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9. Juli 2007, 16:57 Uhr

stern.de-Leser empört über Schäuble

"Die Demokratie wird untergraben". "Er soll seinen Posten räumen." "Warum pfeift ihn Merkel nicht zurück?" Die Vorschläge von Innenminister Wolfgang Schäuble zur Terrorabwehr empört die stern.de-Leser. Allerdings gibt es auch Beifall für Deutschlands obersten Ordnungshüter.

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Big Brother lässt grüßen? Nach Willen von Schäuble soll nicht nur die Überwachung der Bürger verstärkt werden© Jens-Ulrich Koch/DDP

Kommunikationsverbot für potentielle Terroristen, ein neuer Verschwörungs-Straftatbestand, und nicht zuletzt, im Extremfall, die "gezielte Tötung" von Verdächtigen - die Vorschläge von Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble zur Terrorabwehr empört die stern.de-Lesern. "Der Innenminister dreht durch" lautet einer der eher harmloseren Kommentare.

Der Großteil der Leser sieht durch die Ambitionen des Innenministers nicht weniger als die Demokratie und die Rechtsstaatlichkeit in Gefahr. So fragt etwa der Leser "Wicki W.", "allein die Frage, nach "gezielter Tötung" sollte doch schon ausreichender Grund sein, seinen Rücktritt zu fordern. Erst wird "Folter light" diskutiert und nun die "gezielte Tötung". Auch "Sunriser" sähe es gerne, dass Deutschland oberster Ordnungshüter sein Amt niederlegen würde: "Das sind doch amerikanische Verhältnisse", schreibt der Leser, "es ist wirklich jämmerlich, mit welchen Argumenten die ach so geliebte Demokratie untergraben wird. Wurden wir nicht jahrzehntelang dazu erzogen, Demokratie und Rechtstaatlichkeit zu erlernen?".

Viele Kommentatoren fühlen sich durch die Ideen an die diktatorischen Vergangenheit Deutschlands erinnert: "HeinzManfred" etwa schreibt: "Dieser Mielke Nachfolger dreht vollkommen durch. Es ist nicht vertretbar, dass so einer mit der Angst der Menschen Geschäfte macht." "Micherl" fragt: "Stoppt ihn denn keiner, bevor er ganz Deutschland wegen seiner eigenen Panik in einen Staat verwandelt wie wir ihn im Dritten Reich hatten".

Einige beklagen, dass vor allem aus Reihen der Koalition keine bis wenig Widerstand gegen Schäuble formiert und auch, dass Bundeskanzlerin Angela Merkel nichts mehr retten könne, wie "Leondriel" glaubt. Überhaupt die Regierungschefin. "Papatromsdalen" "graut vor einer Kanzlerin, die Paranoide gewähren lässt, auch weil sie zwar Gleiches denkt, aber kühl kalkulierend sich vielleicht nur noch nicht äußert".

"Konservative Win-Win-Situation"

"Midnight_74" wittert hinter den Plänen gar eine langfristige Strategie: "Er (Schäuble, d. Red.) bringt die Konservativen in eine Win-Win-Situation: Geschieht ein Anschlag, dann haben sie angeblich alles Mögliche versucht, sind aber am politischen Gegner gescheitert, der dann schuld ist. Geschieht kein Anschlag, muss die Freiheit immer weiter eingeschränkt werden." Nicht alle Leser allerdings sehen in Schäubles Vorschlägen, gleich den Untergang des Abendlandes heraufziehen. "Glücklicherweise haben wir Gewaltenteilung, denn es kann ja nicht angehen, dass die Polizei sich gleichzeitig zum Richter über Leben und Tod aufspielt, Willkür walten lässt", so "Blauregen".

Trotz der überwiegenden Ablehnung - einige, wenige Stimmen befürworten die Ideen des Innenministers: " "Derallwissende" meint, "jedes unschuldige Menschenleben das man rettet, rechtfertigt härtere Gesetze. Der internationale Terrorismus lässt sich nicht mit dem erhobenen Zeigefinger und einem "das darfst du aber nicht " bekämpfen". "TMIGH" nimmt Schäuble ebenfalls in Schutz: Er "ist einer der wenigen, die verstanden haben, was los ist. Es tut nur so weh, wenn man sieht, wie das unter dem Deckmantel der Demokratie und freier Meinungsäußerung als Paranoia abgewatscht werden soll".

