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15. Januar 2008, 14:54 Uhr

Tiefensee weist Mehdorns Drohungen zurück

Die Drohung von Bahn-Chef Helmut Mehdorn, der neue GDL-Tarifvertrag führe zu Entlasssungen, stößt auf Unverständnis. Vor allem Bundesverkehrsminister Tiefensee verteidigt den neuen Tarifvertrag und erinnert Mehdorn in aller Deutlichkeit an die Autorität des Bundes.

Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee zeigt für Mehdorns Ankündigungen kein Verständnis© Michael Kappeler/DDP

Bahnchef Hartmut Mehdorn stößt mit der Drohung höherer Bahnpreise und Stellenabbau nach der Tarifeinigung mit der Lokführergewerkschaft GDL auf eine breite Ablehnungsfront. Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) kritisierte, es gebe für ein "so starkes Unternehmen" keinen Grund, "sofort mit der Entlassung von Beschäftigten und Verlagerung von Arbeitsplätzen zu drohen oder gar den Beschäftigungspakt aufzukündigen".

Tiefensee unterstützt Kompromiss

Die Einigung mit der GDL, die unter anderem eine Einmalzahlung von 800 Euro sowie eine durchschnittliche Entgelterhöhung von elf Prozent ab September vorsieht, stelle "einen guten Kompromiss dar, der den Belangen der Beschäftigen, des Unternehmens und der Volkswirtschaft Rechnung trägt", erklärte der Minister. Weiterhin verwies Tiefensee Mehdorn auf die Autorität des Bundes: "Der Eigentümer Bund erwartet von der Deutschen Bahn AG, die gute Partnerschaft mit den Gewerkschaften fortzusetzen".

Mehdorn hatte als Konsequenz aus dem Tarifkompromiss Stellenabbau und Preiserhöhungen angekündigt. "Es werden wettbewerbsfähige Arbeitsplätze vernichtet mit allem, was für die Beschäftigen dranhängt", machte er seinem Ärger über den neuen Tarifvertrag Luft. Indirekt griff er dabei auch Bundesverkehrsminister Tiefensee an, der am Zustandekommen des Tearifkompromisses beteiligt war.

"Mehdorn arbeitet offensichtlich an seiner Entlassung"

Kritik kam auch vom Vorsitzenden der Verkehrsministerkonferenz, Sachsen-Anhalts Ressortchef Karl-Heinz Daehre (CDU), sowie FDP und Grünen. "Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Lohnerhöhung zu Milliardenverlusten bei der Bahn führt", sagte Daehre. "Es dürfte sich eher um Millionenbeträge handeln, und die müssen ins Verhältnis gesetzt werden zu den Gewinnen, die der Konzern in den letzten Jahren eingefahren hat."

Der verkehrspolitische Sprecher der Grünen, Winfried Hermann, nannte die Ankündigungen des Bahnchefs "verantwortungslos". Seine Zahlen seien weit übertrieben. "Mehdorn arbeitet offensichtlich an seiner Entlassung, das kann der Bund sich nicht bieten lassen."

Der FDP-Verkehrsexperte Horst Friedrich sprach von "Horrorzahlen" als Vorwand für Preiserhöhungen. "Der Tarifabschluss mit der GDL, der auf Drängen des Ministers (Tiefensee) zustande gekommen ist, kostet (...) zwischen 50 und 65 Millionen Euro pro Jahr."

DPA/AP
 
 
KOMMENTARE (5 von 5)
 
BaSch (17.01.2008, 16:55 Uhr)
Einmischung der Politik
Also wie sich die Politik in diese Tarifauseinandersetzung eingemischt hat, das geht gar nicht!!! Die machen doch eh nur Wahlkampf, wir sind da nur Mittel zum Zweck. Tiefensee ist da nicht anders.
Daisan (15.01.2008, 19:50 Uhr)
Mehdorn und Flachpfütze sind zwei Seiten einer
überaus hässlichen Medaille, die versucht, das Volk zu enteignen.
Mehdorn ist aufgrund seines unsympathischen Erscheinungsbildes und seines noch unsympathischeren Verhaltens natürlich die Haßfigur schlechthin. Abgesehen davon soll er gehen. Fristlos ohne Abfindung.
Besonders er hat uns genug Geld gekostet.
Ich weiss aus eigener Erfahrung, wie die Bahn es schaffte, ihre Bilanzen zu verbessern:
Besonders im Regionalverkehr wurden wichtige Instandhaltungen und Investitionen sträflich unterlassen.
Die Bahn hat NICHT privatisiert zu werden, ich will beim Schienenverkehr keine englischen Verhältnisse, die in einem solchen Fall ernsthaft zu befürchten wären (überteuert, unzuverlässig, unsicher, sogar gefährlich mit vielen Unfällen)
Facti (15.01.2008, 17:02 Uhr)
Wunderbar, wunderbar, schön, schön. Pfütze,
wie Ihn selbst seine Mitarbeiter nennen, opfert einen Läufer (Staatsekretär Hennerkes) seine Unfähigkeit bleibt. Die Kosten trägt der Steuerzahler "WIR!!". Danke schön Hr. Verkehrs- oder auch Unfähigkeitsminister. Unn wech mit Ihm, für das Überleben des Normalbürgers.
Schnaafpaaf (15.01.2008, 16:42 Uhr)
Muss sich denn
ein ganzes Volk (wir) von diesem raffgierigen, überbezahlten, machthungrigen Giftzwerg Mehdorn in den Schwitzkasten nehmen lassen? Weg mit dieser unerfreulichen Erscheinung, ganz schnell! Und die Bahn zurück in staatliche Hoheit.
Alexander0815 (15.01.2008, 16:19 Uhr)
Dann hoffe ich mal ...
... das diese Herren auch keine Probleme darin sehen, den Beschäftigen im öffentlichen Dienst auch diese 11% zu genehmigen! Aber nein, dies gibt es ja auch da nur auf Politikerebene, wenn sie sich (mal wieder) die Taschen füllen. Aber dann auf unser aller Kosten.
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