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26. Juni 2007, 09:28 Uhr

Beck schlägt "Deutschlandfonds" vor

Schon seit langem gibt es in der SPD Pläne, Arbeitnehmer am wirtschaftlichen Erfolg ihres jeweiligen Arbeitgebers zu beteiligen. Nun schlägt der SPD-Vorsitzende Kurt Beck im stern das Konzept eines "Deutschlandfonds" vor, das weit über die bisherigen Pläne hinausgeht.

Will die Arbeitnehmer vor dem Risiko von Pleiten schützen: der SPD-Vorsitzende Kurt Beck© Markus Schreiber/AP

Der SPD-Vorsitzende Kurt Beck hat ein umfassendes Konzept für die Beteiligung der Arbeitnehmer am Kapital der Wirtschaft vorgelegt. "Ich schlage einen Deutschlandfonds für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer vor, in den die Arbeitnehmer einzahlen und der sich dann an ihren Unternehmen beteiligt", sagte Beck in einem Interview mit dem stern. Durch die indirekte Beteiligung über den Fonds sollten "die Arbeitnehmer vor dem Risiko von Pleiten geschützt" werden. "Wenn der Deutschlandsfonds Beteiligungen beispielsweise an 1000 Firmen besitzt, bricht er nicht zusammen, wenn mal zwei insolvent werden." Die bisher schon bestehenden direkten Firmenbeteiligungen von Arbeitnehmern sollen laut Beck aber erhalten bleiben und weiter vom Staat gefördert werden.

Der "Deutschlandfonds" soll professionell gemanagt werden. "Wir wollen ihn ausschreiben", sagte der SPD-Vorsitzende dem stern. "Das könnten private Banken machen, aber auch die Kreditanstalt für Wiederaufbau." Die Fondsanteile sollen frei handelbar sein, laut Beck soll es zwar Bindefristen geben, aber "keine allzu langen". Die Beteiligung am Fonds könne Teil von Tarifverträgen sein, sofern Gewerkschaften und Arbeitgeber das wollten. Auch die Beschäftigten von öffentlichen Unternehmen sollten sich über den Fonds an ihren Firmen beteiligen können. Der SPD-Vorsitzende kündigte an, das SPD-Modell im August bei einem Treffen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel zum Thema zu machen. "Ich werde vorschlagen, dass wir uns das für die zweite Hälfte der Legislaturperiode vornehmen", sagte Beck.

Das SPD-Konzept, das dem stern vorliegt, wurde von einer Arbeitsgruppe unter Leitung des ehemaligen Generalsekretärs Olaf Scholz erarbeitet. Auch Gewerkschaftsvertreter, darunter des DGB und der IG Metall, waren daran beteiligt. Die Gewerkschaften waren bislang skeptisch gegenüber der Mitarbeiterbeteiligung eingestellt. In dem SPD-Papier wird die Kapitalbeteiligung als Dreiecksgeschäft beschrieben: Die Mitarbeiter der beteiligten Firmen kaufen Fondsanteile, der Fonds stellt den Betrieben die jeweiligen Einlagen als Kapital zur Verfügung und über den Fonds fließen Gewinnanteile, Zinsen und Tilgungen an die Arbeitnehmer zurück.

Mehr als die Hälfte der Arbeitnehmer hätte Anspruch

Den Kauf von Fondsanteilen soll der Staat nach den Vorstellungen der SPD bis zu 400 Euro im Jahr mit 20 Prozent fördern, aus 400 würden also 480 Euro. Die Einkommensgrenze dafür soll von bisher 17.900 auf 20.000 Euro im Jahr für Ledige bzw. 40.000 für Verheiratete angehoben werden. Damit hätte mehr als die Hälfte aller Arbeitnehmer Anspruch auf staatliche Hilfe. Darüber hinaus könnten die Betriebe ihren Mitarbeitern Fondsanteile im Wert von maximal 240 Euro pro Jahr steuerfrei überlassen. Die Einlagen beim "Deutschlandfonds" sollen allerdings nicht auf diese Höchstfördersummen begrenzt werden. Eine Bundesgarantie, so der SPD-Plan, soll den "Deutschlandfonds" vor Zahlungsunfähigkeit schützen.