"Schwierige Fragen ohne Rücksicht auf seine Popularität"

Leser "Pyrke" weist darauf hin, dass sich die Politik zumindest keine Denkverbote auferlegt: "Herr Schäuble hat recht, die rechtliche Lage sollte jetzt geklärt werden und nicht erst nachdem einen Anschlag stattgefunden hat. Ich finde es bewundernswert wie er immer wieder die schwierigen Fragen stellt, ohne Rücksicht auf seine Popularität." Auf ein anderes Problem weist "SeUlBr" hin: "Die Polizei soll die Mittel bekommen um geltendes Recht durchzusetzen. Warum will er (Schäuble, d. Red.) Online-Durchsuchungen, wenn die Polizei schon jetzt so viel Datenmaterial liegen haben, aber zur Auswertung nicht das Personal.

Ihre Meinung

Brauchen wir schärfere Gesetze, um Deutschland vor dem Terror zu schützen?

Diskutieren Sie mit! Bisherige Beiträge (35)
Zusammenfassung: Niels Kruse
KOMMENTARE (10 von 35)
 
allias (11.07.2007, 12:02 Uhr)
SPD
macht doch endlich Schluss mit diesem Theater und kündigt dieser Mörderbande damit wir endlich neu Wählen können.
300633 (10.07.2007, 21:38 Uhr)
Brauchen wir schärfere Gesetze?
Meines Erachtens reichen die in der BRD geltenden Gesetze völlig aus um vor Terrorismus zu schützen. Ich halte die ganze Panikmache für eine willkommene Angelegenheit, das Sommerloch zu füllen. Herr Schäuble hat es bisher immer verstanden im Gespräch zu bleiben. Ich halte die ganze Kampagne für überzogenes Geltungsbedürfnis eines kleinen Kläffers. Sollten aber ernsthafte Überlegungen zugrundeliegen, so frage ich :wer bestimmt hier, wer Terrorist ist und woran Herr S. ihn erkennt. Er defniert ja so, wie es ihm gerade in den Kram passt. Attentate auf die Regierung? Gewaltandrohung? Dafür reichen unsere Gesetze allemal; oder fürchtet er eine Widerholung des 20. Juli 1944? Wie definiert Herr Schäuble hier Helden und Terroristen? Jedoch machen wir Politik "der ruhigen Hand". Um den Überwachungsstaat zu installieren, brauchen wir erst einmal ein Ermächtigungsgesetz, (wie gehabt) und die Männer im Ledermantel.
machura (10.07.2007, 17:13 Uhr)
schäuble überflüssiger als wasser
wie lange wollen wir uns den scheiß von diesem nicht nur körperlichen krüppel eigentlich noch bieten lassen??
in einer angeblichen demokratie bestimmt das volk was notwendig ist.
in einer diktatur ist das anders.
ich wäre dafür herrn rolli schäuble
in sicherungsverwahrung zu nehmen,
bevor er unser land weiter in verruf bringen kann.
woris (10.07.2007, 16:14 Uhr)
schäuble
Nun verfolge ich diese Diskusion schon eine Weile.
Nur habe ich nicht den Eindruck das sich da ein überzeugter Muslime daran beteidigt.
Weil diesen Leuten es völlig egal was der Westen für eine Auffassung träg.
Die Cleriker habe ihm doch schon längst die Welt erklärt.
Das wir uns da mit Recht aufregen wird uns aber leider nichts mehr helfen.
Der Islam hat uns schon längst unterwandert.
Wohnt mal so lange in Köln wie ich,
da weiss man von was man redet.
Da sind Kräfte auf breiter Basis am wirken, die kann keiner mehr stoppe.
Die haben auch Zeit, wir wohl nicht mehr.
ulli-im-netz (10.07.2007, 13:40 Uhr)
Sozialverträgliche gezielte Tötung
