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Bundesregierung rechnet mit massivem Zustrom von Flüchtlingen

Wie viele Menschen suchen künftig in Deutschland Asyl? Bislang ging die Bundesregierung von 16.500 Anträgen pro Monat aus. Nun stellt sich heraus: Diese Schätzung ist viel zu niedrig.

  Eine Gemeinschaftsunterkunft für Flüchtlinge in Stralsund. Die Gemeinden in Deutschland müssen künftig deutlich mehr Asylbewerber unterbringen als bisher geplant.

Eine Gemeinschaftsunterkunft für Flüchtlinge in Stralsund. Die Gemeinden in Deutschland müssen künftig deutlich mehr Asylbewerber unterbringen als bisher geplant.

Die Zahl der Flüchtlinge, die nach Deutschland kommen, wird sich nach stern-Informationen in den nächsten Monaten noch einmal deutlich erhöhen. Bislang rechnete das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) mit monatlich 16.500 Anträgen auf Asyl, insgesamt 200.000 im Jahr 2014. Nun jedoch hat die Behörde ihre Prognose stark nach oben korrigiert. Für die kommenden Monate sei mit jeweils 25.000 Neuankömmlingen zu rechnen, schrieb das BAMF den Bundesländern in einer internen Mitteilung. Sollte der Flüchtlingsstrom auch im kommenden Jahr in der vorhergesagte Stärke anhalten, müssen die Kommunen 2015 also 300.000 zusätzliche Asylbewerber aufnehmen.

Die stetig steigenden Flüchtlingszahlen stellen die Städte und Gemeinden hierzulande schon seit einiger Zeit vor Probleme. Bundesbauministerin Barbara Hendricks (SPD) hatte daher in der vergangenen Woche für Erleichterungen beim Bau von Flüchtlingsheimen in den Kommunen plädiert. Es solle dafür eine Reihe von Änderungen im Baugesetzbuch geben, so ihr Vorschlag.

Künftig auch Unterbringung in Gewerbegebieten?

Angesichts des engen Wohnungsmarktes sei der Zustrom der Neuankömmlinge eine gewaltige Herausforderung für die Kommunen. "Vielerorts ist es schlicht eine Frage des Platzes", sagte Hendricks. Städte und Gemeinden sollten daher beispielsweise Flüchtlingsunterkünfte beschränkt und befristet auch in Gewerbegebieten errichten dürfen.

Aktuell wird das Thema Asyl zudem von einem Skandal überschattet: Vor etwas mehr als einer Woche war bekannt geworden, dass in einer Notunterkunft in Burbach im Siegerland Asylbewerber von Mitarbeitern eines privaten Sicherheitsdienstes misshandelt worden sein sollen.

Eine Analyse über das Chaos in der deutschen Asylpolitik...

... lesen Sie im neuen stern, der am Donnerstag erscheint.

anb/Joachim Reuter
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