. .
Politik in Deutschland
Schlagzeilen Themen Mobil iPad Blogs Investigativ Hefte
 
Fotocommunity
Fotocommunity

Treffpunkt für ambitionierte Amateurfotografie. Bilder hochladen und bewerten, sich mit anderen Austauschen. mehr...

Weblogs bei stern.de
Weblogs bei stern.de

Die Online-Tagebücher bei stern.de: Freie Autoren schreiben hier persönlich, direkt und eigenständig. mehr...

Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka
sternTV - Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka

Vertiefende Informationen zu der aktuellen und den vergangenen Sendungen von sternTV. mehr...

stern Investigativ
stern Investigativ

Das Recherche-Team des stern. Erfahren Sie mehr über die Recherchespezialisten und ihre Enthüllungen von Terrorismus bis Wettmanipulation. mehr...

 
3. September 2010, 06:45 Uhr

Sarrazin droht nun auch Parteiausschluss

"Er hat sich verrannt." Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) bedauert, dass sich sein Parteigenosse Thilo Sarrazin ins Abseits manövriert hat. Der SPD-Kreisverband Charlotten-Wilmersdorf will sein Mitglied nur noch loswerden - und hat den Ausschluss Sarrazins aus der SPD beantragt.

Sarrazin, Thilo, Bundesbank, Entscheidung, Entlassung, SPD, SPD-Ausschluss, SPD-Kreisverband Charlottenburg-Wilmersdorf

Ins Abseits manövriert: Thilo Sarrazin soll nach Bundesbank auch die SPD verlassen© Marcus Brandt/DPA

Neben einer Entlassung aus der Bundesbank droht Thilo Sarrazin nun wegen seiner Thesen zur Ausländerintegration auch der Ausschluss aus der SPD. Nur wenige Stunden nach der Entmachtung im Bundesbank-Vorstand leitete Sarrazins Berliner SPD-Kreisverband Charlottenburg-Wilmersdorf am späten Donnerstagabend den Parteiausschluss ein.

Der Berliner Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) sagte der rbb-"Abendschau", Sarrazin sei aus Partei und Bundesbank gewarnt worden. "Ich verstehe ihn nicht mehr", sagte Wowereit. Sarrazin sei immer gut für Extreme gewesen. Aber dass er sich so unsäglich verrenne mit Gen-Definitionen, Ausgrenzungen und Diffamierungen von Menschen, könne er nicht mehr nachvollziehen. "Es tut mir wirklich, wirklich leid um Thilo Sarrazin, mit dem ich gut zusammen gearbeitet habe, aber er hat sich da verrannt." Man könne nur hoffen, dass Sarrazin "sich selbst aus dieser Ecke wieder herausbringt".

Thema mit Sarrazin nicht "verschwunden"

Die Spitze der Zentralbank beantragte bei Bundespräsident Christian Wulff die Entlassung ihres umstrittenen Vorstandsmitgliedes. Sarrazins SPD-Kreisverband leitete den Parteiausschluss ein, weil der frühere Berliner Finanzsenator die Partei mit seinem Verhalten schädige.

Sarrazin findet aber auch Fürsprecher in der SPD. So erklärte Renate Harant, Mitglied des Abgeordnetenhauses aus Treptow-Köpenick, der rbb-"Abendschau", man könne nicht mit der Person abrechnen und gleichzeitig das Thema vom Tisch wischen. Sie wünsche sich eine genaue Analyse seiner Thesen und der Konsequenzen und keine Beschäftigung mit der Person Sarrazin.

Entscheidung innerhlab von drei Monaten

Am kommenden Montag will der SPD-Kreisvorstand dem Landesvorstand vorschlagen, das beschleunigte Ausschlussverfahren zu prüfen. Weil Sarrazin keine Parteiämter mehr innehat, sieht der Kreisvorstand aber selbst keine dringlichen Gründe dafür. Auch der SPD-Bundesvorstand hat sich bereits für Sarrazins Ausschluss ausgesprochen.

Das beschleunigte Vorgehen ist möglich, wenn die SPD durch Verfehlungen eines Mitglieds schwere Schäden erleidet oder dies mit großer Wahrscheinlichkeit zu erwarten ist. Der Fall käme dann sofort vor das Landesschiedsgericht und nicht zunächst vor das Schiedsgericht des Kreisverbandes. Das beschleunigte Verfahren würde drei Monate dauern. Das letzte Parteiordnungsverfahren, das Sarrazin im März überstand, dauerte rund fünf Monate.

dho/DPA
 
 
MEHR ZUM ARTIKEL
Kommentar Der Skandal hinter dem Sarrazin-Skandal

Bundesbank und SPD wollen Thilo Sarrazin loswerden. Falls es tatsächlich gelingt, muss ein zweiter Skandal beseitigt werden: Der ständige Missbrauch der Bundesbank zur politischen Postenschieberei. mehr...

Entscheidung in Frankfurt Bundesbank will Thilo Sarrazin loswerden

Die Bundesbank zieht die Konsequenzen aus den umstrittenen Äußerungen ihres Vorstandsmitglieds Thilo Sarrazin und beantragt dessen Abberufung. Das letzte Wort hat der Bundespräsident. mehr...

Gabriel auf Sommerreise Sarrazin in Scheiben

Er wollte zuhören, sich informieren. Das Thema: Demografie. Und dann musste er reden und kommentieren. Zum Thema Sarrazin und die Demografie. Eine Sommerreise mit dem SPD-Parteivorsitzenden. mehr...

"Hart aber fair" mit Thilo Sarrazin Verflixt und zugespitzt

Schon wieder ein ARD-Talk mit Thilo Sarrazin. Und schon wieder prügelt alles auf ihn ein. Doch das ficht ihn nicht an - "robust", wie er ist, rückt Sarrazin sogar von einer seiner umstrittensten Äußerungen ab. Und deutet zaghaft seinen Rauswurf an. mehr...

Der Fall Sarrazin Jetzt spricht Wulff

Lange hat er geschwiegen, jetzt erhebt der Bundespräsident das Wort in der Causa Thilo Sarrazin. Zwar bleibt Christian Wulff diplomatisch, wie es sich in seinem Amt gehört. Aber die Empfehlung an Sarrazins Arbeitgeber Bundesbank ist zwischen den Zeilen zu lesen: Weg mit dem Herren! mehr...

 
stern testen, Serie sichern

Jetzt den stern inklusive der aktuellen Gesundheits-Serie testen! Jetzt sichern!

 
 
 
 
 
stern - jetzt im Handel
stern (7/2012)
Unser täglich Fleisch