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12. September 2007, 08:36 Uhr

Bosbach fordert "Konvertiten-Register"

Wolfgang Bosbach, Unions-Fraktionsvize, hat sich im Kampf gegen den Terrorismus für ein Register ausgesprochen, in dem alle zum Islam-Konvertiten gespeichert werden sollen. Er wolle nicht aus politischer Korrektheit die Augen vor der Realität verschließen.

Der Vize der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Wolfgang Bosbach, hat sich für ein "Konvertiten-Register" ausgesprochen - trotz der wahrscheinlichen Kritik an diesem Vorhaben© Axel Schmidt/DDP

Nach der Verhaftung von Terrorverdächtigen, die zum Islam übergetreten waren, hat sich Unions-Fraktionsvize Wolfgang Bosbach (CDU) für ein "Konvertiten-Register" ausgesprochen. Eine solche Speicherung sei "sinnvoll, denn wir wissen, dass sich einige nach dem Übertritt radikalisieren lassen. Das ist kein Generalverdacht, sondern eine Gefahrenabwehr", sagte Bosbach in der "Münchner Runde" des Bayerischen Rundfunks.

Er wisse, dass seine Meinung nicht überall auf Gegenliebe stoße, "aber ich bin nicht bereit, aus lauter politischer Korrektheit die Augen vor der Realität zu verschließen". Prävention werde immer wichtiger, da es immer weniger klare Täterprofile bei "Gefährdern" gebe.

Dagegen lehnte die Grünen-Chefin Claudia Roth in der Sendung eine genauere Beobachtung von Konvertiten durch den Staat ab. "So etwas widerspricht dem Dialog der Religionen und ist zudem mit dem Grundgesetz absolut unvereinbar."

Unterstützung der Muslime bei der Terrorbekämpfung

Auch der Vorsitzende des Zentralrats der Muslime, Ayyub Axel Köhler, warnte vor überzogenen Reaktionen: "Wohin driftet unser Land, wenn ein Konvertiten-Register kommt." Die Muslime seien "zuverlässige Partner in Wort und Tat bei der Bekämpfung des Terrorismus", so Köhler.

Unterdessen forderte der stellvertretende CDU-Vorsitzende und niedersächsische Ministerpräsident Christian Wulff die in Deutschland lebenden Muslime auf, Islamisten in den eigenen Reihen den Sicherheitsbehörden zu melden. "Wir brauchen die Hilfe friedlicher Muslime. Jeder kann sich auf den Schutz des Staates verlassen, doch jeder hat auch die Pflicht, die Behörden beim Kampf gegen Extremisten zu unterstützen", sagte er der "Bild"-Zeitung.

Sechs Jahre nach den Anschlägen in den USA hält die Bedrohung Deutschlands durch den internationalen Terrorismus nach Worten von Innenminister Wolfgang Schäuble (CDU) unvermindert an. "Am Jahrestag des 11. September ist es wichtig, in aller Klarheit zu sagen, dass wir mit der Geißel der terroristischen Bedrohung auf absehbare Zeit werden leben müssen", sagte Schäuble im Bundestag.

Auch in Deutschland besteht die Gefahr terroristischer Anschläge

Das Innenministerium teilte mit, dass sich die islamistische Dschihad-Union zu den jüngsten in Deutschland geplanten Anschlägen bekannt habe. "Wir glauben, dass es eine authentische Erklärung dieser Organisation ist", sagte Schäuble in der ARD-Sendung "Menschen bei Maischberger".

Nach dem Internet-Bekenntnis der Terroristen waren die Anschläge für Ende 2007 geplant. Sie sollten sich gegen den US-amerikanischen Luftwaffenstützpunkt Ramstein sowie amerikanische und usbekische Konsular-Einrichtungen in Deutschland richten. Mit den Anschlägen hätten die Terroristen eine Schließung des auch von Deutschland genutzten Luftwaffenstützpunkt Termez in Usbekistan erreichen wollen.

