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4. September 2008, 08:11 Uhr

Bergwerk Asse gilt jetzt als Endlager

Das marode Atommülllager Asse steht künftig unter der Zuständigkeit des Bundesumweltministeriums. Damit wird das "Versuchsendlager", das bisher lediglich als Forschungsbergwerk galt, künftig nach Atomrecht behandelt. Nach wie vor gibt es jedoch noch kein schlüssiges Konzept zur Schließung der Lagerstätte.

Im ehemaligen Salzbergwerg Asse II werden 126.000 Fässern mit radioaktivem Müll gelagert. Durch einströmendes Wasser sind die Behälter marode geworden, es haben sich radioaktiv verstrahlte Laugen gebildet© Nigel Treblin/DDP

Das marode Atomlager Asse in Niedersachsen geht in die Verantwortung des Bundesamts für Strahlenschutz über. Der neue Betreiber soll nun schnellstmöglich ein Konzept zur sicheren Schließung des baufälligen ehemaligen Kalibergwerks vorantreiben. Dies teilte Bundesforschungsministerin Annette Schavan (CDU) nach einem Krisentreffen mit Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) und dem niedersächsischen Umweltminister Hans-Heinrich Sander (FDP) mit.

Damit gibt Schavan die Zuständigkeit für das Bergwerk, in dem 126.000 Fässer mit schwach- und mittelradioaktivem Strahlenmüll lagern, an ihren Kabinettskollegen Gabriel ab. Erstmals wird das "Versuchsendlager", das bisher lediglich als Forschungsbergwerk galt, nach Atomrecht behandelt. Damit müssen die Behörden beim weiteren Vorgehen vor allem die Öffentlichkeit genauer als bisher informieren.

In die Asse strömt seit Jahren Wasser ein, inzwischen sammeln sich radioaktiv verseuchte Laugen unter Tage. Außerdem ist das Bergwerk einsturzgefährdet und wird nach derzeitigem Stand nur noch bis 2014 betretbar sein.

Bis Ende des Jahres soll Schavan zufolge über ein Schließungskonzept entschieden werden. Es geht darum, ob der Müll wieder aus dem Berg geholt oder darin versiegelt wird.

Niedersachsen zieht Konsequenzen

Unterdessen hat die Landesregierung laut einem Bericht der "Hannoverschen Allgemeinen Zeitung" (HAZ) erste Konsequenzen im Fall des maroden Atommülllagers gezogen. Demnach sei der Landesbergbehörde mit sofortiger Wirkung die Aufsicht über das ehemalige Salzbergwerk entzogen worden. Zudem seien mindestens zwei Disziplinarverfahren eingeleitet worden - gegen den Leiter des zuständigen Bergamtes und gegen einen Referenten, der unmittelbar mit der Aufsicht über die Atommülldeponie befasst gewesen sei.

Beiden Asse-Aufsehern wird laut "HAZ" vorgeworfen, schon lange von den akuten Sicherheitsproblemen gewusst, die vorgesetzten Beamten im Wirtschafts- und Umweltministerium des Landes aber nicht angemessen auf die Gefahren hingewiesen zu haben. Die beiden Beamten sollen demnach Fehler der Betreibergesellschaft erkannt, aber nicht unterbunden haben.

DPA
 
 
KOMMENTARE (10 von 15)
 
