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22. September 2008, 10:40 Uhr

Beck nimmt sich Müntefering vor

Am Donnerstag erscheint die mit Spannung erwartete Autobiografie von Kurt Beck. Schon jetzt sind Auszüge bekannt geworden, in denen der geschasste SPD-Chef sein problematisches Verhältnis zu Franz Müntefering beleuchtet und erstmals auch Details über seinen Sturz verrät.

Pflegt einen gänzlich anderen Politikstil als Franz Müntefering: der geschasste SPD-Chef Kurt Beck© Fredrik von Erichsen/DPA

Der zurückgetretene SPD-Chef Kurt Beck hat sich erstmals ausführlich über die näheren Umstände seines Sturzes vor zwei Wochen geäußert und zugleich Kritik an seinem Nachfolger Franz Müntefering geübt. In seiner am kommenden Donnerstag erscheinenden Autobiografie ("Kurt Beck. Ein Sozialdemokrat"), aus der die "Bild"-Zeitung vorab zitiert, schreibt der rheinland-pfälzische Ministerpräsident über Müntefering: "Unser Verhältnis ist natürlich nicht unproblematisch. Unser Politikstil, die Art, Machtfragen zu klären, sind schwer vereinbar."

Weiter heißt es: "In der Zeit, als Franz Müntefering Vizekanzler war und ich die Partei führte, resultierten gewisse Schwierigkeiten daher, dass er sehr darauf bedacht war, sich in der Bandbreite des Koalitionsvertrags zu bewegen. Es war schwierig, mit ihm Perspektiven zu erarbeiten, die darüber hinausreichten."

Auch an anderer Stelle wirft Beck Müntefering vor, die Partei nicht scharf genug zu positionieren. "Als SPD-Vorsitzender bemühte ich mich um ein eigenständigeres Profil der Sozialdemokraten. An diesem Punkt gingen die Meinungen von mir und Franz Müntefering auseinander", schreibt er dem Vorab-Bericht zufolge. Müntefering habe kein Interesse an langfristiger strategischer Planung gehabt: "Perspektiven, die über die Zeit der Großen Koalition hinausreichen, hielt er zum damaligen Zeitpunkt nicht für angemessen. Oder er fand es besser, nicht darüber zu reden."

Zugleich räumt Beck eigene Fehleinschätzungen ein. "Nach den Landtagswahlen in Niedersachsen hatte sich herausgestellt, dass die Linke doch in die Landtage wichtiger westdeutscher Flächenländer einziehen konnte." In dieser Krise habe er "durch die Ankündigung einer richtigen Konsequenz zum falschen Zeitpunkt meine bis dahin vorhandene Chance eingebüßt, selbst als Spitzenkandidat der SPD in den Bundestagswahlkampf zu ziehen".

Erstmals äußert sich Beck in dem Buch ausführlich über die näheren Umstände seines Rücktritts. Seine Entscheidung begründet er erneut damit, dass Parteifreunde die Nominierung von Frank-Walter Steinmeier zum Kanzlerkandidaten bei der SPD-Klausur benutzt hätten, um ihn als Mann dazustellen, der von Steinmeier bedrängt worden sei.

Gerhard Schröder im Visier

"ARD und ZDF berichteten diese vermeintlichen Hintergründe mit großem Nachdruck und mit Einzelheiten, die neben Beteiligten auch auf Gerhard Schröder verwiesen. Es war also klar, die gezielten Angriffe auf mich und meine Arbeit würden nicht nur fortgesetzt, es kam nun der Verdacht eines Bruchs der Vertraulichkeit hinzu, den ich gegen das unmittelbare Umfeld der Beteiligten hege", schreibt Beck. "Wer außer Eingeweihten konnte in der Lage sein, die vorbereitete Bekanntgabe mit einer Intonierung zu belasten, die den treibenden Vorsitzenden als einen bedrängten und getriebenen erscheinen ließ?"

Recherchen hätten ergeben, dass die Medien gezielt mit solchen Falschinformationen versorgt worden seien. "Man ging so weit zu behaupten, dass Steinmeier und Müntefering nun das Kommando übernehmen und den Parteivorsitzenden nur dulden." Wäre er geblieben, hätte er den Anschein erweckt, "um den Preis der Selbstverleugnung am Stuhl des Vorsitzenden zu kleben", schreibt Beck. "Das ist nicht meine Art und hätte meiner Haltung, mich nicht verbiegen zu lassen, widersprochen."

