. .
Politik in Deutschland
Schlagzeilen Themen Mobil iPad Blogs Investigativ Hefte
 
Fotocommunity
Fotocommunity

Treffpunkt für ambitionierte Amateurfotografie. Bilder hochladen und bewerten, sich mit anderen Austauschen. mehr...

Weblogs bei stern.de
Weblogs bei stern.de

Die Online-Tagebücher bei stern.de: Freie Autoren schreiben hier persönlich, direkt und eigenständig. mehr...

Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka
sternTV - Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka

Vertiefende Informationen zu der aktuellen und den vergangenen Sendungen von sternTV. mehr...

stern Investigativ
stern Investigativ

Das Recherche-Team des stern. Erfahren Sie mehr über die Recherchespezialisten und ihre Enthüllungen von Terrorismus bis Wettmanipulation. mehr...

 
15. November 2007, 11:19 Uhr

Bundeswehr-Mandat in Afghanistan abgesegnet

Der Bundestag hat mit großer Mehrheit das Mandat für die Teilnahme der Bundeswehr an der "Operation Enduring Freedom" in Afghanistan um ein Jahr verlängert. Die Opposition kritisierte allerdings das dafür fehlende UN-Mandat.

Ein Bundeswehrsoldat schaut an Bord der vor Dschibuti liegenden Fregatte "Schleswig-Holstein" durch das Visier einer 20-Millimeter Maschinenkanone© Johannes Eisele/AP

Der Bundestag hat am Donnerstag das Mandat zur Beteiligung der Bundeswehr am Kampf gegen den internationalen Terrorismus um ein Jahr verlängert. Für den Antrag der Regierung stimmten am Donnerstag in Berlin 414 Abgeordnete, 145 votierten dagegen, 15 enthielten sich. In der SPD und in der Opposition gibt es gegen die deutsche Beteiligung am US-geführten Einsatz "Operation Enduring Freedom" (OEF) große Vorbehalte. Die SPD-Führung konnte den Konflikt aber entschärfen. Das Mandat für den Einsatz von bis zu 100 Elitesoldaten gegen die Taliban hat symbolische Bedeutung, da sie seit langem nicht eingesetzt wurden.

Opposition kritisiert fehlendes UN-Mandat

Der Bundestagsbeschluss umfasst auch die Antiterror-Einsätze am Horn von Afrika und erlaubt insgesamt die Entsendung von 1400 deutschen Soldaten. Grüne und Linkspartei kritisierten den OEF-Einsatz scharf. Grünen-Fraktionsvize Jürgen Trittin warnte, OEF gefährde die Erfolge der Nato-geführten Aufbautruppe Isaf, weil der Kampf gegen die Taliban als Krieg gegen die Afghanen gesehen werde. "Nur weil Mohammed Atta sein monströses Verbrechen in Hamburg geplant hat, gibt es keinen Grund, gegen Hamburg Krieg zu führen", sagte er mit Blick auf einen der Attentäter vom 11. September 2001.

Der Außenexperte der Linkspartei, Wolfgang Gehrcke, warf der Regierung vor, der Öffentlichkeit den Eindruck eines Aufbaueinsatzes zu vermitteln: "Deutschland führt Krieg am Hindukusch, und das ist schlimm." Das OEF-Mandat habe keine völkerrechtliche Grundlage.

Stärker auf Vermeidung ziviler Opfer achten

SPD und Union verteidigten das Mandat. "Deutschland führt keinen Krieg gegen den internationalen Terrorismus", sagte SPD-Fraktionsvize Walter Kolbow. Vielmehr trage es dazu bei, ihm den Boden zu entziehen. Der Einsatz sei durch die Vereinten Nationen gedeckt. Kolbow und sein Unionskollege Andreas Schockenhoff verwiesen auf eine neue Anweisung an die OEF-Soldaten, stärker auf die Vermeidung ziviler Opfer zu achten. Schockenhoff wies die Forderung der Linkspartei nach einem Rückzug aus OEF zurück: "Das würde kein Mehr an Sicherheit für die Bevölkerung bringen." Der FDP-Außenexperte Werner Hoyer sagte, seine Fraktion unterstütze trotz Bedenken den Einsatz.

OEF ist politisch der heikelste Einsatz der Bundeswehr. Die SPD-Führung entschärfte einen drohenden offenen Konflikt und die Gefahr vieler Gegenstimmen durch einen Beschluss beim Parteitag Ende Oktober. Danach soll neben dem Sicherheitsratsmandat ein Teil von OEF in die Isaf-Truppe integriert werden. SPD-Redner kritisierten die Union, weil diese einen zusätzlichen Antrag im Bundestag mit diesen Aussagen nicht mittragen wollte. Ein Rückzug Deutschlands aus OEF oder viele SPD-Gegenstimmen wären besonders für Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier problematisch, da die deutsche Beteiligung ein Symbol der Bündnissolidarität mit den USA ist.

DPA/AP
 
 
MEHR ZUM ARTIKEL
"Operation Enduring Freedom" "Lasst das Mandat auslaufen"

Im Herbst entscheidet der Bundestag, ob die Afghanistan-Mandate der Bundeswehr verlängert werden. In der SPD rumort es. Fraktionschef Struck will auch das Mandat für die "Operation Enduring Freedom" verlängern. Im stern.de-Interview sagt der SPD-Außenpolitiker Annen, weshalb er dagegen ist. mehr...

Afghanistan Die Einsätze der Bundeswehr

ISAF, Operation Enduring Freedom und der Tornado-Einsatz: Die Bundeswehr mischt seit 2001 aktiv im Krisengebiet Afghanistan mit. stern.de gibt einen Überblick über die verschiedenen Einsatzgebiete der deutschen Soldaten. mehr...

MEHR ZUM THEMA
powered by wefind WeFind
 
stern testen, Serie sichern

Jetzt den stern inklusive der aktuellen Gesundheits-Serie testen! Jetzt sichern!

 
 
 
 
 
stern - jetzt im Handel
stern (8/2012)
Whitney Houston