Mit der Festnahme von drei mutmaßlichen Terroristen ist nach Feststellung des Innenministerium die Gefahr im konkreten Fall gebannt. Das Bekenntnis unterstreiche jedoch die fortbestehende Gefährdung Deutschlands. Vor dem Bundestag sagte Schäuble: "Deswegen warne ich davor, zuviel Erleichterung zu haben."

Schäuble favorisiert weiterhin Online-Durchsuchungen

Erneut warb er für Online-Durchsuchungen. Den Sicherheitsbehörden müssten auf klarer rechtlicher Grundlage moderne Technologien nutzen können, um "in diesem Wettlauf der Kriminal- und Polizeigeschichte Schritt zu halten". Die SPD beharrt weiter darauf, erst eine anstehende Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts abzuwarten.

Vor einer Woche waren im Sauerland (Nordrhein-Westfalen) drei Männer im Alter von 22 bis 28 Jahren festgenommen sowie zwölf Fässer mit Sprengmaterial sichergestellt worden. Als Rädelsführer stuften die Behörden einen zum Islam übergetretenen Mann aus Ulm ein.

DPA
 
 
KOMMENTARE (10 von 18)
 
Oetker333 (13.09.2007, 17:27 Uhr)
Union unter Verfassungsschutz!!!
Typisch Union! Diew ollen wohl Stimmen von der NPD klauen. Ich frage mich welcher IDIOT nur die Union wählen kann. Das ist ja schon freiwillige Verletzung des eigenen Privatbereiches. Wenn man die Umfragen so anguckt wird es nach 2009 ein Staat a la USA existieren. Bestimmt werden 5 neue Geheimdienste erschaffen mit Beckstein, Schäuble, Bosbach, Stoiber und Pofalla als Chefs. Und Ziehvater Kohl bekommt das Innenministerium.
tripex (13.09.2007, 03:21 Uhr)
Machbarkeit hin oder her
Daß hier über die Machbarkeit der Überwachung von Konvertiten diskutiert wird stimmt mich nachdenklich. Der Fakt des Bruchs des GG läßt doch wohl wirklich jede andere Frage so klein erscheinen wie ein Proton zur Sonne.
PPSS (12.09.2007, 20:37 Uhr)
@inselkarl
Ihre Ausführung ist komplett unrichtig.
Richtig ist:
"Versuchte Tötungsdelikte durch Rechtsradikale" in 2005: 2
Summe aller "Straftaten mit extremistischem Hintergrund aus dem
Bereich „Politisch motivierte Kriminalität – rechts“ in 2006": 17.795
Summe "Straftaten mit extremistischem Hintergrund aus dem
Bereich „Politisch motivierte Ausländerkriminalität“" in 2005: 644
Alle Zahlen zitiert lt. Verfassungsschuztzbericht 2007; ich habe immer die höheren Werte genommen, wenn die Auswahl zwischen 05 und 06 bestand.
emobil (12.09.2007, 19:52 Uhr)
Nicht sehr intelligent, der Herr B.
Herr Bosbach war schon immer ein treuer christlicher Parteisoldat und nun ist er fleißig dabei, sich als bravster Schildträger Schäubles zu "profilieren". Nun ja, brav, fleißig, gehorsam, aber nicht sonderlich intelligent....
Glaubt Herr Bosbach denn, dass man als Konvertit auf die Kirchensteuerstelle geht und sich seinen neuen Glauben amtlich eintragen oder beglaubigen lässt? M.W. genügt es völlig, sich mit einem Gebet zu Allah zu bekennen und dabei irgendwelche Riten zu vollführen (so ganz exakt weiss ich das nicht, muss es auch nicht ganz genau wissen). Aber jedenfalls gibt es keine islamische Amtskirche, die Mitgliedsregister über Konvertiten führt, oder?
Dann möchte man aber doch gern Wissen, mit welchen "Erkenntnissen" diese Konvertiten-Datenbank gefüllt werden soll?
Punito (12.09.2007, 18:08 Uhr)
Wir leben

