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16. Oktober 2007, 06:57 Uhr

"Agenda sind nicht die Zehn Gebote"

Bahnt sich im Streit um die Verlängerung des Arbeitslosengeld I eine Lösung an? Ein SPD-interner Gipfel soll das Thema nun klären. Kanzlerin Angela Merkel sichert SPD-Chef Kurt Beck Unterstützung zu, Altkanzler Gerhard Schröder will sich nicht sklavisch an sein Reformwerk klammern.

Müntefering, Beck und Struck werden am Dienstag über die Reform des ALG I diskutieren© Peer Grimm/DPA

SPD-Chef Kurt Beck und SPD-Vizekanzler Franz Müntefering wollen am Dienstag bei einem Treffen in Mainz versuchen, ihren Streit über eine längere Zahlung des Arbeitslosengeldes (ALG) I für Ältere beizulegen. Gut eine Woche vor dem SPD-Parteitag sprechen sie mit Fraktionschef Peter Struck über ein sozialpolitisches Gesamtpaket, das bald im Parteivorstand verabschiedet werden soll. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) soll Beck versichert haben, dass es für eine Neugestaltung des ALG I einen Spielraum von knapp einer Milliarde Euro geben könne. Dies berichtet die "Leipziger Volkszeitung" unter Berufung auf Becks Umgebung.

Beck will mehr Geld für ältere Arbeitslose

Beck ist dafür, den Arbeitslosengeld-Bezug für Menschen über 50 auf bis zu zwei Jahre zu verlängern. Müntefering will dem nur unter Bedingungen zustimmen, hat sich zuletzt aber kompromissbereit gezeigt: Die Bezugsdauer könne über zusätzliche Fortbildungsmaßnahmen verlängert werden; darüber hinaus sei eine Sonderregelung für Regionen mit hoher Arbeitslosigkeit vorstellbar.

Merkel ist zu einer Verlängerung des ALG I bereit, wenn dies ohne zusätzliche Kosten möglich ist, und sieht eine weitere Senkung der Beiträge zur Arbeitslosenversicherung als vorrangig an. Der sozialpolitische Sprecher der CSU im Bundestag, Max Straubinger, warnte aber davor, im Gegenzug Leistungen bei Jüngeren zu kürzen. "Das ist mit der CSU nicht zu machen", sagte er in der "Passauer Neuen Presse".

Der frühere Bundeskanzler Gerhard Schröder hält Korrekturen an den von ihm eingeleiteten Arbeitsmarktreformen für möglich. "Die Agenda 2010 sind nicht die Zehn Gebote, und niemand, der daran mitgearbeitet hat, sollte sich als Moses begreifen", sagte der frühere SPD-Chef. Zugleich mahnte er, die Balance zwischen Fördern und Fordern müsse gewahrt bleiben; auch Arbeitslose seien zunächst einmal für sich selbst verantwortlich. Mit Blick auf den Parteitag in zwei Wochen äußerte er die Hoffnung, dass Beck und Müntefering einen gemeinsamen Vorschlag zur Reform des Arbeitslosengeldes vorlegen. "Diejenigen, die dort einen machtpolitischen Showdown erwarten, werden wieder einmal vor der Sozialdemokratie enttäuscht werden", sagte er.

Der Unions-Mittelstandssprecher Michael Fuchs forderte in der "Leipziger Zeitung", die ALG-Verlängerung mit anderen arbeitsmarktpolitischen Forderungen der Union zu verknüpfen: "Eine singuläre Neuregelung nur beim Arbeitslosengeld I, ohne die von der Union in ihrem Parteitagsbeschluss von Dresden mit angestrebte Verschärfung beim Kündigungsschutz, ist für mich nicht zustimmungsfähig."

DPA/AP
 
 
KOMMENTARE (6 von 6)
 
Roy05441 (16.10.2007, 15:59 Uhr)
Es ist doch schön,...
dass Schröder so als Hartz-Genosse niemals in die Bresche springt, wo jeder Spatz so von den Dächern singt, sieh hin oh Volk,:"wie verarscht wir doch sind"!
Wählst im Leben du ne sogenannte Volkspartei, hast am Ende du das Faulste Ei!
H.P. (16.10.2007, 14:17 Uhr)
Verarschen kann ich mich selbst
+++Der Mensch hat eine angeborene Abneigung gegen Arbeit+++
Das stimmt nicht, der Mensch muss Freude an der Arbeit haben, jeder Mensch ist etwas besonderes, ein freies Wesen, diese Werte werden ihm in den heutigen Systemen vorenthalten, er hat nur noch zu funktionieren und wird immer weniger belohnt für das was er tut. Verarschen kann ich mich selbst dazu brauche ich keine Politiker.
lencomx (16.10.2007, 14:09 Uhr)
Störrischer Esel
Münte against all. Sogar der Hauptverfechter, ein Angestellter der Gasprom, spürt, dass der Wind in der Partei langsam aus einer anderen Richtung weht. Steinmeyer, der eigentliche Architekt der Reform, duckt sich auch einfach weg, um auf dem Parteitag nicht abgestraft zu werden. Nur Sauerland-Münte steht stur wie ein Esel in der Brandung!
iovialis (16.10.2007, 10:56 Uhr)
Der Mensch nach SPD-Meinung
Der Mensch hat eine angeborene Abneigung gegen Arbeit und versucht, ihr aus dem Wege zu gehen, wo irgend möglich. Durch seine Arbeitsunlust muss er meistens gezwungen, gelenkt, geführt und mit Strafe bedroht werden, damit er einen produktiven Beitrag zur Erreichung der Organisationsziele leistet. Er will „an die Hand genommen“ werden, da er zu wenig Ehrgeiz besitzt, Routineaufgaben vorzieht und nach Sicherheit strebt. Er scheut sich vor jeder Verantwortung. Deshalb muss der Manager jeden Handlungsschritt detailliert vorgeben, energisch anleiten und führen sowie streng kontrollieren. Nur auf diese Weise ist eine effiziente Arbeitsausführung möglich. Entlohnung alleine kann Menschen nicht dazu bringen, sich genügend zu bemühen. Das heißt bei Zuwiderhandeln gegen die Regeln bedarf es externer Kontrollen und Strafen sowie Zwang. Sein Verhalten richtet sich nach der Mehrheitsmeinung.
(Theorie X von Douglas McGregor)
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http://www.iovialis.org/download
H.P. (16.10.2007, 10:05 Uhr)
System der Sklaverei.
Was einmal als Befreiung der Menschheit von der Sklaverei begann, das Selbstbestimmungsrecht der Menschen in der politischen Form als Demokratie, entartete meistens zu einem raffinierten Betrugssystem an den Wählern und führte zu einer unerträglichen Sklaverei durch die Steuerbehörden der Staaten. Nie vorher wurde die Menschheit höher besteuert und ausgebeutet, außer in einem System der Sklaverei.
whismerh2 (16.10.2007, 08:26 Uhr)
Reform ?
Scheint wohl allmählich rauszukommen
das es bei dieser Reform (Arbeiten bis 67) einzig allein nur darum ging, Gründe zu haben um die wohl verdiente Rente zu kürzen oder drastisch einzuschneiden,in der
Hoffnung das mal wieder nichts rauskommt.
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