. .
Politik in Deutschland
Schlagzeilen Themen Mobil iPad Blogs Investigativ Hefte
 
Fotocommunity
Fotocommunity

Treffpunkt für ambitionierte Amateurfotografie. Bilder hochladen und bewerten, sich mit anderen Austauschen. mehr...

Weblogs bei stern.de
Weblogs bei stern.de

Die Online-Tagebücher bei stern.de: Freie Autoren schreiben hier persönlich, direkt und eigenständig. mehr...

Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka
sternTV - Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka

Vertiefende Informationen zu der aktuellen und den vergangenen Sendungen von sternTV. mehr...

stern Investigativ
stern Investigativ

Das Recherche-Team des stern. Erfahren Sie mehr über die Recherchespezialisten und ihre Enthüllungen von Terrorismus bis Wettmanipulation. mehr...

 
24. März 2009, 14:54 Uhr

Steinmeier will verlängerte Abwrackprämie

Der Druck auf die Regierung wächst: Noch gibt es keine Einigung in der Koalition, die Abwrackprämie zu verlängern, doch von allen Seiten werden Forderungen laut. Auch Frank-Walter Steinmeier spricht sich als SPD-Kanzlerkandidat für eine Aufstockung der Fördersumme aus.

Abwrackprämie, Steinmeier, Aufstockung, IG Metall, Einigung

Ob Autohäuser weiterhin mit der Abwrackprämie für den Kauf von Neuwagen werben können, muss die Regierung entscheiden© Achim Scheidemann/DPA

Frank-Walter Steinmeier, Kanzlerkandidat der SPD, hat sich für eine Aufstockung der Abwrackprämie für Altautos ausgesprochen und die zentrale Rolle der Autoindustrie betont. Die Prämie sei ein geeignetes Instrument gegen die Krise und sorge für einen Absatzschub. Falls die Zeiten in der Autoindustrie schwierig blieben - und danach sehe es aus - dürfe auf dieses Instrument nicht "sang- und klanglos" verzichtet werden. Dafür werde er sich einsetzen.

Darüber hinaus dementierte Steinmeier die Einigung über eine Aufstockung der Abwrackprämie, von der die "Rheinische Post" in ihrer Dienstagsausgabe berichtete. Sowohl Kanzleramt als auch Auswärtiges Amt und die beteiligten Ministerien für Finanzen und Wirtschaft hätten ihr Einverständnis gegeben, schrieb die Zeitung. Der Bericht sei falsch, sagte Steinmeier auf einer VW-Betriebsversammlung in Wolfsburg vor 18.000 Beschäftigten. Viele im "politischen Berlin" seien auch aus Prinzip gegen eine Aufstockung der bislang auf insgesamt 1,5 Milliarden Euro begrenzten Prämie.

Zudem hatten sich sowohl die IG-Metall als auch der Bundesverband freier Kfz-Händler zu Wort gemeldet. IG-Metall-Chef Berthold Huber forderte "weitere Kaufanreize", um so die inländische Nachfrageschwäche abzumildern. Die Verschrottung von Altfahrzeugen sei ein nicht zu unterschätzender ökologischer Beitrag. "Die dafür notwendigen Mittel müssen bereitgestellt werden", sagte Huber. Das Instrument der Prämie sei sinnvoller und verursache weniger Kosten als Massenentlassungen und die Beschädigung der industriellen Substanz.

Auch die Autohändler wollen mehr Geld für die Abwrackprämie. Sonst drohten vom 1. April an "chaotische Zustände und Riesenärger", erklärte der Bundesverband freier Kfz-Händler am Dienstag in Bonn. Bei einem durchschnittlichen täglichen Zuwachs von über 7000 Anträgen dürfte der bisherige Topf innerhalb einer Woche verbraucht sein, falls die Mittel jetzt nicht aufgestockt würden. Ursache sei die am 6. März bekanntgegebene Möglichkeit, die Prämie für bestellte Fahrzeuge zu reservieren. Die Antragsformulare dafür soll es jedoch erst ab 30. März geben. Schon vor dem 6. März hatte der Verband vermutet, das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa) sei bei seinen Angaben über die noch unausgeschöpften Fördermöglichkeiten zu optimistisch.

Bis zum Montag waren laut Bafa 315.492 Anträge auf Gewährung der Prämie eingegangen. Die bislang vorgesehenen 1,5 Milliarden Euro reichen für etwa 600.000 Anträge. Damit ist der Fördertopf bereits gut zur Hälfte leer und es können noch rund 284.000 Anträge gestellt werden.

Am Freitag wird das Thema im Bundestag diskutiert, die Linke will, dass auch Hartz-IV-Empfänger von der Abwrackprämie profitieren. Andernfalls verstoße die Regierung weiterhin gegen das Grundgesetz, argumentierte die Parlamentarische Geschäftsführerin der Linken im Bundestag, Dagmar Enkelmann. Die Prämie für die Verschrottung eines alten Autos und den Kauf eines neuen Wagens stehe laut Gesetz allen Personen zu.

