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2. September 2008, 12:23 Uhr

Hartz-IV-Erhöhung würde Milliarden kosten

Die von Grünen und Wohlfahrtsverbänden geforderte Erhöhung des Arbeitslosengeldes II von 351 auf 420 Euro monatlich würde nach Berechnungen von Arbeitsmarktforschern jährlich rund zehn Milliarden Euro kosten. Zugleich würde dadurch die Zahl der Hartz-IV-Empfänger jährlich um bis zu zwei Millionen anwachsen, hieß es.

Arbeitsmarktforscher warnen vor einer deutlichen Anhebung des Hartz-IV-Regelsatzes gewarnt© Heribert Pröpper/AP

Das Forschungsinstitut der Bundesagentur für Arbeit hat vor einer deutlichen Anhebung des Hartz-IV-Regelsatzes gewarnt. Eine Erhöhung des Arbeitslosengeldes II von monatlich 351 Euro auf 420 Euro würde die öffentlichen Kassen jährlich gut zehn Milliarden Euro kosten, heißt es in einer am Dienstag veröffentlichten Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) in Nürnberg. Die Zahl der derzeit 6,7 Millionen Hartz-IV-Empfänger könnte zudem um bis zu zwei Millionen steigen. Gefordert wird eine solche Anhebung des Regelsatzes auf 420 Euro unter anderem vom Paritätischen Wohlfahrtsverband und von den Grünen.

Der Anteil der von Armut bedrohten Menschen könne dadurch nach Einschätzung der IAB-Wissenschaftler zwar um zwei Punkte auf 13 Prozent sinken. "Der Preis für diese Veränderung wäre jedoch hoch", warnen die Autoren. Die Mehrkosten von zehn Milliarden Euro müssten durch Steuererhöhungen oder Kürzungen an anderer Stelle aufgebracht werden.

Den Forschern zufolge würde die höhere Regelleistung zudem dazu führen, dass etwa 165.000 Geringverdiener ihren Job aufgeben und viele andere ihre Arbeitszeit deutlich verringern würden. Der höhere Regelsatz habe "deutliche negative Anreizeffekte und liefe somit dem Ziel der Aktivierung und der Hilfe zur Beendigung des Leistungsbezugs entgegen".

Noch teurer würde nach IAB-Berechnungen eine bedingungslose Kindergrundsicherung, wie sie beim Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB), bei den Grünen und in der Linkspartei diskutiert werde. Eine Kindergrundsicherung von 300 Euro im Monat schlüge demnach mit 18 Milliarden Euro Mehrkosten zu Buche. Die Autoren plädieren zudem gegen eine allgemeine Erhöhung des Kindergeldes, über die in der Regierungskoalition im Herbst entschieden werden soll. Dem Ziel, die Lage einkommensschwacher Haushalte mit Kindern zu verbessern, dienten gezielte Maßnahmen besser. Die vor kurzem verabschiedete Ausweitung des Kinderzuschlages und die Erhöhung des Wohngeldes "sind wesentlich effizienter und weisen in die richtige Richtung".

Reuters
 
 
KOMMENTARE (10 von 20)
 