Gezielte Tötung von Terrorverdächtigen bitte nur in der unmittelbaren Nähe von Altersheimen, damit der Kolaterialschaden sich in sozialverträglichen Grenzen hält (wäre doch schlimm, wenn es in der Nähe von Schulen und Kindergärten zu Opfern durch "friendly fire käme). Manche vorschläge sind einfache so schlecht, daß man sie gar nicht veröffentlichen sollte.
allias (10.07.2007, 11:57 Uhr)
Frau Merkel
ist das doch alles recht.
Brandhorst (10.07.2007, 09:04 Uhr)
Sicherheit und Freiheit ...
"Wer Sicherheit durch den Verlust von Freiheit erkaufen will, wird am Ende beides verlieren."
(Benjamin Franklin [the man who was called, "the harmonious human multi-tude"] born Januar 17, 1706; died April 17, 1790)
nikitski (10.07.2007, 08:32 Uhr)
Schaeuble muss Orden erhalten
a Gestapo Orden 1.Klasse
b Stasi Verdienstkreuz
...dennoch muss er weg...
per gezielten Schuss(den er durch sein KrueppelDasein im Innern schon hat).
jms_stgt (09.07.2007, 23:46 Uhr)
Man trifft sich immer zweimal
Am 28. Januar 1972 kam es zu einem folgenschweren Beschluß der Regierungschefs des Bundes und der Länder, dessen offizieller Name "Grundsätze zur Frage der verfassungsfeindlichen Kräfte im öffentlichen Dienst" lautet - kurz: der Radikalenerlaß. Dabei wurde auf Vorschlag der Ständigen Konferenz der Innenminister der Länder unter anderem der folgenden Grundsatz beschlossen:
"Erfüllt ein Beamter durch Handlungen oder wegen seiner Mitgliedschaft in einer Organisation verfassungsfeindlicher Zielsetzung die Anforderungen des § 35 Beamtenrechtsrahmengesetz nicht, aufgrund derer er verpflichtet ist, sich durch sein gesamtes Verhalten zu der freiheitlichen und demokratischen Grundordnung im Sinne des Grundgesetzes zu bekennen und für deren Erhaltung einzutreten, so hat der Dienstherr aufgrund des jeweils ermittelten Sachverhaltes die gebotenen Konsequenzen zu ziehen und insbesondere zu prüfen, ob die Entfernung des Beamten aus dem Dienst anzustreben ist."
Frau Dr. Merkel, oder wer auch immer der Dienstherr (m/w) dieses politischen Beamten Dr. Schäuble ist, ziehen sie die Konsequenz und befolgen Sie die Richtlinien, die unter Brandt beschlossen wurden und prüfen Sie endlich, inwieweit dieser Mensch aus dem Staatsdienst zu entfernen ist. Ich denke er hat sich weit genug von der freiheitlichen und demokratischen Grundordnung im Sinne des Grundgesetzes entfernt!
Sommerwind (09.07.2007, 23:00 Uhr)
Sicherheit
Gegen den Terror ist ein 100% Schutz unmöglich. Selbsmordattentate sind genauso schwer/unmöglich zu verhindern wie Amokläufe.
Die Ursachen des Terrors gilt es zu bekämpfen und diese liegen sicherlich nicht im Gebrauch von Internet u. Mobilfunk sondern vielmehr an der Ungerechtigkeit und der Intoleranz unserer Welt.
Die Aufgabe der freiheitlichen Grundordnung hier in Deutschland hilft überhaupt nicht gegen einen globalen Terrorismus.
Und auch ein Ausspionieren von Online-PCs wird wenig hilfreich sein. Terroristen sind -im Allgemeinen- nicht dumm und gut über die Abwehrstrategien der einzelnen Staaten informiert.
Herr Schäuble sollte sich um die bessere materielle/personelle Ausstattung der Polizei bemühen und vor allem um die Bewahrung unserer Grundrechte.
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