Beantragen kann die Prämie, wer sein mindestens neun Jahre altes Auto verschrottet und einen umweltfreundlichen Neuwagen kauft. Das Bundesamt für Wirtschaft rechnet von Ende März an mit einer weiter zunehmenden Antragsflut. Von diesem Termin an reicht schon die Kopie des Kaufvertrags für den Neuwagen, um sich die Prämie zu sichern. Anders als bislang muss nicht mehr die Zulassung nachgewiesen werden.

DPA/AP
 
 
KOMMENTARE (5 von 5)
 
turo (24.03.2009, 16:38 Uhr)
Abwrackprämie
Hat Steinmeier nun als Chef des Außenministeriums für die Fortführungder Abwrackprämie gestimmt, oder nicht?
Ihr Bericht ist -wie so viele in der letzten Zeit- irreführend. Geben Sie doch mal klare Fakten wieder und vermeiden Sie manipulierende Kommentare.
Malt (24.03.2009, 15:57 Uhr)
Interessant wäre...
...zu wissen, welche Aktion Steinmeier im Portfolio hält ;-)
Blacky007 (24.03.2009, 15:53 Uhr)
Sehr soziale Denkweise eines SPDler
Diese Denkweise von Steinmeier ist genau so selten blöde, wie es die Denkweise der Amis bei der Kreditvergabe von Häusern war.
-
Die Abwrackprämie hat im erheblichem Maße dazu geführt, dass sich Menschen nun neue Autos kauften, die es sich gar nicht leisten konnte und die nun in die Schuldenfalle getappt sind, in die sei mit dieser selten dämlichen Prämie gelockt wurden.
-
Nein, wir brauchen keine Verlängerung einer Maßnahme, die im Grunde sinnlos ist wie ein Kropf! Alle Autos die jett auf Schnell verkauft werden, werden im restlichen Jahr nicht mehr verkauft und werden zu enormen Finanzierungsproblemen vieler Händler führen.
FleurdeLis (24.03.2009, 15:27 Uhr)
Steinmeier
würde zur Zeit wahrscheinlich so ziemlich alles machen, um der Meute ein Bröckchen vorzuwerfen, nur um im Herbst gewählt zu werden. Scheißegal, wer's bezahlt, Hauptsache gewählt. Und dann stecken wir Milliarden in die ganzen Werkstätten, die pleite gehen, weil sie kaum noch Aufträge bekommen, weil ja alle älteren Fahrzeuge verschrottet werden. Und dann helfen wir den Schrotthändlern, die ihren vielen Schrott kaum noch loskriegen, weil der Schrottpreis aufgrund des hohen Angebots in den Keller fällt usw usw...
Amin42 (24.03.2009, 15:21 Uhr)
Infamer Zynismus
ist es, die Verschrottung von Altfahrzeugen als " ökologischen Beitrag" zu bezeichnen. Bei der Produktion eines neuen PKW entstehen 15 Tonnen Co2. Wenn das so produzierte Auto einen Liter weniger braucht als das verschrottete ( z.b. Golf6 statt Golf3 ) dann muss bei einer jährlichen Fahrleistung von 10.000km der neue Golf6 43 ( in Worten DREIUNDVIERZIG ) Jahre fahren, um bei plus minus Null zu landen. Da nach spätestens 2015 die Autolobby aber Druck machen wird, dass der heute produzierte Golf ja ein alter Stinker ist, wird dies kaum gelingen. Diese unselige Abwrackprämie ist eine ökologische Katastrophe, Ressourcen und Energien für ein langlebiges Produkt werden verschleudert und weggeschmissen. Wieviel unverhohlenen Lobbyismus müssen wir in dieser Bananenrepublik eigentlich noch ertragen, uns belügen und betrügen lassen von raffgieren Nieten in Nadelstreifen die nichts können ausser bei einer korrputen Regierung ihre fadenscheinigen Geldinteressen gegen den Bürger durchzusetzen. Kotzen könnte man......
MEHR ZUM ARTIKEL
Abwrackprämie Wo bares Geld verschrottet wird

Das Konjunkturpaket II erweist sich als echter Renner. Vor allem die so genannte Abwrackprämie ist gefragt. 2.500 Euro bekommt jeder Bürger, wenn er seinen alten Wagen verschrotten lässt und sich einen Neuwagen kauft. Ein Geschäft, das sich nicht immer lohnt. mehr...

Irreführung Wenn die Abwrackprämie zum Köder wird

Die Abwrackprämie war zwar durchaus als Konjunkturhilfe für die Autoindustrie gedacht - aber so? Verbraucherschützer kritisieren zunehmend irreführende Werbung mit Neuwagen-Preisen: Die Händler ziehen die Prämie einfach vom Kaufpreis ab - und gaukeln den Kunden so billige Autos vor. mehr...

Abwrackprämie Bundesamt lehnt täglich 200 Anträge ab

Antragsflut beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle: Noch in dieser Woche sollen mehr als die Hälfte der 600.000 möglichen Anträge auf die Abwrackprämie eingegangen sein. Etwa vier Prozent davon werden abgelehnt. mehr...

 
Leser werben Leser

Jetzt den stern empfehlen und attraktive Prämie sichern!

 
 
 
 
 
stern - jetzt im Handel
stern (23/2012)
Rettet die Liebe