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30. Oktober 2007, 08:43 Uhr

Rückgang stärker als üblich

Der positive Trend bei den Arbeitslosenzahlen setzt sich trotz des konjunkturellen "Stimmungseinbruchs" fort: Die Zahl der Erwerbslosen ist im Oktober um 110.000 auf 3,434 Millionen gesunken. Der Rückgang fiel stärker aus als zu dieser Jahreszeit üblich.

Erfreuliche Nachrichten aus Nürnberg: Weniger Arbeit für die Arbeitsämter© Picture Alliance

Der deutsche Arbeitsmarkt bleibt trotz des wachsenden Konjunkturpessimismus im Aufwind. Der seit knapp zwei Jahren anhaltende positive Trend setzte sich auch im Oktober fort. Die Zahl der Arbeitslosen ist um 110.000 auf 3,434 Millionen gesunken. Die Arbeitslosenquote verringerte sich um 0,2 Punkte auf 8,2 Prozent, wie die Bundesagentur für Arbeit in Nürnberg mitteilte.

"Die gute Konjunktur ist stabil und verstärkt die übliche Herbstbelebung: die Arbeitslosigkeit nahm stärker ab als sonst in einem Oktober, die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung legte weiter deutlich zu und die Arbeitskräftenachfrage bleibt auf hohem Niveau", sagte Heinrich Alt, Vorstandsmitglied der BA.

Rückgang fällt stärker aus als üblich

Der Rückgang der Erwerbslosigkeit ist im Oktober üblich, weil Betriebe nach Beendigung der Ferien wieder verstärkt einstellen. Allerdings fiel der aktuelle Rückgang stärker aus als in den letzten Jahren (2004 bis 2006 monatsdurchschnittlich - 98.000).

Gegenüber dem Vorjahr gab es im Oktober 650.000 Arbeitslose weniger. Die günstige Entwicklung der Arbeitslosigkeit beruht vor allem auf der guten Konjunktur und dem damit verbundenen Aufbau sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung. Die Zahl der ausschließlich geringfügig Beschäftigten betrug nach ersten Hochrechnungen der Bundesagentur für Arbeit im August 4,86 Millionen, 81.000 mehr als vor einem Jahr. Außerdem gab es einen Anstieg bei den Selbständigen.

"Wir gehen davon aus, dass die Dynamik anhält; allerdings dürfte sich das Tempo etwas verringern", lautet die Prognose des Dresdner-Bank-Volkswirts Gregor Eder. Nach Eders Einschätzung ist in der Wirtschaft zwar ein "Stimmungseinbruch" zu beobachten. "Wenn man sich aber die harten Fakten wie die Auftragslage und die Industrieproduktion anschaut, gehen wir davon aus, dass es mit dem Arbeitsmarkt in den nächsten Monaten und auch im nächsten Jahr weiter aufwärts geht", so Eder.

Im September war die Zahl der Arbeitslosen mit 3,543 Millionen auf den niedrigsten Stand seit zwölf Jahren gesunken, gleichzeitig erreichte die Zahl der Erwerbstätigen mit 39,86 Millionen den höchsten Stand seit der ersten gesamtdeutschen Erhebung im Jahr 1991. Im Vergleich zum Vorjahr gab es im September in Deutschland 637.000 Erwerbstätige mehr und 694.000 Arbeitslose weniger, hatte die Bundesagentur für Arbeit im Vormonat berichtet.

DPA
 
 
KOMMENTARE (4 von 4)
 
ganzbaf (30.10.2007, 17:37 Uhr)
Erstunken und erlogen!
Ältere werden einfach rausgerechnet. Ein-Euro Jobber ebenfalls, Kranke, Selbstmörder, Verheiratete und Weiterbilder dito.
Für den erbärmlichen Rest gibt es noch Billigstlohnjobs oder die Flucht ins Ausland.
So kann man auch die Welt schön saufen, äh, "rechnen"...
iovialis (30.10.2007, 10:42 Uhr)
Automatisationsgewerbe
Schön, daß sich die Arbeitsmarktlage entspannt, nicht wahr? Die Leute sind im Automatisationsgewerbe tätig und sägen am Ast jener Arbeiter, die noch das tun, wofür gerade Automaten produziert werden. Die verkauft man dann ins Ausland, wo man billiger produzieren kann (geringere Löhne, weniger Umweltauflagen...). Es ist abzusehen, daß das in naher Zukunft Folgen auf den deutschen Arbeitsmarkt hat.
Klar wird produziert... aber man sollte auch kucken, was das ist. Wir steuern auf eine interessante Zukunft zu: die (menschliche, produzierende) Arbeit schafft sich langsam selbst ab. Clever...
.
http://www.iovialis.org/download
zurgat (30.10.2007, 10:42 Uhr)
du willst
doch den leuten nich unterstellen sie hätten es geschafft 66% geschafft rauszurechnen ... sin aber immer noch net alle
NeuerMensch (30.10.2007, 10:15 Uhr)
Komisch
... Noch immer weit über 6 Mio ALG-Empfänger... Ob STERN die sicher nicht ohne Grund teils 60 Seiten umfassenden Berichte der BA auch mal selbst liest?
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