres Signal, als jetzt Truppen abzuziehen. Dies wäre ein Zeichen der Schwäche und würde weitere Anschläge provozieren.
testsieger2006 (19.05.2007, 22:45 Uhr)
@machura
Es kann durchaus sein, dass in Ihrem Wohnviertel ständig geschossen wird. Das hat dann aber einen "Migrationshintergrund" und liegt bestimmt nicht daran, dass sich Deutschland mit einigen Staaten noch formell im Krieg befindet. Ein endgültiger Friedensvertrag sollte ja 1990 gemacht werden. Allerdings verlangte z.B. Polen dafür 550 Milliarden DM an Reparationen. Andere Staaten, wie z.B. Uruguay (Kriegserklärung am 15.2.1945!!!) wollten auch ein paar Milliarden, um nur 2 Beispiele zu nennen. Das ganze hätte dann ein schönes Sümmchen ergeben und alle freuten sich schon riesig auf die DM-Zahlungen. Kohl hat sich dann dazu entschlossen, dass man auch ganz gut ohne Friedensvertrag und dafür mit einem ständigen Waffenstillstand leben könne. Gut gemacht!
Wir sollten unsere Jungs da rausholen. Sollen die sich doch die Köppe einschlagen.
machura (19.05.2007, 20:22 Uhr)
jung verteidigt afghanistan einsatz!!!
dieser jung scheint ja ein absoluter banause zu sein.
ein land, welches ohne friedensvertrag, seit über 60 jahren noch mit 60 staaten "im krieg" lebt, erdreistet sich, den globalisten noch tornado unterstützung zu bieten und ist auch noch der meinung, irgendwelche "täter!!" zur rechenschaft ziehen zu können!!
das ganze unter den titel:"stabilität und wi(e)deraufbau betreiben zu wollen. da lachen ja die letzten noch nicht von der vogelgrippe verschonten hühner.
armes deutschland, was ist aus dir gewoden???
na_bitte_geht_doch (19.05.2007, 19:00 Uhr)
Junghs kommt nach Hause .....
lasst das doch den Verteidigungsminister Franz Josef Jung (CDU) selber machen
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