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2. Februar 2010, 07:18 Uhr

Missbrauch von Hartz IV steigt leicht an

Die Missbrauchsquote bei Hartz-IV-Leistungen ist im vergangenen Jahr leicht gestiegen. Bei rund 6,5 Millionen Hilfsbedürftigen lag der Anteil bei 1,9 Prozent. Das geht aus dem Bericht der Bundesagentur für Arbeit hervor.

Hartz IV, Missbrauch, Sozialpolitik, Hartz-IV-Empfänger

Die Zahl der Straf- und Bußgeldverfahren für das Erschleichen höherer Hartz-IV-Leistungen ist 2009 offenbar gestiegen© Heribert Proepper/AP

Die Zahl der Straf- und Bußgeldverfahren gegen Hartz-IV-Empfänger ist im vergangenen Jahr nach Informationen der "Süddeutschen Zeitung" um 1,8 Prozent auf knapp 165.000 Fälle gestiegen. Dies gehe aus der Jahresbilanz der Bundesagentur für Arbeit (BA) über den Leistungsmissbrauch im Hartz-IV-System hervor, berichtet die Zeitung. Zumeist gehe es um falsche Angaben von Langzeitarbeitslosen gegenüber den Jobcentern und Arbeitsgemeinschaften (Argen) mit dem Ziel, höhere Leistungen zu kassieren, als ihnen eigentlich zustünden.

Ertappt wurden dem Bericht zufolge auch deutlich mehr potenzielle Schwarzarbeiter. Die Jahresbilanz zeige zudem auf, dass von den gut 126.000 erledigten Verfahren 39.000 Fälle wegen des Verdachts auf Schwarzarbeit an die zuständige Zollverwaltung weitergegeben worden seien. 2008 seien es noch etwa 36.500 Fälle gewesen. Zunehmend mehr Akten von Hilfebedürftigen landen danach auch bei den Strafverfolgungsbehörden. Bei knapp 13.000 Zahlungsempfängern seien die Akten "mit einem begründeten Straftatbestand an die Staatsanwaltschaft abgegeben" worden. Dies entspreche einem Zuwachs von 4,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Insgesamt hatten 2009 laut im Jahresdurchschnitt etwa 6,5 Millionen Menschen Anspruch auf die Grundsicherung (Hartz IV). Bezogen auf diese Gesamtzahl lag die Missbrauchsquote nach Angaben der Bundesagentur bei 1,9 Prozent. Darunter fallen Ordnungswidrigkeiten, also geringfügige Verletzungen von Rechtsregeln, für die das Gesetz eine Geldbuße vorsieht. Das eingetriebene Verwarnungs- und Bußgeld, über das die Jobcenter selbst entscheiden können, belief sich bei etwa 74.000 Fällen auf 3,7 Millionen Euro. Ein Leistungsmissbrauch liegt zum Beispiel vor, wenn ein Bezieher von Arbeitslosengeld II grob fahrlässig unrichtig oder unvollständige Angaben über seine Nebeneinkommen oder Vermögen macht.

Unter der Regierung des früheren Bundeskanzlers Gerhard Schröder (SPD) wurden Anfang 2005 die Arbeitslosenhilfe und die Sozialhilfe zum Arbeitslosengeld II zusammengeführt. Der Name Hartz IV geht auf Peter Hartz, ehemaliges Vorstandsmitglied der Volkswagen AG, zurück.

DPA/AFP
 
 
KOMMENTARE (10 von 70)
 
manfredw (04.02.2010, 19:05 Uhr)
Peter Hartz
Hat man den nicht bestraft? Hat er zurück gezahlt? Warum nennt man die Stütze Hartz IV ?
Früher war Management by Zynismus verboten!
spontan2010 (03.02.2010, 17:52 Uhr)
Missbrauchsquoten
Menschen mit dem Stempel Hartz-IV als Sündenböcke für schwere Fehler in Politik und Wirtschaft.
Schämt sich eigentlich niemand mehr in diesem Land in Anbetracht der allgemeinen Mutlosigkeit und Existenzangst?! Kaum jemand möchte in die Mühle ?Hartz-IV? geraten, wenn er jahrelang gearbeitet hat. Akademiker wandern in Scharen aus, unser Nachwuchs wird zusehends depressiv.
?Anreize für Beschäftigung schaffen?? - Beschäftigungen wie Reparatur von altem Spielzeug oder Bewerbungstrainings, die einem vermitteln, wie man einen Briefumschlag beschriftet und unter Anleitung in Online- Jobbörsen nach Stellenanzeigen sucht?! Selbstwertgefühl nach einigen Monaten auf null.
Wie peinlich ist es für ein Land wie Deutschland, dass Unternehmer in der Lage sind, Menschen für eine geleistete Arbeitsstunde 2,86 ? zu zahlen?! Welch Wunder, dass es Menschen gibt, die dafür aufstehen. Und deren Chef noch tröstende Worte bereithält: Geh als Aufstocker, bei DEM Lohn kein Problem?
Wie hoch ist eigentlich der Leistungsmissbrauch im Bereich der Kurzarbeit?
wassire (03.02.2010, 14:32 Uhr)
Mißbrauch von Hartz IV
Dieser Sklavenbonus ist das letzt was es gibt.Kein Mensch kann mit diesen Betrag leben.Viele gehen Schwarzarbeit nach,weil sie leben wollen.Kein Mensch redet über die perversen Schikanen des Faultiergeheges,was sich ein ALG II - Sklave so alles gefallen lassen muß.
also_ne... (02.02.2010, 20:48 Uhr)
@ x-cube (02.02.2010, 17:17 Uhr)

was sind daran Peanuts??? nur weil die Gesamtausgaben dutzende Milliarden betragen, sind die 100 Millionen im Jahr, die erganuert werden trotzdem ne Frechheit und in meinen Augen jedenfalls KEINE Peanuts!