in einem Land mit einem durch das GG
geregelten Recht auf Ausübung der
Religionsfreiheit .
Es wäre sinnvoll , das sich gemäßigte
Moslemorganisationen noch deutlicher
von den radikalfundamentalistischen Gruppierungen innerhalb des Islam
abgrenzen .
Konvertitenlisten zu erstellen ,wäre
meiner Meinung nach eine sinnlose
Maßnahme zur Terrorismusbekämpfung .
Sinnvoller wäre es sicherlich das geltende Recht zur Abwehr von staatsfeindlichen Elementen weiterhin voll auszuschöpfen .
Dazu braucht es meiner Überlegung nach einen sehr guten Personalschlüssel in den Organen
der strafvereitelnden Institutionen .
Alles Gerede seitens der Politiker ala Herr Bosbach Und Schäuble ist
für mein Dafürhalten als profilneurotisches Gerede anzusehen .


bR4iNST0RM (12.09.2007, 18:00 Uhr)
Ohweh!
Wie immer in solchen Foren, muss ich wiederholt sagen: SCHÄUBLE MUSS WEG! Bosbach und Beckstein gleich mit!
Danke für die offenen Worte @ Sukram71! „Die bei CDU/CSU haben dermaßen einen an der Waffel. Das hätte selbst ich kaum für möglich gehalten. Man denke auch an diese Forderung "Kurzifix ins Klassenzimmer" ...“
inselkarl (12.09.2007, 16:35 Uhr)
Konvertiten
Da hat Herr Bosboach mal übes Ziel hinausgeschossen. Aber alle, die jetzt hämische und überkorrekte Kommentare abgeben, sollten daran denken, dass die Häufung von Gewalttaten und Terror leider in unserer Jetztzeit überwiegend von Anghörigen einer bestimmten Glaubenslehre ausgeht. Und wenn man diese benennt ist man Rassist oder Rechter. Ich finde es schon richtig, dass an die Geistlichen in den Moscheen appeliert wird, Gewalttäter und Terroristen nicht zu decken und offen mit den Sicherheitskräften des Gaststaates Deutschland zusammenzuarbeiten. Ein Feuerwehrmann, der einen Brandstifter mit Kanister in eine Scheune laufen sieht, wird dies auch sofort melden. Warum berufen sich Priester und Mullahs auf die Religion und das Beichtgeheimnis oder das Vertrauen zwischen Gläubigen und Vorbeter?. Hier wird von einer Minderheit eine radikale Gruppe, die den Frieden in diesem land zerstören will, gedeckt.
kralli19 (12.09.2007, 13:55 Uhr)
Staatsfeind Nr. 1
Demokratie- und Verfassungsfeinde Nr. 1:
CDU / CSU.
Mehr gibts dazu nicht zu sagen.
tripex (12.09.2007, 12:11 Uhr)
Rassismus
Wie kann es sein, daß Politiker, die auf das Grundgesetz geschworen! haben, permanent rassistische Ideen hervorbringen (dürfen)??? Mehr Rassismus geht doch kaum. Mit der dt. Geschichte ist das doppelt verwerflich.
http://de.wikipedia.org/wiki/Rassismus
RomanTicker (12.09.2007, 10:54 Uhr)
Inakzeptabel
Der Vorschlag des Hernn Bosbach ist absolut inakzeptabel. Das ist aber kein Grund gleich alle Politiker gleichermaßen zu kritisieren, wie es hier in einigen Kommentaren passierte. Die meisten Politiker werden ganz klar gegen ein solches Register sein. Im Artikel wird Grünen-Chefin Claudia Roth zitiert, die den Vorschlag als mit dem Grundgesetz unvereinbar ablehnt. So ist's recht!
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