. .
Politik in Deutschland
Schlagzeilen Themen Mobil iPad Blogs Investigativ Hefte
 
Fotocommunity
Fotocommunity

Treffpunkt für ambitionierte Amateurfotografie. Bilder hochladen und bewerten, sich mit anderen Austauschen. mehr...

Weblogs bei stern.de
Weblogs bei stern.de

Die Online-Tagebücher bei stern.de: Freie Autoren schreiben hier persönlich, direkt und eigenständig. mehr...

Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka
sternTV - Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka

Vertiefende Informationen zu der aktuellen und den vergangenen Sendungen von sternTV. mehr...

stern Investigativ
stern Investigativ

Das Recherche-Team des stern. Erfahren Sie mehr über die Recherchespezialisten und ihre Enthüllungen von Terrorismus bis Wettmanipulation. mehr...

 
29. September 2009, 12:48 Uhr

Energiekonzerne geben sich kompromissbereit

Die Atomkraft gehörte zu jenen Themen, die Schwarz-Gelb deutlich vom Rest der politischen Landschaft abheben. Die Frage nach dem "Ob" stellt sich bei der Verlängerung der AKW-Laufzeiten nicht mehr - das "Wie" ist entscheidend. Und da gibt es Bewegung auf beiden Seiten.

Atomausstieg, Laufzeiten, Schwarz-Gelb, Kernkraftwerke, AKW

AKW-Idylle: Eon-Kernkraftwerk Grohnde bei Hameln. Die Betreiber sehen wieder eine - wenigstens vorübergehende - Zukunft für die Atomkraft© Lennart Preiss/DDP

Die künftige schwarz-gelbe Bundesregierung will die Abkehr vom Atomausstieg an Bedingungen knüpfen. "Es wird noch intensive Diskussionen geben", kündigte die baden-württembergische Umweltministerin Tanja Gönner in der "Financial Times Deutschland" an. Die CDU-Politikerin ist als neue Bundesumweltministerin im Gespräch. Sie nannte als Knackpunkte das Thema Sicherheit und die Nutzung der zusätzlichen Milliardengewinne der Betreiber.

Derzeit sind noch 17 Atomkraftwerke in Deutschland am Netz. Union und FDP sind sich einig, sie länger laufen zu lassen als nach dem Atomkonsens von 2000 geplant. Beide Parteien haben sich aber auch dafür ausgesprochen, einen Teil der zusätzlichen Gewinne der Energieversorger abzuschöpfen. Den Erlös aus der Stromproduktion in einem abgeschriebenen Atomkraftwerk schätzen Experten auf eine Million Euro pro Tag.

Gönner sagte der "FTD" weiter: "Wir werden mit den Konzernen noch so manche schwierige Frage zu klären haben." Vor allem müsse ihnen klar sein, dass das oberste Kriterium für längere Laufzeiten die Sicherheit der Anlagen sei."

RWE und Eon sind zu Gegenleistungen bereit

Zuvor hatte der Energiekonzern RWE bereits Entgegenkommen signalisiert. Bei einer Verlängerung der Laufzeiten will Vorstandschef Jürgen Großmann einen Teil der möglichen Gewinne auch in erneuerbare Energie investieren. Wenn dadurch Mehrwert generiert werde, werde dieser auch geteilt, sagte Großmann im ARD-Morgenmagazin: "Damit kann man viele andere Dinge tun. Auch die Leitungen bauen, um die Windkraft von Norden nach Süden zu bauen." Auf eine genaue Aufteilung von schätzungsweise sechs Milliarden Euro aus hochgerechneten Atomkraft-Gewinnen wollte sich der Vorstandsvorsitzende des zweitgrößten deutschen Energiekonzerns aber nicht festlegen: "Ich glaube, dieses Gespräch sollte ich mit der Bundeskanzlerin führen." Zunächst müsse sich erst einmal über den Energiemix der Zukunft unterhalten werden. "Immerhin ersparen uns die Kernkraftwerke 150 Millionen Tonnen CO2 im Jahr", sagte Großmann.

