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13. Januar 2010, 10:15 Uhr

Hartz IV kommt auf den Prüfstand

Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen will bis zum Sommer eine Reform der umstrittenen Hartz-IV-Gesetze vorantreiben. Insbesondere zwei Gruppen sollen künftig bessergestellt werden. Die SPD kommt mit eigenen Vorschlägen, während die CSU für eine Total-Änderung plädiert.

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Will Alleinerziehende und Jugendliche bei Hartz-IV künftig besserstellen: Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen© Franka Bruns/AP

Die Reform der Hartz-IV-Gesetze soll umfassender ausfallen als erwartet. Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) sagte im ZDF-Morgenmagazin, die Überarbeitung solle genau vorbereitet und erst im Sommer abgeschlossen werden. Vieles an Hartz IV sei "hastig" gemacht worden und müsse gerechter werden. CSU-Chef Horst Seehofer forderte im Bayerischen Fernsehen eine generelle Neuordnung. Auch der SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel rückte von den geltenden Bestimmungen ab und forderte Verbesserungen vor allem für ältere Arbeitslose.

Union und FDP hatten sich bereits in den Koalitionsvereinbarungen auf eine deutliche Anhebung der sogenannten Schonvermögen und der Zuverdienstgrenzen für Hartz-IV-Bezieher geeinigt. Zudem wird im Februar eine Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts über die Sätze vor allem für Kinder erwartet. Diese könnte womöglich auf eine womöglich starke Anhebung der Bezüge hinauslaufen.

Von der Leyen: "Vieles ist hastig gemacht worden"

Von der Leyen kritisierte in dem Fernsehinterview: "Der Grundansatz: 'Jeder kriegt eine Chance' ist richtig. Aber vieles an dieser Reform ist hastig gemacht worden. Wir müssen jetzt hinschauen, wie wir es gerechter machen können". Dabei sei ihr wichtig, "dass der Gedanke wegkommt: 'Ich habe Hartz IV und verdiene was dazu'". Stattdessen müsse der Anreiz da sein zu sagen: "Ich verdiene so gut es geht, und wenn es nicht reicht, dann zahlt die Gemeinschaft was dazu."

Unterm Strich sei der Sockel der Langzeitarbeitslosigkeit gesunken, räumte die CDU-Politikerin ein. Nur habe man bei "bestimmten Gruppen nicht genug hingeschaut". Bei Alleinerziehenden etwa sei die Notwendigkeit einer Kinderbetreuung nicht ausreichend berücksichtigt worden. "Da wurde immer gesagt: 'Die hat Kinder, nö, dann steht sie dem Arbeitsmarkt nicht zur Verfügung.'" Auch Jugendliche bräuchten Unterstützung, um zu lernen: "Es lohnt sich, was zu tun, ich habe ein Ziel, und ich komme in einen Job rein." Besonders schwierig sei es, wenn einfache Arbeiter weniger verdienten als Hartz-IV-Empfänger. Die Kombination von Hartz-IV-Leistungen vom Staat und eigenem Zuverdienst sei schwierig, weil Arbeitnehmer dies ebenso wie Arbeitgeber von vornherein mit einkalkulieren könnten.

Seehofer will Hartz IV "generell neu machen"

Der CSU-Vorsitzende und bayerische Ministerpräsident Seehofer plädierte im Bayerischen Fernsehen für eine umfassende Neuordnung. "Hartz IV muss aus meiner Sicht generell neu gemacht werden. Das sollte alles einfacher und gerechter werden - jetzt kennt sich überhaupt kein Mensch mehr aus", sagte er in der Sendung "Münchner Runde".

Auch SPD-Chef Gabriel forderte im Gespräch mit der "Süddeutschen Zeitung" für Korrekturen an der unter Rot-Grün verabschiedeten Arbeitsmarkreform. Generell sprach er sich für eine Besserstellung insbesondere von älteren Arbeitslosen aus. So sollten sie künftig ihr Vermögen behalten dürfen, wenn sie 30 Jahre oder länger gearbeitet hätten. Das ginge über die von der schwarz-gelben Koalition geplante Anhebung der Freibeträge von 250 auf 750 Euro pro Lebensjahr hinaus. "Warum darf jemand, der 30 Jahre lang gearbeitet hat, im Fall der Arbeitslosigkeit nicht das behalten, was er für das Alter angespart hat, zum Beispiel seine Lebensversicherung?", wird Gabriel zitiert.

Diese Pläne und zum Teil weitergehende Forderungen aus den Landesverbänden sollen auch Thema der Klausurtagung des SPD-Bundesvorstands am kommenden Wochenende in Berlin sein. So fordern die hessischen Sozialdemokraten, das vor Hartz IV fällige Arbeitslosengeld I länger zu zahlen, wenn sich Beschäftigungslose in dieser Zeit beruflich qualifizieren. Nach dem Zeitungsbericht soll Gabriel intern Sympathie für diese Idee gezeigt haben.

APN/Reuters
 
 
KOMMENTARE (10 von 103)
 
Administrator (13.01.2010, 17:35 Uhr)
Liebe User,
wir schließen die Diskussion an dieser Stelle.

Herzliche Grüße,

Ihre stern.de-Admins
Berlin0110 (13.01.2010, 17:04 Uhr)
Liebe Mituser / sehr geehrter bayrischer Stammtischparolenverbreiter Coffeeaddict
Es macht einen immer wieder mutlos, wenn man die Zeilen unseres Freundes hier liest. Mir ist schon klar, dass die Bildung in Geschichte nicht Jedermans Sache ist, doch in Bayern scheint diese Charaktereigenschaft furchtbare Züge anzunehmen.

