. .
Politik in Deutschland
Schlagzeilen Themen Mobil iPad Blogs Investigativ Hefte
 
Fotocommunity
Fotocommunity

Treffpunkt für ambitionierte Amateurfotografie. Bilder hochladen und bewerten, sich mit anderen Austauschen. mehr...

Weblogs bei stern.de
Weblogs bei stern.de

Die Online-Tagebücher bei stern.de: Freie Autoren schreiben hier persönlich, direkt und eigenständig. mehr...

Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka
sternTV - Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka

Vertiefende Informationen zu der aktuellen und den vergangenen Sendungen von sternTV. mehr...

stern Investigativ
stern Investigativ

Das Recherche-Team des stern. Erfahren Sie mehr über die Recherchespezialisten und ihre Enthüllungen von Terrorismus bis Wettmanipulation. mehr...

 
25. November 2009, 16:33 Uhr

"Weg mit dem Soli - am besten sofort!"

Seit Jahren verunstaltet der Soli das deutsche Einkommenssteuersystem. Wenn die schwarz-gelbe Regierung die Steuern wirklich senken will, kann sie jetzt ganz schnell und einfach handeln. Ein Kommentar von Lorenz Wolf-Doettinchem

Soli, Solidaritätszuschlag, verfassungswidrig, Abgabe, Wiedervereinigung, deutsche Einheit, BRD, DDR, Politik, Helmut Kohl, Ossis, Wessis, Aufbau Ost, Einkommen, Koalition, Berlin

Nun müssen sie über den "Soli" entscheiden: Die Verfassungsrichter in Karlsruhe© Winfried Rothermel/AP

Endlich spricht's mal einer aus: Der Solidaritäts-Zuschlag ist verfassungswidrig. So sieht es das niedersächsische Finanzgericht und hat eine entsprechende Klage an das Bundesverfassungsgericht weitergereicht. Eine Extra-Abgabe darf es zwar befristet geben - aber nicht als Dauer-Einrichtung.

In den Jahren nach der Vereinigung Deutschlands war es völlig in Ordnung, einen Steuerzuschlag für den Wiederaufbau der neuen Länder zu erheben. Auch aus symbolischen Gründen. (Zahlen müssen ihn übrigens auch die Ost-Deutschen selbst - auch wenn das viele Wessis gern ausblenden.)

Zwanzig Jahre nach dem Mauerfall allerdings ist die Zeit reif, den Steuerzuschlag abzuschaffen. Was noch an Aufbau Ost geleistet werden muss, kann aus den regulären Steuern finanziert werden. Die Soli-Einnahmen - zur Zeit rund 12 Milliarden Euro - waren übrigens noch nie zweckgebunden, sondern flossen in den großen Haushaltstopf des Bundes.

Jetzt ist die Chance!

Seit Jahren verunstaltet der Soli das deutsche Einkommensteuersystem. Erst wird auf das Einkommen der normale Steuertarif angewendet, der von 15 Prozent auf 45 Prozent ansteigt. Wenn die Steuerschuld berechnet ist, dann werden noch einmal 5,5 Prozent Soli obendrauf geschlagen. Das macht das System kompliziert und intransparent.

Wenn die schwarz-gelbe Koalition in Berlin tatsächlich die Steuern senken will und das Steuersystem vereinfachen möchte, dann ist jetzt die Chance da. Frau Merkel, Herr Westerwelle - warten Sie nicht auf Karlsruhe! Schaffen Sie den Soli schleunigst ab, statt uns weiter mit Debatten um Stufen-Tarife zu nerven!

Wenn Union und FDP in Berlin glauben, dass der Haushalt Steuersenkungen hergibt, können Sie jetzt ganz schnell und einfach handeln. Denn der Soli ist eine reine Bundesteuer - für Abschaffung braucht es keine Zustimmung der klammen Länder im Bundesrat. Ab Januar hätten Millionen Gehaltsabrechnungen in Deutschland eine ärgerliche Zeile weniger.

Ein Kommentar von Lorenz Wolf-Doettinchem
 
 
KOMMENTARE (10 von 25)
 
Padi908586 (26.11.2009, 02:40 Uhr)
@SethusCalvisius
genauso sieht es aus. Was Kohl versprochen hat, mit blühenden Landschaften ist nur eine Farce. Glücklicherweise habe ich das erkannt und habe direkt danach alles aufgegeben und bin aus Deutschland weggegangen, obwohl es mir sehr gut ging, Haus, jedes neues Auto, ein paar mal im Jahr im Urlaub usw. Heute wäre das wahrscheinlich nicht mehr möglich. Inzwischen bin ich im Ausland Millionär und fühl mich doppelt so gut da ich nie an der Investion "SOLI" BRD kauft DDR beteiligt habe.
cologne237 (26.11.2009, 01:54 Uhr)
Ost Minister
Die Ministerpräsidenten in den `neuen Bundesländern`, verweisen nur zu gerne darauf, dass ihnen derSoli laut Verfassung bis 2019 garantiert ist.
Wenn diese dann damit Haushaltslöcher stopfen, was nicht verfassungsgemäß ist, ist das etwas völlig anderes.

SpringbokCT (25.11.2009, 22:45 Uhr)
"Auch Ossis bezahlen den Soli"
Dass auch Ossis den Soli bezahlen und das Geld sowieso in den Bundeshaushalt fließe ist eine verlogene Argumentation.

Tatsächlich sind die Transferleistungen von West nach Ost wesentlich höher wie der Soli einbringt. Warum sollten verdienenden Ossis nicht auch ihren Teil dazu beitragen, wieso muß das extra erwähnt werden?

