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5. September 2008, 20:24 Uhr
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Gabriel will Ausräumen von Asse prüfen

Im Fall des maroden Atommüll-Lagers Asse schließt Bundesumweltminister Siegmar Gabriel nicht mehr aus, das Bergwerk komplett auszuräumen. Wenn die Einsturzgefahr gebannt sei, müsse man klären, ob man den Atommüll "ganz oder teilweise rausholen" müsse.

Im Bergwerk Asse lagern rund 126.000 Fässer mit radioaktivem Müll. Umweltminister Siegmar Gabriel erwägt inzwischen, das Lager komplett leer zu räumen© Helmholtz Zentrum/DDP

Bundesumweltminister Sigmar Gabriel erwägt ein Leerräumen des undichten Atommülllagers Asse. Wenn eine Stabilisierung des Bergwerks möglich sei, werde man die Frage nach Alternativen bis hin zum "vollständigen oder teilweisen Rückholen des atomaren Mülls" beantworten müssen, sagte der SPD-Politiker.

Das mittelfristig einsturzgefährdete Bergwerk muss nach Auffassung von Gabriel zunächst stabilisiert werden. Jetzt gehe es vor Ort darum: "Wie können wir die Standsicherheit des Deckgebirges gewährleisten, zum Beispiel durch den Einbau von Salzbeton", sagte der SPD-Politiker. Die Stabilisierung etwa durch Betoneinbauten sei "Voraussetzung, dass die Asse auch über das Jahr 2015 hinaus standsicher ist".

Wenn die Stabilisierung nicht gelinge, "dann haben wir ein großes Problem", erklärte Gabriel. Dann könne man in der verbleibenden Zeit die Frage alternativer Schließungskonzepte für die Asse nicht mehr klären.

Wenn eine Stabilisierung möglich sei, werde man die Frage nach Alternativen zum bisherigen Schließungskonzept beantworten müssen und klären, ob man den Atommüll "ganz oder teilweise rausholen" müsse.

Endlager Schacht Konrad könnte den Asse-Müll aufnehmen

Die Frage, wo aus der Asse zurückgeholter Müll gelagert werden könne, beantwortete der Bundesumweltminister mit einem Hinweis auf das Endlager Schacht Konrad, das gerade in Salzgitter eingerichtet wird. Nicht weit entfernt von der Asse habe man mit dem ehemaligen Bergwerk Konrad ein genehmigtes Lager für schwach- und mittelradioaktive Stoffe, sagte er.

Bei der Genehmigung von Schacht Konrad seien all die Sicherheitsfragen bereits geprüft worden, die jetzt bei der Asse erst noch geprüft würden. Der bisherige Betreiber des Atommülllagers Asse, das Helmholtz-Zentrum, plant, in das Bergwerk zur Sicherung konzentrierte Salzlauge einzuleiten und dann dessen Schächte zu verschließen. Dieser Plan wurde von Bürgerinitiativen, Kommunalpolitikern, dem Bundesamt für Strahlenschutz und auch dem niedersächsischen Umweltministerium kritisiert.

Bei einem Ministertreffen in Berlin war am Donnerstag beschlossen worden, dass das Atommülllager künftig vom Bundesamt statt vom Helmholtz-Zentrum betrieben werden soll.

AP
KOMMENTARE (3 von 3)
 
utospatz (06.09.2008, 11:31 Uhr)
Ich bin für sofortiges ausräumen,
um den Schrott den Lobbyisten und deren politischen Fürsprechern in die Vorgärten legen!
tripex (06.09.2008, 10:58 Uhr)
billig
Ich hoffe doch, dass sämtliche Kosten den Energiekonzernen in Rechnung gestellt wird, damit sie mal spüren, wie "billig" Atomstrom ist.
eslipart (05.09.2008, 17:07 Uhr)
Plutonium in Schacht Konrad?
Ooops, ist die Genehmigung für Konrad geändert worden? Hochradioaktive Stoffe wie Plutonium und die Brennelemente aus Jülich dürfen doch da gar nicht gelagert werden, ganz zu schweigen von den Tonnen, von denen man gar nicht weiß, was drin ist.
Wird also in Konrad genauso geschludert wie in Asse, egal was es ist, einfach rein damit?
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