Werter Herr Coffeeaddict, Ihnen wird ja bewußt sein, dass Ihr wunderbarer Freistaat sein industrielles Wachstum nur dem Kriegsende und der Einteilung der Besatzungszonen zu verdanken hat. Das Ihr Land, Sie sind ja auch im Herzen schon immer eigenständig geblieben, mit Vertriebenen aus Schlesien und den anderen Ostgebieten gefüttert wurde, um Fachkräfte bei Ihnen anzusiedeln, nur aus diesem Grunde so stark geworden ist, werden Sie ja wissen. Mit Bauern und Holzfäller geht das ja nicht. Wo Audi hergekommen ist, und vor allem warum, werden Sie ja auch wissen! Somit kennen Sie sicherlich auch die Geschichte von BMW.

Soviel zu Ihrer These, dass jede region so gut ist, wie Ihre Bewohner!!
arniston (13.01.2010, 17:00 Uhr)
schnautze leiharbeiter !
hamse mal ne leiharbeit, oder ein euro job ?
hamse mal hartzV, wo der, der 40 jahre gearbeitet mit jedem gleichgestellt ?
oder nehmen sie lieber schröder ?, der herr mit der arbeitnehmerüberlassung von 2002 .
was die truppe spd und grüne angestellt, ist für jeden arbeitenden menschen ein schlag ins gesicht.
der wähler in hoffnung sozialer gerechtigkeit
wurde mit turbokapitalist schröder aufs glatteis geführt. so baden schröder, fischer, clement & co. im luxus, der den arbeitenden menschen ,,gestohlen,, wurde.
Kasperltheater (13.01.2010, 16:55 Uhr)
Und schon wieder.....
haut ihr euch gegenseitig die Köpfe ein, anstatt das wahre Problem zu diskutieren.

Es funktioniert wunderbar euch gegeneinander aufzuhetzen.

Ich bin dafür die "Debatte" hier zu beenden. es hat keinen Sinn!
sportartmakler (13.01.2010, 16:46 Uhr)
@Coffeeaddict
und die meisten hier interessieren zum glück ihre verqueren gedanken auch nicht. also hop, 2 threads weiter.....

Coffeeaddict (13.01.2010, 16:46 Uhr)
@ saulus
Mit Logik haben Sies nicht so, wie?

Berlin hat eine höhere Bevölkerungsdichte als Bayern, Ostdeutschland eine etwas niedrigere. Was wollen Sie also mit Ihrer sinnlosen Aussage.

Und was für Unternehmen es gibt ist doch gerade die Leistung der Menschen einer Region.

Da Sie auch das offensichtlich bis heute nicht begriffen haben ist ihr Geschreibsel als sinnlose verbale Umweltverschmutzung entlarvt.

Gute Besserung.
auwei (13.01.2010, 16:41 Uhr)
@coffeeaddict
Bayern sind weder innovativer noch unternehmerischer - sie haben das Glück, dass ein Herr Stoiber (und einige davor) so schlau waren, Schlüsselindustrien bzw. -unternehmen dort anzusiedeln (anzulocken). Kein Kunststück, nachdem man sich über Jahrzehnte via Länderfinanzausgleichg durch die Arbeit der west- und norddeutschen Industrien (Montan, Schiffbau usw.) gesundgestoßen hat. Ich habe nichts gegen Bayern (sympathisch ist es mir allerdings auch nicht), aber zu solcher Arroganz besteht wahrlich kein Grund. Was Berlin anbetrifft - Sie kennen die Geschichte? Geteilte Stadt und so? Dann wissen Sie sicher auch, warum Berlin (industrie-)wirtschaftlich ausgeblutet ist. Die aktuelle Politik kann daran nichts ändern.
Coffeeaddict (13.01.2010, 16:39 Uhr)
@ Saulus
Mit Logik haben Sies nicht so, wie?

Berlin hat eine höhere Bevölkerungsdichte als Bayern, Ostdeutschland eine etwas niedrigere. Was wollen Sie also mit Ihrer sinnlosen Aussage.

Und was für Unternehmen es gibt ist doch gerade die Leistung der Menschen einer Region.

Da Sie auch das offensichtlich bis heute nicht begriffen haben ist ihr Geschreibsel als sinnlose verbale Umweltverschmutzung entlarvt.

Gute Besserung.
Berlin0110 (13.01.2010, 16:37 Uhr)
@coffeeaddict
Aus meiner Sicht schreiben Sie recht großen Müll.
Aber da Sie ja aus Bayern kommen, und somit zur Speerspitze unserer Nation gehören, muss man Ihnen auch verzeihen können. Und sei es nur aus Gründen Ihrer geistigen Umnachtung. Wahrscheinlich werden irgendwann alle Bayern so enden, wie Ihr König Ludwig.
galonero (13.01.2010, 16:35 Uhr)
@halodri
ich gehöre ja auch zu den "Arbeitsunwilligen" weil andere "blöd" genug sind mir Zinsen, Miete und Pacht zu zahlen.
Du zahlst Steuern für Hartz 4 ler, find ich ok, immerhin besser als für den Rücktransport von toten Soldaten aus den Krieggebieten: Afghanistan, Kosovo,usw.
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