Auch Großmanns Kollege Wulf Bernotat von Eon sieht jetzt wieder eine Zukunft für die Atomkraft. "Dieses Thema kann jetzt sachlich und ideologiefrei angepackt werden", sagte der Vorstandschef des größten deutschen Energiekonzerns dem "Handelsblatt". Für Gespräche über Gegenleistungen für die Laufzeitverländerungen steht er ebenso wie Großrmann bereit.

AP
 
 
KOMMENTARE (10 von 10)
 
cobdet (29.09.2009, 17:28 Uhr)
Oettinger erklärt schon
das Ende des Atomausstieges. Jetzt kann man ja über Oettinger eigentlich nur lachen der wird ja selbst in Baden Würtemberg nicht ernst genommen. Aber ausgerechnet seine Umweltministerin soll diese Aufgabe im Bund erhalten.

Diese Herrschaften werden sich wundern ! Eigentlich war für mich das Thema Demo abgeschlossen ( in meinem Alter habe ich mir gedacht) aber jetzt werde ich wieder an der Seite meiner Kinder stehen und ich werde nicht der Einzige sein der noch einmal von der Couch runter steigt.
Sollen sie doch versuchen ihre Vorstellungen in Sachen Atomausstieg und sozialem Kahlschlag durchzusetzen , DIE ANTWORT ERHALTEN SIE AUF DER STRASSE
nightmare_online (29.09.2009, 16:28 Uhr)
@Robbespierre
Es gibt kine "Verlängerung des Atomausstieges". Was wir hier sehen, ist der Beginn des Ausstieges aus dem Atomausstieg.
nightmare_online (29.09.2009, 15:33 Uhr)
Und nun nur noch ...
das EEG auf den Müll, und die Atomlobby ist am Ziel. Drastische Kürzungen bei der Förderung der Erneuerbaren Energien sind ja schon angfesagt worden von Schwarz-Gelb.
Das wir da eine Zukunftstechnologie aufgeben, die portentiell zehntausende Arbeitsplätze schaffen kann, interessiert niemand. Hauptsache RWE & Co schreiben Rekordgewinne. Alles wie immer mit Schwarz-Gelb. Vorwärts in die Vergangenheit!
facilidad_de_ser (29.09.2009, 15:32 Uhr)
@undjetztnochder
Klar, "Achtung Strahlung" ist gewählt worden, weil die Bundesbürger ja so auf Atomkraft stehen. Noch was?

Das ist nur der Anfang, fürchte ich...es werden noch ganz andere Klopper kommen.
undjetztnochder (29.09.2009, 15:19 Uhr)
@robbespierre
Noch nicht gemerkt? "Das Volk" hat nun einen andere Regierung gewählt. CDU und FDP haben gerade in Bezug auf den Atomausstieg klar vor der Wahl gesagt wo sie stehen, und sind dennoch (oder deswegen?) gewählt worden. Auch wenn es Ihnen nicht passt: Verträge können geändert werden, wenn beide Vertragspartner es so wünschen. Und das werden nicht die einzigen Korrekturen einer verfehlten rot-grünen Politik bleiben!
Sononja (29.09.2009, 15:16 Uhr)
Welch ein Glück
Wie schön ist es doch für die Großkonzerne RWE und EON, dass die Tigerentenkoalition da ist. Jetzt werden keine Windparks entstehen. Nein, die Atomkraftwerke bleiben, vielleicht werden ja noch neue dazukommen, zu Guttenberg hat ja schon mal angefangen nach neuen Standorten zu suchen. Naja, die Atommüllager werden natürlich auch nicht geschlossen. Alles bleibt beim Alten. Die Konzerne werden ihre Preise mit Sicherheit auch immer weiter in die Höhe treiben. Dank Tigerentenkoalition wird es den Kapitalisten immer besser gehen. Oh, wie schön ist Panama!
derSchmu (29.09.2009, 14:50 Uhr)
der moeglichen Gewinne...
neenee, machen die im Moment keine Gewinne? Klar, sonst wuerden se diese ja endlich mal in die veraltete Infrastruktur stecken...naja, als Uebergangsloesung mag eine Laufzeitverlaengerung in Ordnung sein...

