. .
Politik in Deutschland
Schlagzeilen Themen Mobil iPad Blogs Investigativ Hefte
 
Fotocommunity
Fotocommunity

Treffpunkt für ambitionierte Amateurfotografie. Bilder hochladen und bewerten, sich mit anderen Austauschen. mehr...

Weblogs bei stern.de
Weblogs bei stern.de

Die Online-Tagebücher bei stern.de: Freie Autoren schreiben hier persönlich, direkt und eigenständig. mehr...

Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka
sternTV - Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka

Vertiefende Informationen zu der aktuellen und den vergangenen Sendungen von sternTV. mehr...

stern Investigativ
stern Investigativ

Das Recherche-Team des stern. Erfahren Sie mehr über die Recherchespezialisten und ihre Enthüllungen von Terrorismus bis Wettmanipulation. mehr...

 
18. September 2009, 13:28 Uhr

Merkel springt Guttenberg bei

Eine Studie des Wirtschaftsministeriums hat nicht nur die Opposition aufgescheucht, sondern auch den Umweltminister. Der böse Verdacht: Die Union plane hinterrücks neue Atomkraftwerke. Die Kanzlerin versuchte schnell zu beschwichtigen.

Merkel, Atomkraft, Guttenberg, Claudia Roth

"Kenn ich nicht, will ich nicht, nein": Angela Merkel am Freitag auf der Bundespressekonferenz in Berlin© Axel Schmidt/DDP

Die Geschichte der "Financial Times Deutschland" sorgte für reichlich Aufregung in der Opposition: Bundeswirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) hat einen Forschungsauftrag zu neuen Atomreaktortypen erteilt. Dabei ist der Bau neuer Kernkraftwerke in Deutschland verboten. Die Opposition zeigte sich entsprechend entsetzt - und nicht nur die. Auch Regierungspartner Sigmar Gabriel von der SPD wittert Böses hinter der Studie. Das Projekt "belegt, dass die Union entgegen aller öffentlichen Beteuerungen auf breiter Front den Wiedereinstieg in die Atomenergie vorbereitet", erklärte der Bundesumweltminister am Freitag. Man versuche die Öffentlichkeit zu täuschen.

Volksverdummung werfen auch die Grünen Guttenberg vor. "Man macht keine neuen Studien, wenn man nicht neue Atomkraftwerke bauen will", sagte Parteichefin Claudia Roth. "Das macht deutlich, dass es nicht nur um eine Laufzeitverlängerung geht, sondern um den konkreten Wiedereinstieg in die Kernkraftideologie." Guttenberg sei ein "Tarnkappenminister", wetterte die Grüne.

Angesichts des Donnerwetters konnte auch die Bundeskanzlerin, der zuletzt häufig Tatenlosigkeit vorgeworfen wurde, nicht ruhig bleiben. "Wir haben das festgeschrieben: Wir wollen keine neuen Kernkraftwerke", sagte Angela Merkel in Berlin. "Solche Gedanken habe ich nicht, kenne ich nicht, will ich nicht, nein." Gleichzeitig nahm sie ihren Wirtschaftsminister in Schutz. Es handele sich bei der Studie nur um Sicherheitsforschung - und diese sei nach dem Atomkonsens vom Jahr 2000 ausdrücklich erlaubt. Auch CSU-Chef Horst Seehofer negierte die Atomkraftfrage ausdrücklich: "Nein, definitiv nein."

ben/AP/DPA
 
 
KOMMENTARE (10 von 17)
 
utospatz (22.09.2009, 18:43 Uhr)
Und Sie springt wirklich?
Als Ex-Umweltministerin? Hat Sie eventuell schon Plutonium-Rückstände zu Lutsch-Bon-Bons verarbeitet genascht? Wenn ja, weis Gott was ist die christlich.!
Alles was die nascht brauchen meine Kinder nicht lutschen! Schöne Grüße an die christliche Versorger-Mafia!
eslipart (18.09.2009, 19:25 Uhr)
@rolypoly
Ja, ist klar.
Handel, Banken, Außen- und Binnenwirtschaft, allles nachrangig. Hauptsache, daß Wirtschaftsministerium kann beurteilen, ob ein Reaktortyp, der irgenwann mal vielleicht im Ausland eingesetzt wird, sicher ist.
Denn sowas kann nur Deutschland bestimmen, beurteilen. Die anderen Länder selbst sind zu dumm dazu..
rolypoly (18.09.2009, 17:00 Uhr)
@eslipart
Die Wirtschaftskrise sollte doch vor allem energiepolitische, globale Weitsicht als Konsequenz fordern.

