Seehofer stellt sich hinter Hoeneß

6. Mai 2013, 15:36 Uhr

Wie sieht die Zukunft von Hoeneß beim FC Bayern München aus? Der Aufsichtsrat traf sich am Montag in der Münchner Allianz Arena. Kurz vor der Sitzung bekam der Präsident Unterstützung von Seehofer.

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Der Präsident des FC Bayern München, Uli Hoeneß, kommt am Montagnachmittag in München zur Allianz Arena, wo der Aufsichtsrat zu einer Sitzung zusammenkommt.©

Der Aufsichtsrat des FC Bayern um Uli Hoeneß ist am Montag in der Münchner Allianz Arena zusammengekommen. Die Mitglieder des Gremiums fuhren am Montag in Limousinen an zahlreichen Fotografen, Reportern und Kamerateams vorbei auf das Stadiongelände des deutschen Fußball-Rekordmeisters. Eine offizielle Tagesordnung wurde nicht bekannt. Aber bei der schon lange anberaumten Sitzung ging es auch um den Umgang mit der Steuer-Affäre von Hoeneß - und wohl auch um mögliche Konsequenzen für den Präsidenten und Aufsichtsratschef.

Der vierköpfige Vorstand um Karl-Heinz Rummenigge erschien ebenfalls in die Arena. Dessen Teilnahme bei einer Sitzung ist aber nicht ungewöhnlich, denn im täglichen Geschäft muss sich dieser ungeachtet des öffentlichen Aufsehens in der Causa Hoeneß um das Kerngeschäft des FC Bayern kümmern. So muss der Aufsichtsrat etwa millionenschwere Investitionen absegnen wie zum Beispiel bei der Verpflichtung von Mario Götze von Borussia Dortmund, für den 37 Millionen Euro gezahlt werden sollen. Interesse wurde den Münchnern auch im Fall des BVB-Stürmers Robert Lewandowski immer wieder nachgesagt. Sollte dem so sein und der Pole in diesem Sommer verpflichtet werden, müsste das Gremium auch hier Grünes Licht für die hohe Millionen-Ablöse geben.

Kurz vor der Sitzung hatte Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) Hoeneß öffentlich den Rücken gestärkt. "Es ist in meinen Augen vertretbar, wenn Uli Hoeneß bis zur vorläufigen Klärung der Angelegenheit durch die Staatsanwaltschaft als Präsident im Amt bleibt. Dafür hätte ich Verständnis", sagte Seehofer der Online-Ausgabe der Münchner Abendzeitung. "Er muss nicht vorher zurücktreten, ehe die Behörden abschließend ermittelt haben. Dafür gibt es die Rechtsstaatlichkeit."

Seehofer: "Respekt vor seinem Lebenswerk"

Hoeneß droht nach seiner Selbstanzeige im Steuerfall eine strafrechtliche Verfolgung. "Ihn jetzt nicht vor Abschluss der Ermittlungen zum Rücktritt zu drängen, gebietet meiner persönlichen Auffassung nach der Respekt vor seinem Lebenswerk, das einzigartig ist", betonte Seehofer.

Dem Kontrollgremium der FC Bayern München AG gehören unter anderem die Vorstandsbosse von Audi (Rupert Stadler) und Adidas (Herbert Hainer), deren Unternehmen jeweils mit 9,1 Prozent Anteilseigner an der FC Bayern München AG sind, an; ebenso wie Timotheus Höttges vom Hauptsponsor Telekom und VW-Chef Martin Winterkorn. Sie dürften in Zeiten verschärfter Regeln für saubere Unternehmensführung besonders drauf bedachte sein, Schaden von ihren Firmen fernhalten.

Außer diesen Wirtschaftschefs zählen Vizepräsident Karl Hopfner, "Focus"-Herausgeber Helmut Markwort und der ehemalige Bank-Manager Dieter Rampl und Edmund Stoiber zur der erlesenen Runde. Der ehemalige bayerische Ministerpräsident passierte kurz vor 16.00 Uhr die Schranke des Stadions.

Die Räte schätzen ihren Vorsitzenden Hoeneß, sie bewundern seine Lebensleistung für den FC Bayern. Ob sie Hoeneß zu einem sofortigen Rückzug drängen? "Der Einzige, der diese Entscheidung treffen kann, ist Uli selbst", hatte Franz Beckenbauer bereits am Sonntagabend im TV-Sender Sky erklärt. "Es wird keiner von den Aufsichtsräten die Stimme erheben und etwas Negatives sagen. Dazu haben sie viel zu viel Respekt vor Uli", fügte der Bayern-Ehrenpräsident hinzu.

Als Interimslösung wurde bereits Beckenbauer gehandelt. "Ich habe mir da noch nicht eine Sekunde Gedanken drüber gemacht. Also stünde ich nicht bereit", sagte Beckenbauer.

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