Kippi (02.02.2010, 19:41 Uhr)

so ein Quark! Nur weil Sie versuchen, die Sache lächerlich zu machen, ist das nicht eine minder schwere Frechheit! Es geht um 3-stellige Millionenbeträge, JÄHRLICH! Das sind nicht 1x im Monat bisschen Geld beschissen, sondern über Zeiträume hinweg, und dann läppert sich das ganze auch! Rechnen Sie doch mal, was die Jahre über ergaunert wurde!


Aquarius2 (02.02.2010, 20:10 Uhr)

"von Neid gesteuerte Verunglimpfung vieler Leistungsträger"
was soll denn diese Unterstellung? Ich sehe mich selbst auch als Leistungsträger, bin aber bestimmt nicht neidisch auf die paar Euro Hartz IV! Hier gehts viel mehr darum, wo die Grenze gezogen wird! Und wenn durch falsche Angaben Steuermittel erschlichen werden, dann ist das eine Straftat, fertig aus!

Alao manche Leute hier in dem Forum legen eine Art und Ansichten an den Tag, dass einem schon fast Angst und Bange wird!
Nicht nachvollziehbar...
Aquarius2 (02.02.2010, 20:10 Uhr)
Mißbrauchsquote von 1,9% bei Hartz IV einschließlich geringfügiger Verletzungen von Rechtsregeln
Auf die Verfolgung dieser Kapitalverbrechen sollte der Staat seine ganze Kraft konzentrieren.
Spekulation und Steuerhinterziehung könnten dann ebenso wie die Finanzprüfung von DAX-Konzernen in die Warteschleife gelegt werden. Damit kann gleichzeitig die von Neid gesteuerte Verunglimpfung vieler Leistungsträger eingeschränkt werden.
Kippi (02.02.2010, 19:41 Uhr)
Missbrauch HartzIV
Ja,ja, die Mißbrauchsfälle von HartzIV zerstören noch einmal unsere gesamte Republik. Die Hartz IV-Bezieher sollen das
unrechtmässig erworbene Geld schon in der Schweiz angelegt haben - natürlich unversteuert ! Viele sollen sich schon in Zumwinkel´s Nähe nach Villen und Schlössern umsehen, um dann im Falle des Falles dort ihren mondänen Alterssitz
zu erstellen. Wenn Merkel und Co da nicht aufpassen, bricht unser Staat mit Sicherheit bald zusammen !!!
x-cube (02.02.2010, 17:17 Uhr)
@ whismerh2
Es geht nicht um die Gesamtausgaben der BA sondern um die Missbrauchsfälle. Und das sind in meinen Augen Peanuts.
Lazarus09 (02.02.2010, 17:04 Uhr)
Der wahre Missbrauch findet nicht bei H4 Empfängern statt..!
Dabei handelt es sich aller Wahrscheinlichkeit nach Abzug aller Bagatellen im Einzelfall um Peanuts . Jedoch alleine die Mehrwertsteuersenkung auf Übernachtungsleistungen kostet 1 Milliarde jährlich.
Eine umstrittene Aktion, für die sich nie und nimmer eine Mehrheit in der wahlberechtigten Bevölkerung gefunden hätte, die selbst von ansonsten streng linientreuen Wirtschaftwissenschaftlern abgelehnt wird, die aber dennoch ohne Rücksicht auf Verluste (Image, Umfragewerte) durchgezogen wurde und dazu wie zu vernehmen nicht dem Kunden oder dem Arbeitsplatzerhalt sondern einzig und allein dem Mehren des Profites dient - ist das, obzwar legal, nicht letztlich auch eine Form von "Steuerhinterziehung\Leistungsmissbrauch"?
adel-ar (02.02.2010, 15:52 Uhr)
1,9% ist aber weniger als selbst ich schon gedacht habe.
Das macht die Hartz4ler ja sogar zur ehrlichsten Bevölkerungsgruppe überhaupt. Da gibt es doch mehr Einkommens- und Vermögensvergehene in jeder anderen Gruppe.

Interessanterweise muss man ja noch den größten Teil von den 1,9% abziehen, da hier unter "Hartz4-Missbrauch" auch Kleinstvergehen wie ein zum Nachreichen vergessener Beleg schon gezählt wird. Das drückt die ehrliche bzw. erhebliche Zahl dann vermutlich WEIT unter 1%. Was die Hartz4ler noch ehrlicher erscheinen ließe. Das kann sogar ich als Unterschichten-Sympathisant kaum glauben. Das würde nämlich bedeuten, dass Bild, RTL und Sat1 ein ganz verzerrtes Bild der Wahrheit gezeichnet hätten. Das eher dem Gegenteil als der Wahrheit entspräche.
Oder sind jetzt die Drangsaleure der Arbeitslosenverwahrung zu deren größten Verteidigern geworden?
whismerh2 (02.02.2010, 15:29 Uhr)
@x-cube
Gebe Ihnen vollkommen Recht, das die Eliten mit Ihre Rettungspaketen das viel schlimmere Übel ist, auch vermute ich das die Gesellschaft bewusst gespalten werden soll, aber mit peanuts kann ich Ihnen nicht zustimmen, Schauen Sie sich einfachmal die Ausgabenseite im Bundeshaushalt Arbeit und Soziales an Tendens setig steigend,
Finanzierung wird immer unklarer, auch hier ist Handlungsbedarf gefragt sonst fliegt uns dieser laden um die Ohren, auch wennn ich mir das bankengesindel eher greifen würde.
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