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11. Juni 2010, 10:33 Uhr

Machtpoker geht in neue Runde

Grüne und Linke setzen die SPD unter Druck und Jürgen Rüttgers provoziert via "Bild": Nach dem Aus für die Ampel geht der Machtpoker in NRW in die entscheidende Runde. Es läuft wohl auf eine Große Koalition hinaus.

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Die Große Koalition in NRW rückt näher: Kraft und Rüttgers werden wohl bald wieder am Verhandlungstisch sitzen© Julian Stratenschulte/DPA, Franz-Peter Tschauner/DPA

Nach dem Scheitern einer Ampel-Koalition in Nordrhein-Westfalen haben die Grünen die SPD aufgefordert, das Heft des Handelns in die Hand zu nehmen. "Entweder sie bildet jetzt schnell mit der CDU eine Große Koalition oder mit den Grünen eine Minderheitsregierung", sagte der erste Parlamentarische Geschäftsführer der Grünen, Volker Beck, am Freitag in Berlin. So könne man die Mehrheit von Schwarz-Gelb im Bundesrat brechen.

Dann könnten das "unsoziale Sparpaket" und der drohende Ausstieg aus dem Atomausstieg verhindert werden, erklärte Beck. Nordrhein-Westfalen dürfe die konservativ-liberale Politik im Bundesrat nicht länger durchwinken. Deshalb müsse die Regierung Rüttgers-Pinkwart schnellstmöglich abgewählt werden.

Linke will wieder mit ins Boot

Die Linke forderte die SPD indes auf, einen neuen Anlauf für ein rot-rot-grünes Bündnis zu starten. Landeschefin Hannelore Kraft solle umgehend an den Verhandlungstisch zurückzukehren, sagte Linke-Chef Klaus Ernst. Es gebe die reale Chance, den Sozialabbau der schwarz-gelben Bundesregierung über den Bundesrat zu stoppen: "Das ist nur möglich, wenn die Linke mit im Boot ist."

Ernst bezeichnete das Scheitern der Ampel-Sondierung als konsequent. "Man kann nicht mit einem Politikwechsel Wahlkampf machen und dann mit den radikalsten Kräften aus dem schwarz-gelben Lager paktieren", erklärte er. Die SPD habe jetzt eine große Verantwortung.

Die SPD will jedoch erneut die Möglichkeiten für eine Koalition mit der CDU prüfen. Ein Regierungsbündnis mit der Union sei die letzte verblieben Option für eine stabile Regierung in Nordrhein-Westfalen, sagte die SPD-Landesvorsitzende Hannelore Kraft. "Wir werden heute Nachmittag in aller Ruhe beraten: Ist das eine Basis, auf der wir die Möglichkeit sehen, einen Politikwechsel in Nordrhein-Westfalen herbeizuführen?"

Kraft kritisiert Rüttgers-Interview als Affront

In der vergangenen Woche waren die Sondierungsgespräche mit den Christdemokraten ohne Durchbruch geblieben. Die Beratungen mit den Grünen und der FDP waren in der Nacht zum Freitag gescheitert. Ministerpräsident Jürgen Rüttgers lud die SPD via "Bild"-Zeitung zu erneuten Gesprächen ein. "Ich stehe zu Gesprächen zur Verfügung, Nordrhein-Westfalen braucht jetzt schnell eine stabile Regierung", sagte er der Zeitung. Die letzten Tage mit Themen wie Sparpaket, Bildungsgipfel und Opel hätten bewiesen, wie wichtig dies sei. Kraft reagierte kühl auf die jüngsten Signale von Rüttgers. Zu dem Zeitungsinterview sagte sie, sie wisse nicht, ob das ernst gemeint sei: "Es ist völlig klar, dass wir so etwas eher als Affront betrachten."

Weiterhin offen ist jedoch, wer in einer Großen Koalition die Regierung führen soll. Die SPD will Kraft zur ersten Ministerpräsidentin Nordrhein-Westfalens küren, während die CDU an Rüttgers festhält. Die schwarz-gelbe Koalition hatte bei der Wahl am 9. Mai ihre Mehrheit verloren. SPD und CDU verfügen über jeweils 67 der 181 Sitze im Landtag, die CDU hatte jedoch rund 6000 Stimmen mehr erhalten.

joe/APN/DPA
 
 
KOMMENTARE (10 von 17)
 
Prologo (11.06.2010, 15:49 Uhr)
Die SPD stellt sich wieder an, jetzt müssen Neuwahlen her,....

