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10. Januar 2010, 14:50 Uhr

Gabriel will Hartz IV anpacken

Die SPD will wieder lieb gehabt werden, vor allem von ihrer verloren gegangenen Wählerschaft. Deshalb dringt Parteichef Sigmar Gabriel vorsichtig auf eine "Korrektur" der Hartz-IV-Bestimmungen - und begibt sich damit in offene Konkurrenz ausgerechnet zu einem CDU-Mann.

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SPD-Chef Sigmar Gabriel ist zu Korrekturen an Hartz IV bereit© Jens Schlüter/DDP

Die neue SPD-Spitze rückt von den unter ihrer Führung beschlossenen Arbeitsmarktreformen ab. Parteichef Sigmar Gabriel signalisierte im Nachrichtenmagazin "Der Spiegel", dass die Sozialdemokraten zu Korrekturen an den Hartz-IV-Gesetzen wie auch an der Rente mit 67 bereit seien. Vor wenigen Tagen hatte bereits CDU-Parteivize Jürgen Rüttgers eine grundlegende Reform der bis heute umstrittenen Hartz-IV-Gesetze gefordert. Sie waren der Kern eines Umbaus des Sozialsystems mit Einschnitten vor allem für Langzeitarbeitslose, den die rot-grüne Koalition unter Kanzler Gerhard Schröder mit der "Agenda 2010" begründet hatte.

Noch vor der nordrhein-westfälischen Landtagswahl Anfang Mai will die SPD auf einer bundesweiten Betriebsrätekonferenz den Schulterschluss mit den Gewerkschaften suchen. "Wir wollen Gewerkschaften und Arbeitnehmern vermitteln, in welche Richtung wir beim Thema soziale Sicherheit gehen wollen und dass wir bei schwierigen Themen wie Rente und Arbeitsmarktreformen auch zu Korrekturen bereit sind", sagte Gabriel dem "Spiegel".

Druck vom linken SPD-Flügel wächst

Vor allem vom linken SPD-Flügel wächst der Druck auf Gabriel, möglichst bald Positionen zu den umstrittenen Reformen aus der SPD-Regierungszeit zu entwickeln. "Ich glaube, dass die Korrektur von Fehlentwicklungen in diesem Jahr abgeschlossen sein muss, je klarer, desto besser", sagte der Parteilinke Ottmar Schreiner. Auch mehrere SPD-Landespolitiker fordern inzwischen offen Korrekturen an Hartz IV. "Wir wollten immer fördern und fordern, aber das Fördern funktioniert bis heute nicht vernünftig", kritisierte der hessische SPD-Landeschef Thorsten Schäfer-Gümbel die Hartz-Gesetze.

Mit den Korrekturen soll die SPD nach dem Wahldebakel im Bund in ihrem einstigen Stammland NRW wieder Boden gutmachen. Dort wurde 2005 mit dem Verlust der Macht auch das vorzeitige Ende der rot-grünen Koalition im Bund eingeleitet. Sollte nun die christlich-liberale Koalition scheitern, wäre das ein herber Rückschlag auch für die neue schwarz-gelbe Mehrheit im Bund.

NRW-Regierungschef Rüttgers kritisierte Einschnitte

Nordrhein-Westfalens Regierungschef Rüttgers hatte sich deshalb vorige Woche an die Spitze der Hartz-IV-Reformer gesetzt. Die von Rot-Grün beschlossenen Einschnitte hätten gravierende Fehler. Das Leistungsprinzip werde mit Füßen getreten. Alleinerziehende und Kinder würden benachteiligt.

SPD-Fraktionsvize Hubertus Heil warf Rüttgers vor, er gebe kurz vor seiner Landtagswahl "wieder den Sozial-Schauspieler". Der CDU-Politiker habe in einem Punkt recht: "Die Leistungen für Kinder und Alleinerziehende müssen verbessert werden." Das aber stehe ohnehin an, sagte Heil der "Welt am Sonntag".

Laut einem Bericht der "Rheinischen Post" plant die Bundesregierung noch vor der NRW-Landtagswahl am 9. Mai die Hartz IV-Eckregelsätze für Kinder neu zu berechnen. Schon Ende Februar werde mit einem Urteil des Bundesverfassungsgerichts zu den Hartz IV-Kinderregelsätzen gerechnet.

Reuters/AFP
 
 
KOMMENTARE (10 von 53)
 
allesklar (12.01.2010, 06:53 Uhr)
@ tannebaum
WO lebst DU denn??

Dein Kommentar ist grottenschlecht.

es gibt viele aeltere die zwischen rente und keiner arbeit in Hartz 4 liegen und studiert haben - aber zu alt fuer D sind.