Der Plan der SPD reicht weit über die Vorschläge der CDU zur Kapitalbeteiligung der Arbeitnehmer hinaus. Die Union will nur direkte Firmenbeteiligungen stärker fördern als bisher. Die FDP wiederum lehnt eine Sicherung von Arbeitnehmerbeteiligungen vor Konkursen rundweg ab.

 
 
KOMMENTARE (10 von 12)
 
Ollie_059 (28.06.2007, 16:14 Uhr)
kennen wir schon!
Die Arbeitnehmer sollen mal wieder ihr sauer Erspartes den Unternehmern
zur Verfügung stellen. Da können sich wieder ein paar Manager die Taschen vollstopfen. Die 3000 Euro
die ich Hornochse den Telekom als
"Volksaktie" in den Rachen geworfen
habe waren mir eine Lehre! Eine
Frechheit kam zehn Jahre nach dem
Börsencrash so etwas vorzuschlagen!
nimreem (27.06.2007, 09:54 Uhr)
@ RomanTicker
Ohne staatliche Förderung wäre das ja noch witziger. Dann kann ich mir auch selbst einen Fonds suchen, bei dem ich glaube, dass ich damit gut abschneide.
Sicher werden (hoffentlich) nicht alle 1000 deutsche Unternehmen gleichzeitig insolvent gehen, aber ob der Fonds Gewinn macht, ist wie bei jedem Fonds unsicher.
Der Vorteil liegt bei den Unternehmen, die - sind sie im Deutschlandfonds - Einnahmen aus dem Kapitalmarkt unabhängig von ihrer Performance erzielen.
galahad610 (26.06.2007, 17:37 Uhr)
hey antidemokrat...
wenn sie von kapitalanlagen keine ahnung,ists ok,aber verteufeln sie das deswegen nicht!
ihre sinn- und geistlose polemik führt zu nichts.lassen sie sich lieber mal RICHTIG beraten,dann werden auch SIE merken,wie man damit geld verdienen kann.aus meiner erfahrung sinds genau die halb-wissenden,die so tun als ob und dann geld verlieren...tjaaaa...pech,wer der bild-zeitung glaubt..wenn sie es nicht schaffen,die debatte sachlich zu halten und nur den hier angeschnittenen beitrag zu kommentieren nicht schaffen,sollten sie es lieber ganz lassen...ihr beitrag ist absolut kontraproduktiv....
Aquarius_Jedermann (26.06.2007, 15:56 Uhr)
Sommerloch
Die ganze Debatte ist der Aufregung nicht wert, denn Herr Beck nutzt einfach das (nur?) parlamentarische Sommerloch, um uns mit seinem geistigen "D...sch..." zu be(ck)glücken oder zu be(ck)glucken. Den einzigen Rat, dem man ihm geben kann, ist, er möge doch bitte an einer Sommeruni ein paar Vorlesungen in Volkswirtschaft belegen. Die in dem geistlosen Erguss Becks genannten staatlichen Hilfen sind übrigens die von den Bürgern erwirtschafteten Steuern, die dann zurückfließen würden. Hier will jemand den unfähigen unter den Unternehmern einfach jede Menge Geld zuschustern, anstatt sie in die unternehmerische Pflicht zu nehmen.
Ginnungagap (26.06.2007, 15:01 Uhr)
Ich wähle euch erst wieder wenn...
... Hans Eichel öffentlich gehängt wurde ;)
Antidemokrat (26.06.2007, 13:30 Uhr)
Blödsinn ...