flooene (02.09.2008, 19:44 Uhr)
12,1 Milionen Harz IV Empfänger?
69€*12Monate=828
10Milliarden/828 =12,1 millionen empfänger
irgendwie ist aber nur von max 8,7 Millionen die rede
Ich kann zwar harz 4 nicht beurteilen, aber Bafög ist extrem knapp bemessen, weshalb ich eine anhebung nicht groß ablehnen kann, erst recht wenn ich da an die IKB denke.
kralli19 (02.09.2008, 17:13 Uhr)
@ SiliumSepp
Aha, darf ich fragen, was du persönlich getan hast, um Studiengebühren zu verhindern ?
treetz (02.09.2008, 16:44 Uhr)
@kralli19
Löhne rauf ist albern, da: höhere Löhne = höhere Pridutionskosten = höhere Preise. Aber wem sage ich das, Sie haben ja sicher was ordentliches gelernt und wissen daher darum (und das mit den Tippfehlern üben wir dann mal noch, nee? :-)))
Was hier im Land nicht stimmt, sind die Staatsausgaben! Den Haushalt konsolidieren, indem man trotz überraschender Steuer-Mehreinnahmen neue Schulden macht?????
Würde man hier mal sparen, wäre das Geld zur Hartz IV-Aufstockung sicherlich drin. Wobei ich 70,00 € netto (!!!!) schon happig finde!
madlien (02.09.2008, 15:58 Uhr)
dürfte doch kein problem sein
bei 14 Milliarden Überschuss ! Am besten ganz weg mit dem Nazi-System Hartz IV und zurück zum alten System inklusiv Berufsschutz. Weg mit Trennung arbeitslos und langzeitarbeitslos! das wäre für alle Beteiligten das beste !
Leseratte79 (02.09.2008, 15:04 Uhr)
Eine Erhöhung
fände ich auch gut. Nur wie die Vorrender schreiben würden einige Leute sicher den Anreiz zum Arbeiten verlieren. Irgendwie ist doch immer der Wurm drin. Wir müssen uns damit abfinden, dass die Poilitk uns niemals zufrieden stellen wird.
SABATA (02.09.2008, 14:59 Uhr)
Hartz vier
Hartz vier Erhöhung würde Milliarden kosten ! Lachhaft !
Was Kostet der Afghanistaneinsatz der Bundeswehr und in dem Rest der Welt ?
Motzerator (02.09.2008, 14:45 Uhr)
Das ist überfällig
Das geld bei Harz4 reicht dochh hinten und vorne nicht zum Leben aus, denn von den 345 euro wollen ja auch noch strom und telefon/internet bezahlt werden. Extra Geld für kleidung oder anschaffung gibt es in der regel nicht, das muss alles mit von den 345 euro im monat finanziert werden.
sicher, die miete und nebenkosten im normalen rahmen kommen noch dazu, aber gut leben kann man davon nicht.
ich finde, man sollte harz 4 aufstocken, allerdings verstehe ich nciht, warum alle möglichen einwanderer das auch bekommen obwohl weder sie noch ihre eltern sich je an unserem sozialsystem beteiligt haben.
520i (02.09.2008, 14:44 Uhr)
@brainstorm
Das Fass, in dass sie Geld werfen ist aber das der Wirtschaft, die so wenig bezahlt, dass der Lohn vom Staat aufgestockt werden muss. Diese Jagd auf H4-Empfänger ist m.E. nach nur ne Nebelkerze. Es steht in keinem Verhältnis jeden Einzelfall mühevoll aufzudecken, wenn an anderer Stelle MILLIARDEN an die Wirtschaft verschenkt werden. Beschissen wird immer. Überall. Aber vielleicht sollte man beim größten Beschiss anfangen und nicht bei den kleinen Fischen.
bR4iNST0RM (02.09.2008, 14:41 Uhr)
@ 520i
Also 10,50 Euro als Mindestlohn würde selbst bei mir einen Begeisterungsturm entfachen, da ich deutlich UNTER diesem Lohn Arbeiten gehe… könnte natürlich auch Hartz IV beantragen, kommt um und bei fast das Selbe bei raus. Dennoch ist es NOCH NICHT so weit, dass Hartz IV generell angehoben werden sollte! Erst einmal Kontrollen, um den Betrug einzudämmen! Danach kann gerne!! und nötiger weise!! erhöht werden! Noch sehe ich es aber als Steuerzahler nicht ein, mehr Geld in das Fass (momentan mit sehr marodem Boden) zu werfen, ohne nennenswerte Verbesserungen zu erreichen… für alle Beteiligten!
520i (02.09.2008, 14:40 Uhr)
@Silium Sepp
Sie denken falsch! Natürlich haben Sie wenig. Aber wieso fordern Sie für die anderen weniger, anstatt für sich mehr?? Die h4-empfänger bekommen zu wenig, und sie bekommen VIEL zu wenig. Also: Solidarisieren anstatt gegeneinder zu kämpfen. Studiengebühren sind auch so ne Sache: Weg damit.
Das war das ganze H4-Prinzip: Divide et Impera. Teile und Herrsche. Wenn die Arbeiter immer weniger bekommen, müssen die Arbeitslosen gerade so an der Hungergrenze gehalten werden, damit sich der Rücken-Kaputtschaffende Zeitarbeiter denkt: Boah besser ausgebeutet werden als H4!
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