@ gabriel SPD

leacherlich - die sind in der Opposition - die koennen nur staenkern ... und NIX anpacken...
ganzbaf (11.01.2010, 18:49 Uhr)
Hartz IV war richtig

Nur der angedachte Personenkreis falsch.
Ich fordere die Zusammenlegung von Sozialhilfe und Politikergehältern... ;~E
Sozimod (11.01.2010, 17:29 Uhr)
Frohes neues Jahr
@Tempelhofer:
darf nicht nur der Administrator auf Thema abweichung hinweisen? Geben sie bitte ein Kommenar zu dem Thema ab.
Sozimod (11.01.2010, 17:24 Uhr)
Ich oute mich.....
Von Hugenberg war mir wenig bis gar nichts bekannt. Danke für den kostenlosen Geschichtsunterricht. Aber ging es hier nicht um die unglaubwürdigen Vorschläge des Herrn Gabriel? Ich habe in Niedersachsen den Politiker als Ministerpräsidenten ertragen müssen( Wulff ist auch nicht besser!). Er gehört zu der Politikergilde, die ihre Nase nach dem Wind richten. Real setzt er davon in der Regel wenig um. Eine Politikergilde, die den Bürger immer mehr verprellen. Ein anderes System, eine andere Auffassung. Ich habe für mich beide Systeme verglichen. Die der DDR, mit unserem . Mein Fazit:
DDR Bürger wurden getäuscht, ausspioniert, ihrer Menschenrechte beraubt. Genauso wie wir es seit Jahren erleiden müssen. Hetze gegen ALG II Empfänger, Völkerrechtswidrige Kriege( Bürger werden mit falschen Informationen getäuscht), wir werden ausspioniert( durch Unternehmen, Staat). Die Medien dienen als Regierungspropaganda (wie unter Diktatoren). Welche Freiheit besitzen wir eigentlich? Ach ja, wir dürfen uns frei äußern. Müssen dann aber mit repräsalien abfinden. Welche Freiheit hat ein ALG II Empfänger bei ca. 1 mio.(schön gerechnet) offenen Arbeitsplätzen und 6 Mio Arbeitslosen? Welche Freiheit besitzen kranke Bürgerinnen und Bürger, die ihr Recht viele Jahre einklagen müssen. Obwohl sie ein Anspruch auf Leistungen haben? Wieviel Kapital wird regelrecht verbrannt. Es gab einen wirtschaftlichen Aufschwung 2008, 80 Prozent durften nicht partizipieren. Die Politiker haben frecher weise ihre Diäten trotzdem erhöht. Boni der Manager ect, natürlich auch. Außer der Partei DIE LINKE, lassen sich alle Parteien durch Spenden der Banken und Versicherungen kaufen. Diese Situation erinnert mich stark an 1929( auch Weltfinanzkrise). Was danach kam, ist bekannt.
Tempelhofer (11.01.2010, 16:18 Uhr)
@ galonero
Kann es sein, dass Sie sich ein bißchen weit vom Thema weg bewegt haben ?

Bitte kommentieren Sie zum Artikel:
"Gabriel will Hartz IV anpacken"

Vielen Dank.
nightmare_online (11.01.2010, 16:16 Uhr)
@knilch_59
Die Mittelschicht-Definition ist völlig eindeutig. Das sind Haushalte, die zwischen 70 und 150% des durchschnittlichen Einkommens zur Verfügung haben.

http://de.wikipedia.org/wiki/Mittelschicht

Mithin sind das also Bürger die von einer Partei sicher nicht vertreten werden: Von der FDP
knilch_59 (11.01.2010, 15:36 Uhr)
@galonero
MittelSTAND ist ungleich MittelSCHICHT.
.
Oder glauben Sie, ein mittelSTÄNDISCHER Unternehmer würde sich der MittelSCHICHT zurechen? Und was würden seine Beschäftigten dazu sagen?
.
Der MittelSTAND ist Teil des Großbürgertums / der OberSCHICHT (knapp unter dem Adel und den Großindustriellen) und entspricht definitiv nicht dem, was der MittelSCHICHT zuzurechnen ist.
galonero (11.01.2010, 15:11 Uhr)
@tannebaum
Nachdem 1924 prominente Handwerkerfunktionäre wie Otto Colosser und Jacob Ludwig Mollath vom Bund der Handwerker in den Vorstand gelangt waren, folgte die politisch einflussreichste Phase der WP. Sie kam zu Wahlerfolgen in Sachsen, Thüringen und Mecklenburg-Schwerin; in Sachsen und Thüringen wurde sie an der Landesregierung beteiligt (siehe Walter Woldemar Wilhelm). 1928 profitierte sie von Verlusten der DNVP und wurde fast so stark wie die DDP. 1930 verlor die Partei zwar prozentual, konnte aber die Mandatszahl halten. Sie unterstützte die Regierung Heinrich Brüning, in der sie mit dem Justizminister Johann Viktor Bredt vertreten war, doch Ende 1930 schied sie gegen den Willen Bredts aus der Regierung aus, da sie Brünings Konsolidierungsprogramm nicht mittragen wollte und große Teile der Basis eine Annäherung an die ?nationale Opposition? forderten. Anschließend brach in der WP ein interner Macht- und Richtungskampf aus. Die Folge waren Abspaltungen und Übertritte prominenter WP-Politiker wie Otto Colosser zu anderen Parteien. Nachdem die Reichstagsfraktion Brüning im Oktober 1931 vor dem Sturz rettete, verließen viele Mitglieder und Anhänger die Partei und wechselten zur NSDAP.
galonero (11.01.2010, 15:10 Uhr)
@knilch
Die Reichspartei des deutschen Mittelstandes (Wirtschaftspartei, auch WP), die sich von 1920-1925 als Wirtschaftspartei des deutschen Mittelstandes bezeichnete, war eine deutsche Partei zur Zeit der Weimarer Republik.
galonero (11.01.2010, 14:49 Uhr)
@tannebaum
Nach "Oben" buckeln, nach "Unten" treten, wie im Roman von Heinrich Mann: Der Untertan. Mittelschicht in reinster Form
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