jo--jo (04.09.2008, 14:35 Uhr)
Man sollte nicht in das Glas scheißen...
aus dem man trinkt.
endbenutzer (04.09.2008, 14:15 Uhr)
@vegefranz+acenes:
Sorry, aber ihr habt ja wirklich nicht mehr alle Latten am Zaun. Wenn ich das schon höre: "Technikfeinde". Mitnichten. Statt in eine Technik zu investieren, deren Risiken nur allzu gut bekannt sind, arbeiten bereits viele schlaue Köpfe an Alternativen. Ich würde mich mal schlau machen. Entsprechende Informationen gibt es in Hülle und Fülle. Man muss sie nur sehen WOLLEN. Wahrscheinlich seid ihr aber bei irgendeinem Atomkonzern in Anstellung und müsst demzufolge so reden. Oder hat sich am Ende Wolfgang Clement mit zwei Nicks hier angemeldet?
acenes (04.09.2008, 14:04 Uhr)
Wenn der Strom demnächst über 1000 € im Monat kostetim Monat kostet
dann habt ihr's geschafft. Dieses Land hat es wirklich hinter sich. Gas-Gerd reibt sich schon die Hände wegen der Dummheit der Deutschen.
vegefranz (04.09.2008, 14:00 Uhr)
@Technikfeinde und Sitzpinkler
tut mir ja leid, die Wahrheit ist aber: Wenn es noch Euch ewiggestrigen Technikfeinden ginge, würden die Menschen noch in Höhlen hausen und die Kindersterblichkeit wäre bei 85%.
locotus (04.09.2008, 13:55 Uhr)
@bernie-abg
Wer hat den vorher die Kosten getragen für das Forschungsbergwerk? Die sog. Atomlobby? Nein. Wirklich vernünftige Alternativen zum Atomstrom seh ich nicht. In ganz Europa sind AKWs geplant oder im Bau aber wir auf unserem 357 Tkm² von 9,9 Mio km² wollen nicht mehr. Wäre es nicht besser, sich für die Sicherheit der Technik und der Lagerung der Abfälle stark zu machen? Wenn etwas passiert, ist es der Strahlung egal wo sie sich ausbreitet, nur weil wir nicht mehr mitmachen, werden wir im Fall der Fälle nicht verschont.
jo--jo (04.09.2008, 13:49 Uhr)
zu @vegefranz (4.9.2008, 12:10 Uhr)
klarer fall: Ausstieg aus dem Ausstieg
Diese Technikfeinde und Sitzpinkler hier begreifen nicht...
Lieber 'vegefranz',
ich glaube, Dir dem Stehpinkler haben sie ins Hirn geschizzen!
bernie-abg (04.09.2008, 13:18 Uhr)
Hurra...
...das Geld ist im Sack.
Zuständig ist jetzt das Bundesumweltministerium. D.h., die entstehenden Kosten wird der Steuerzahler zu tragen haben (bitte exklusiv von vegefranz Konto abbuchen!)
Ein großartiger Tag für die Atomlobby.
Alles wie gehabt Gewinne privatisieren, Kosten sozialisieren, so kriegt man den Mittelstand am besten klein.
vegefranz (04.09.2008, 12:51 Uhr)
Ausstieg aus dem Ausstieg #2
dieser Grad von Technikfeindlichkeit ist nicht nachvollziehbar. Unstreitig ist das Problem der Endlagerung noch nicht gelöst. Und? Muss eben geforscht - statt gejammert - werden. Wir haben keine Alternative. ansonsten können wir hier warten, bis Putin und die scheichs uns den Hahn abdrehhen. manche Leute haben nicht kapiert, daß wir energieabhängig und damit erpressbar sind. Gerade Putin würde keine sekunde zögern
endbenutzer (04.09.2008, 12:24 Uhr)
@vegefranz:
"..Diese Technikfeinde und Sitzpinkler hier begreifen nicht, daß man technische Herausforderungen annehmen muss.."
.
Technische Herausforderungen ja, aber nicht um jeden Preis. Nicht alles was machbar ist, ist sinnvoll. Und wäre die Kerzenindustrie heute mächtiger als die Atomlobby, würden wir abends garantiert nicht unsere Wohnzimmer mit Glühlampen beleuchten. Wie wär's übrigens mit einem Versuchs-Endlager unter deiner Wohnung?
kfpdm (04.09.2008, 12:17 Uhr)
Atomausstieg....
und wohin mit dem Müll (abgerissene Atomkraftwerke) dann??? Ist also auch keine Lösung. Egal ob weiterhin Strom mit Atomkraft erzeugt wird, was ich absolut befürworte, oder ob der Betrieb der Atomkraftwerke eingestellt und die Dinger abgerissen werden, eine sichere Endlagerlösung muss gefunden werden.
Atomendlager in die alten Wismutstollen -> natürliche Lagerstätte, natürlich leicht erhöhte Strahlenbelastung und sicher.
Gruß,
A.
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