Die Mauer stand nur 28 Jahre, die Frage bleibt, wie viele Generationen an Ossis diese Solidarität noch einfordern?
joergely (25.11.2009, 20:26 Uhr)
Sethus Calvisius!
Wie schön, mal einen Kommentar zu lesen, der die Sache auf den Punkt bringt. Leider hat sich eingebürgert, dass immer die selben Leser, immer die selben Vorurteile vorbringen, ohne jemals Fakten zu nennen.
Ach ja laeppe: Soll man die Rentner nach Afghanistan schicken? Würdedie Sache verbilligen! Und Äpfel und Birnen gleich mitschicken!
whismerh2 (25.11.2009, 19:32 Uhr)
Textlücken
13 Gehalte meinte ich wie früher von meinen Grosseltern und Co.(Liebe Mitmeschen)
endlich mal wieder steuerfrei,
Freiwillige Zahlung von fairen Arbeitgeber,
und das soll abgezogen dzb. betsraft werden.
Wo bleibt der Hang dazu, jedem der Fleissigen die Chance zu verbieten mehr Geld in das Umfeld abzugeben, sofern übrig und nicht wieder woanderswo
weggenommen zu bekomen.
Von Menschen verursacht oder willentlich durchsesetzt wie auch lesen durfte,
Ihre Wheinachstesgeschenke, vorsätzlich mit schnellen Einkauf von netten Schreibstiften in Vorlage gebracht haben.
whismerh2 (25.11.2009, 19:21 Uhr)
Zeit längst überfällig
Angesgat waren damls, so Recht ich mich erinnere (1-2 Jahre ) hätten von meiner Warte aus gesehen 2-3 Jahre länger laufen können.
Aber das Endresultat kann ein Jeder selbst rechnen. too much.
20 Jahre und mehr und wer weiß schon wo all dieses Geld geblieben ist,
Die regierung will Steuererleichterung.
Punkt eins
Soli schrittweise abschaffen
Weinachstesged sprich 13. ten lohen.
Und schon Wunder über Wunder hat der brav schaffende Bürger mehr Kohle im Säckel, um dieses sinnvoll der Gesellschaft wiederzugeben.
Das nenn ich ehrliche Entlastung,
sportartmakler (25.11.2009, 19:15 Uhr)
@Sternchen2020
war glaube ich noch nichtmal hier im stern zu lesen. im übrigen betraf das noch die abgeordneten des alten bundestages, als verdientes abschiedsgeschenk sozusagen. wenn ich das nächste mal meinen ag wechsel werde ich mir auch noch was gönnen. sind zwar nur peanuts, verrät aber die mentalität.
SethusCalvisius (25.11.2009, 19:15 Uhr)
Steuererhöhung
Einen Solidaritätszuschlag hat es in Wahrheit nie gegeben. In Wirklichkeit war das von vorneherein eine Steuererhöhung. Da aber Kohl immer behauptet hatte, die Wiedervereinigung wäre ohne Steuererhöhungen zu finanzieren, wurde das Ding nur anders genannt.
Der Soli war auch nie ein echter West-Ost-Transfer, auch wenn das immer wieder behauptet wird. Alle Deutschen, auch die im Osten, zahlen den Soli und die Einnahmen fließen direkt in den Bundeshaushalt. Es gibt keine gesetzliche Regelung, dass dieses Geld nur im Osten ausgegeben werden darf.
sportartmakler (25.11.2009, 19:10 Uhr)
Corazito3333
hab deinen post nicht richtig gelesen. in einem überarbeiteten ( massiv vereinfachten ) system wäre eine seperate prämie bei der steuererklärung möglich, die mit einem gewissen plus/mnusbetrag die höheren/niedrigeren lebenshaltungskosten berücksichtigt. oder gar befördert gewisse regionen zu "besiedeln".
sportartmakler (25.11.2009, 19:04 Uhr)
@Corazito3333
das ist zwar richtig, würde aber unserem steuersystem den stodesstoß versetzen. einen sich immer wieder verändernden regionsfaktor einzubauen dürfte das chaos perfekt machen.
MEHR ZUM ARTIKEL
Finanzgericht "Soli" ist möglicherweise verfassungswidrig

Paukenschlag aus Hannover: Das niedersächsische Finanzgericht hält den Solidaritätszuschlag für verfassungswidrig. Die Richter gaben einem Angestellten Recht, der gegen den Soli geklagt hatte. Nun muss das Bundesverfassungsgericht entscheiden. In der Politik löste das Urteil umgehend eine Debatte aus. mehr...

Schnauze, Wessi! Die Reflexe funktionieren

"Soll er doch seine DDR wiederhaben": Auf die erste "Schnauze, Wessi"-Kolumne gab es eine Menge kritische Rückmeldungen. Autor Holger Witzel freut sich über die Diskussion. Und will mal ein paar Dinge klarstellen. mehr...

Wahlkampf-Geschenk Union streitet über Soli-Abschaffung

Wenige Monate vor der Bundestagswahl überbieten sich die Parteien mit Vorschlägen, wie man die Bürger entlasten könnte. Nach der Steuerbonus-Idee der SPD entdeckt die CDU einen alten Wahlkampfschlager wieder: Baden-Württembergs Generalsekretär Thomas Strobl will den Solidaritätszuschlag streichen - und löst damit eine heftige Debatte aus. mehr...

 
Leser werben Leser

Jetzt den stern empfehlen und attraktive Prämie sichern!

 
 
 
 
 
stern - jetzt im Handel
stern (23/2012)
Rettet die Liebe