Wenn die Welt in Zukunft auf neue Kernkraftwerke setzt sollte uns das - unabhängig davon, ob wir Kernkraftwerke wollen oder nicht - auf keinen Fall überraschen.

Wir sollten doch beurteilen können, was ein Hochtemperaturreaktor ist - oder nicht ?
eslipart (18.09.2009, 15:44 Uhr)
@rolypoly
Wir haben die schlimmste Wirtschaftskrise seit 80 Jahren, und das WIRTSCHAFTSMINISTERIUM hat nichts besseres zu tun, als die Sicherheit von noch gar nicht existierenden oder in Planung befindlichen Reaktortypen im Ausland erforschen zu lassen?
DasBertl (18.09.2009, 15:43 Uhr)
Brückentechnologie...
heisst für Merkel, eine Brücke bis ins Jahr 3145.
DasBertl (18.09.2009, 15:40 Uhr)
Es ist doch ziemlich eindeutig
und das war abzusehen. Merkel hat doch an dem Atomausstieg nur widerwillig festgehalten, um von der SPD zur Kanzlerin gewählt zu werden. Wer hat denn MASSENHAFT Atommüll aus dem Westen im von der DDR genehmigten Endlager Morsleben einlagern lassen, welches spätestens seit 1998 von Einsturz gefährdet ist? RICHTIG, die damalige Umweltministerin Angela Merkel. Und welches Verfahren wurde dazu genehmigt? Richtig, das "Stürzen", sprich einfach die Tonne ins Loch kippen und hoffe, dass sie keinen Schaden nimmt. Kohls Mädchen strahlt vor sich hin, doch ihr Grinsen ist gefährlicher als so mancher denkt...
balldurian (18.09.2009, 15:37 Uhr)
Springen kanns nun auch noch ...
... wahrscheinlich aus reiner vorfreude auf die kommende mehrwertsteuererhöhung antrainiert. Das ostzonen Merkel sollte lieber mehr joggen. Da erreichen auch übergewichtige akzeptable ergebnisse und wäre für einen kleinen vorsprung vorm demnächst anstürmenden mob vorteilhafter ...
rolypoly (18.09.2009, 15:29 Uhr)
Atomhysterie
Mann kann ja dafür oder dagegen sein. Risiken birgt jede Technologie.

Aber dass die GRS, die von anerkannten Atomkraftgegnern geleitet wird mit dem Kleingeld um dass es hier geht den Wiedereinstieg vorbereitet ist ausgeschlossen. Hier geht's um eine Milliarde und ein paar Millionen - nicht um hunderte von Milliarden.

Wer glaubt, die CDU könnte Deutschland wieder in eine Situation bringen, in der hier Atomkraftwerke neuen Typs entwickelt oder gebaut werden könnten ist wahrscheinlich ein bischen zu optimistisch in seiner Furcht.

Beifall allerdings für Gabriel - den Grünen die Atomangst derart wegzugrätschen ... Respekt - die SPD war schon halb versenkt nun ist sie wieder da.
eslipart (18.09.2009, 15:25 Uhr)
Was hat ein Wirtschaftsminister
mit "Sicherheit" zu tun? Mit "Forschung"?

Josh67 (18.09.2009, 15:09 Uhr)
war klar
Die Katze wird eerst nach der Wahl aus dem Sack gelassen. Natürlich steht die CDU/CSU der Atomindustrie nahe. Sie werden ja dick gesponnsort von diesen.
MEHR ZUM ARTIKEL
Streit um Atomausstieg Guttenberg lässt neue Reaktoren erforschen

Obwohl der Neubau von Kernkraftwerken in Deutschland verboten ist, lässt das Bundeswirtschaftsministerium neueste Reaktortypen prüfen. mehr...

Krebs-Studie Atomkraftwerke können Kinder krank machen

Eine aktuelle Erhebung bestätigt den Verdacht: In der Nähe von Atommeilern besteht für junge Menschen ein erhöhtes Risiko, an Krebs zu erkranken. Die Grünen, die die Untersuchung in Auftrag gegeben hatten, sprechen von einer "Mega-Studie" und fordern neue Strahlenschutz-Richtlinien. mehr...

 
Leser werben Leser

Jetzt den stern empfehlen und attraktive Prämie sichern!

 
 
 
 
 
stern - jetzt im Handel
stern (23/2012)
Rettet die Liebe