....denn so gut standen die Chancen für die SPD schon lange nicht mehr, denn ......

....dann ist die Klientelpartei FDP weg vom Fenster, und das würde auch starke Auswirkungen auf die Bundespolitik haben, also......

.....warum stellt sich die Kraft so kraftlos hin und zaudert ???

MfG,
T.
tannebaum (11.06.2010, 14:58 Uhr)
@Terrypol
noch ist rüttgers im amt... das braucht er nicht denken, denn er arbeitet sogar... :)

und wenn das alles so einfach ist, warum ist es dann nicht passiert? ihr rezept der regierungsbildung ist doch längst bekannt. traut sich aber keiner, denn was ist, wenn aus der spd einer die tolerierung durch die linken nicht will? dann ist frau kraft schneller weg als ypsilanti und simonis es waren.

und davor hat sie ganz dolle angst^^
Terrypol (11.06.2010, 13:14 Uhr)
Rüttgers...na und?
Rüttgers meint immer noch, dass er die Macht hat! Der muss weg in das politische Nichts!

Drum SPD und Grüne bildet eine Minderheitenregierung, die eine Stimmer kommt sicherlich auch von der Steigbügelhalterpartei f d p oder von der union! die Linke wird dabei keine Rolle spielen.
Am Schluß weiß keiner, wer gewählt hat,
denn...es sind geheime Wahlen, 0der?
mackenzie (11.06.2010, 13:07 Uhr)
jetzt Neuwahlen!!
Nie war die zeit günstiger: jetzt Neuwahlen. die FDP flöge raus und dann wäre Rotgrün möglich.
dimpflmoser (11.06.2010, 13:03 Uhr)
Mut, Frau Kraft - Mut !

Mit Mut und Phantasie gegen schwarz-gelben Einheitsbrei !

Alles was Frau M. einfällt ist kürzen bei den Schwächsten. Das hat noch nie geholfen ! Zeigen wir denen in Berlin, dass es auch anders geht !

Mut, Frau Kraft, Mut !
stjohnspoint (11.06.2010, 12:50 Uhr)
Kraft-Aufwand jetzt
und die Linke mit ins Boot und keine Diskussionen mehr über die DDR.
Rüttgers weg-FDP weg und denen in Berlin zeigen, was in NRW möglich ist.
Ansonsten kann Frau Kraft sich mit Frau Ypsilanti zu einem Häkelklub zusammenfinden.
ritchie (11.06.2010, 12:48 Uhr)
Demokratie wäre,
wenn man wüßte, worum es in den Sondierungsgesprächen geht, woran es scheitert. Klipp und klar sagen, wer was will.

So geschieht das wieder im Dunklen Kämmerlein, kein Bürger bekommt mitgeteilt um was es eigentlich genau ging.

Die SPD muß endlich wissen, ob sie wieder an die Macht will oder nicht. Diese LierumLarumLöffelspiel der letzten Wochen ist wieder mal gar nix.
Medienbeobachter (11.06.2010, 12:38 Uhr)
Die SPD und ihre U-Boote
Eigentlich wäre alles nicht so problematisch. Frau Kraft hätte sich am 23. Juni als Gegenkandidaten von Herr Rüttgers aufstellen lassen können und hätte die Stimmen von Grünen und Linken bekommen. Aber ob ihre eigene Partei geschlossen für sie gestimmt hätte, das ist fraglich. Genauso wie in Hessen. Das Problem in Hessen war nicht der medial ausgeschlachtete Wortbruch (Wortbrüche in der Politik sind Gang und Gebe) sondern die Uneinigkeit in der eigenen Partei. 4 Abgeordnete der SPD haben in Endeffekt Frau Ypsilanti zu Fall gebracht. In NRW könnten es 14 sein. Das ist die Schwäche der SPD.
rockyciano (11.06.2010, 12:37 Uhr)
@Medienbeobachter
Die ausgewiesene Zeitung für die bildungsferne Schicht mit "wir erklären ihnen.wir sagen ihnen,wir zeigen ihnen........
kann doch wahrlich niemand für ernst nehmen.
Salzsteuer (11.06.2010, 12:36 Uhr)
Minderheitsregierung, was sonst !!!
Wetten das die immer eine Mehrheit finden wird!
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