Fonds, Aktien, das ist doch alles großer Mist ... am besten noch das sauer verdiente Geld dem eigenen Arbeitgeber zurückgeben ... und im schlimmsten Fall umsonst gearbeitet haben ... man sieht doch wo es hinführt, dieser ganze Aktienmüll ... Entlassungen, Outsourcing und Abwertungen, nur weil hier und da mal ein Gerücht eine virtuelle Kurve beflügelt ... oder damit es keine Personalkosten mehr auf der Bilanz sind, sondern Investitionen (Outsourcing) ... quasi ein großer Selbstbetrug ... Leute, laßt die Finger von dem ganzen Börsen- und Fondsmist, es sei denn Ihr habt einfach zu viel Kohle und es juckt Euch nichts, daß andere Menschen mit Eurem Geld viel viel mehr verdienen, als Ihr ... für den Kleinanleger sind Fonds & Aktien nur Verlustgeschäfte, bzw. wenn sie was verlieren, dann meistens alles, denn die einzigen die damit wirklich reich werden sind die Menschen, die mit dem Geld der anderen "arbeiten", denn selber haben die nix erreicht ...
RomanTicker (26.06.2007, 13:06 Uhr)
Nicht super aber auch nicht schlecht
Das Idee ist nicht gerade die beste, die jemals formuliert wurde, aber trotzdem gut. Natürlich gibt es bereits Fonds, aber man muss schon genau lesen, dann fallen einem auch Unterschiede auf. Hier geht es um exklusive Beteiligungen und nicht um den freien Aktienmarkt. Zum einen geht es hier außerdem um eine Gewinnbeteiligung von Arbeitnehmern, was nur gerecht ist und gleichzeitig um eine staatliche Förderung der Kapitalanlagen. Das Geld ist in einem Fonds relativ sicher, nur so wird es für die meisten Arbeitnehmer interessant, denn wer möchte neben seinem Gehalt auch noch über sein Ersparten nur an die eigene Firma gebunden sein? Durch die Riskikostreuung wird das Konzept für Arbeitnehmer sehr interesssant.
Und die Firmen haben auch etwas davon, denn ihnen wird zusätzliches Kapital zur Verfügung gestellt.
Meiner Meinung nach sollte die staatliche Förderung allerdings gestrichen oder auf ein Mindestmaß reduziert werden, denn der Staat hat bereits genug Schulden und muss sich nicht noch weitere Unkosten aufbürden.
Ob und wie sich das ganze realisieren lässt, ist etwas ganz anderes.
galahad610 (26.06.2007, 12:51 Uhr)
nachtrag
ich bitte an dieser stelle die mangelhafte interpunktion in meinem vorhergehenden beitrag zu entschuldigen...aber im ernst:das angestellte am unternehmenserfolg beteiligt werden(können) ist im prinzip nicht verkehrt und steigert sowohl die mitarbeiter-motivation als auch -loyalität,aber beck/spd hat WIRKLICH nicht kapiert wie es gehen könnte...SO mit sicherheit nicht!als nächstes fordern sie die zwangsabführung aller gewinne...der begriff "deutschland AG" kriegt da nen ganz anderen geschmack...was ich nicht verstehe:die brüten ja offensichtlich schon länger darüber...wie konnte nur ein so unglaublicher quatsch dabei rauskommen???
Blaubeersammler (26.06.2007, 12:37 Uhr)
...
Nicht die SPD ist auf der Suche nach Wahlkampfthemen (die schläft weiter gemütlich)sondern nur Hr. Beck muss sich profilieren und wenigstens ein sinnvolles Thema suchen (abgesehen vom Rummotzen)damit er als Vorsitzender überhaupt ernstgenommen wird; nur ohne Erfolg. Er ist und bleibt ne Niete auf Bundesebene und sollte lieber in seiner Provinz bleiben. Die SPD hat besseres verdient!
schmutz (26.06.2007, 12:05 Uhr)
Was soll ich denn damit ?
Wie schon von meinem Vorredner bemerkt: Alles schon vorhanden. Entweder hat Herr Beck keine Ahnung oder die SPD ist mal wieder auf der Suche nach einem Wahlkampfthema.
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