AP/Reuters
 
 
KOMMENTARE (10 von 13)
 
jackiki (22.09.2008, 14:44 Uhr)
Prato61
du würdest natürlich alles besser machen! es langt ja noch nicht einmal für die druckversion des stern...
Blacky007 (22.09.2008, 14:03 Uhr)
Wenn Beck mit seinem Buch
genausoviele Käufer findet, wie er Spender für die Rasur seiner ungepflegten Gesichtsmatte fand, wirds ja ein Riesenerfolg:)
vegefranz (22.09.2008, 13:06 Uhr)
Ich hab´s gefunden
Ich habe es gefunden: 1972 bis 1985 Personalrats- und Bezirkspersonalratsvorsitzender. Ist das nicht unglaublich: 15 Jahre Gewerkschaftsfuzzi und sonst nichts?
delsa (22.09.2008, 13:05 Uhr)
Buch vom Mecker-Beck
Welecher Dummkopf für gar 1 Euro
für so'n sch...Buch bezahlen!?
Nur ein Masochist!
vegefranz (22.09.2008, 13:04 Uhr)
@prato61
da mag etwas dran sein. Beck war/ist für mich aber das klassische Beispiel, daß jemand, der lediglich eine Gewerkschaftszugehörigkeit (Personalrat Heersausbesserungswerk) aufzuweisen hat, mit Hilfe der Gewerkschaft in höchste Positionen geschoben werden kann. Die Formel "Beck" lautet: Null Kompetenz in irgendwelchen Sachfragen + Gewerkschaftszugehörigkeit = maximale Versorgung mit Steuergeldern
Prato61 (22.09.2008, 12:54 Uhr)
@vegefranz
Welcher halbwegs bekannte Politiker hat eigentlich bisher außerhalb der Politik je einen Cent mit seiner Hände Arbeit verdient?? Vorsicht, Geldeingänge für Pfötchenaufheben gelten hier nicht.
vegefranz (22.09.2008, 12:29 Uhr)
Berufsfunktionär Beck
Ich bleibe dabei: Der Mann hat noch nie eine Mark selbst erwirtschaftet. der kann gerade mal Gewerkschaftsbeiträge und Steuergelder einziehen und ausgeben. es immer wieder erstaunlich, welche Blüten das funtionärsunwesen in deutschland treibt. Sitzt der nicht auch noch dick und fett in einem ARD/ZDF Aufsichtsrat? Warum? Weil er in einer Partei ist, die dorthin Leute schicken und sich von den Zwangsgebühren bezahlen lassen darf. Hat das etwas mit Kompetenz zu tun? Natürlich NICHT!
OttoB (22.09.2008, 12:03 Uhr)
@vegefratz
Zitat:""um Lügilanti und ihrem Pudel Scheer eine kräftigen Trit""
gäähnn Vegefratz sie langweilen, interessant ist das sie mir mal Rechtschreibfehler vorwarfen und sie fragten ob ich mein Abitur auf einer Gesamtschule gemacht habe.
Auch sie machen Tippfehler z.B. "Trit" und das ist Normal, egal bei welcher Schulbildung!
Versuchen sie doch mal sachlich zu bleiben.
Nennen sie doch auch Politiker die sie nicht mögen mit ihrem richtigen Namen, so nimmt man sie nicht für ernst.
Prato61 (22.09.2008, 12:01 Uhr)
Intrigant Steinmeier
Frau Merkel steht vor der einfachsten und unprolematischsten Bundestagswahl, die es je in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland gegeben hat. Mit der Nominierung des undurchsichtigen Intriganten Frank Walter Steinmeier hat sich die SPD einen Bärendienst erwiesen. Wunderbar !! Dem Wähler bleibt dann 2009 nur noch die Wahl zwischen der geballten Inkompetenz von Frau Merkel und ihrer CDU-Sippschaft oder dieses besagten rückgratlosen Schröder-Verschnitts der SPD.
Dann lieber gleich daheim bleiben.
oscarherz (22.09.2008, 12:00 Uhr)
@ Firlefanz Null-Ahnung
Diese Schilderung von Beck kann jeder, der in der SPD schon mal Verantwortung getragen hat, voll bestätigen. Der fruchtlose Safter Firlefanz bestätigt wieder seine vollkommende Unwissenheit.
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