Was mich aber noch viel mehr aergert, sind wir Waehler...wenn jetz alle paar Jahre immer die 'andere Seite gewaehlt wird', war/wird /bleibt das dann nich ein stetiges Tauziehen? Die einen verlaengern wieder, dann kommen die anderen und kuerzen die Verlaengerung, die dann wieder von den neuen verlaengert wird....
Dieses Hin und Her ist ja nich nur in der Atomkraft zu Hause und ein Beispiel dafuer, wie kurzsichtig nicht nur die Politiker, sondern auch die Waehler sind. Wenn wir immer nur unsere Stimme von den letzten 4 Jahren abhaengig machen, dann werden wir die naechsten 100 Jahre immer nur auf der Stelle treten...
Robbespierre (29.09.2009, 14:29 Uhr)
Im Namen des Volkes
Im Atomkonsens heisst es wörtlich: "Beide Seiten werden ihren Teil dazu beitragen, dass der Inhalt dieser Vereinbarung dauerhaft umgesetzt wird."

Quelle:
http://www.greenpeace.de/themen/atomkraft/atompolitik/artikel/der_atomkonsens_im_wortlaut/

Das ist ein unterschriebener Vertrag, der wie kaum ein anderer den Willen der deutschen Bevölkerung abbildet! Schon damals wurde spekuliert, daß die Atommafia nur unterschreibt, weil schwarz-gelb das wieder aufheben wird. Kritiker wurden Schwarzseher genannt und die Atommafia selbst schwor Stein auf Bein, sich an diesen Vertrag für alle Ewigkeit halten zu wollen. Unter Rot-Grün dachte man naiv, man könne dem Kapital vertrauen. Man kann es nicht. Es sind Verbrecher! Wer einen Vertrag aufkündigt, der im Namen des Volkes geschlossen wurde, soll dafür bald den Volkszorn zu spüren bekommen!
BiffBoffo (29.09.2009, 13:57 Uhr)
Lügen und Einstecken
Frecher gehts echt gar nich mehr. 40Milliarden von "uns" erhalten und dann sowas. Bitte vergessen Sie nicht den Geheimvertrag der Extra für die Entsorung gemacht wurde. Der Staat kommt für die entsorgung und endlagerrung auf!!! Deutschland wird von Banken und Energiekonzernen regiert. Frau Dr. Merkel scheint nur noch für die "politur" gut zu sein. U-n-g-l-a-u-b-l-i-c-h!
DasBertl (29.09.2009, 13:53 Uhr)
Ähm...
Soso... "Bei einer Verlängerung der Laufzeiten will Vorstandschef Jürgen Großmann einen Teil der möglichen Gewinne auch in erneuerbare Energie investieren." Haben uns die Konzerne nicht die ganze Zeit erzählt, das das bereits so wäre? Das hlrt sich so an als wäre dem nicht so. Und was heisst da "Teil"? Alle Gewinne der Atomstromkonzerne die NICHT in erneuerbare Energie fließt, sollten mit 60% Sondersteuer belastet werden...
MEHR ZUM ARTIKEL
Atomdebatte Der schwarz-gelbe Störfall

Kein Thema trennt die politischen Lager so sehr wie die Atomkraft. Union und FDP sind in der Debatte in die Defensive geraten. Schwarz-Gelb steht nun für viele Menschen für eine Energiepolitik von gestern. mehr...

stern-Umfrage Atomkraft entscheidet keine Wahl

Nach dem Störfall im Atomkraftwerk Krümmel fordern Politiker, dass das AKW abgeschaltet werden soll. Eine stern-Umfrage ergab jedoch, dass das Thema Kernenergie für die Deutschen kaum Wahlrelevanz hat. Das Volk ist bei dem Thema sehr uneinig. mehr...

Pro und Contra Müssen wir die Kernenergie aufgeben?

Nach dem Zwischenfall in Kernkraftwerk Krümmel entflammt erneut die Debatte um den Atomausstieg. Sollte Deutschland aus Sicherheitsgründen komplett verzichten? "Ja", meint Hans Peter Schütz, "Atomkraft ist grundsätzlich lebengefährdend." Christoph Koch widerspricht: "Wer kein Atom mag, muss sagen wohin er mit dem CO2 will." mehr...

 
Leser werben Leser

Jetzt den stern empfehlen und attraktive Prämie sichern!

 
 
 
 
 
stern - jetzt im Handel
stern (23/2012)
Rettet die Liebe